Gestrafft fit dank Faszientraining

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Gestrafft fit dank Faszientraining

Es ist in aller Munde: ein wenig schweißtreibendes Training, mit dem sich Bindegewebe straffen, Rücken-, Nacken-, Knie- und Kopfschmerzen lindern lassen. Was man dazu braucht? Eine spezielle Rolle und Regelmäßigkeit.

Jede Zeit hat ihre Trends – so auch im Bereich von Fitness und Gymnastik. Gehören Zumba, Yoga oder Pilates mittlerweile zum Standard, geht es jetzt an die Faszien: Gemeint sind hier die etwa ein Millimeter dicken Bindegewebshüllen um Muskeln. Die aus Wasser, Kollagen, Zucker-Eiweiß-Verbindungen und verschiedenen Klebstoffen bestehende Faszienstruktur ist besonders reißfest: Sie kann eine Zugkraft von bis zu 60 Kilo aushalten.

Werden Faszien zu stark, falsch oder einseitig beansprucht oder unterfordert, kann das Gewebe verkleben und zu verhärteten Muskeln führen, heißt es. Dabei schaffen die hauchdünnen kollagenhaltigen Bindegewebsfasern, die sich bildlich wie ein Spinnennetz um die Muskeln legen, einen Balanceakt zwischen Stabilität und Beweglichkeit. Doch das passiert nicht von selbst. Es sollte also regelmäßig trainiert werden, erklären Faszienforscher wie Dr. Robert Schleipp, Humanbiologe und Diplom-Psychologe von der Uni Ulm.

Auf die Rolle gelegt

Hanteln und Petzibälle waren gestern: Fürs Faszientraining gibt es spezielle Schaumstoffrollen, genannt Black-Rolls. Erhältlich in der Miniversion (für rund 10 Euro), beispielsweise für Übungen der Oberarme. Hauptakteur ist eine große Rolle, bestehend aus verhältnismäßig hartem Schaumstoff. Sie ist etwa 30 bis 40 Zentimeter lang. Zu haben ist sie mittlerweile sogar ab 20 Euro aufwärts – während Sonderaktionen von Discountern, Kaffeeröstern sowie im Internet und Sportgeschäften.

Spezielle Faszienkurse ähneln Pilates- oder Yogatrainings – mit dem Unterschied, dass hier verstärkt mit der Schaumstoffrolle trainiert wird. Übungen basieren auf ganzheitlichen Gesichtspunkten, wie man sie auch vom Tai-Chi oder Qigong kennt. Es geht ruhig zu, denn das Training besteht überwiegend aus Dehnübungen. Wichtig ist es, jede Übung intensiv und sehr bewusst zu praktizieren. Dabei soll die Achtsamkeit auf den Körper und seine Signale geschärft werden.

Das Training lässt sich auch zu Hause einfach machen: Dabei gleiten Arme, Beine und Po über die Rolle. Das kann für Ungeübte zunächst fremd sein. Wer sehr verspannt ist, empfindet die harte Rolle anfangs vielleicht eher als schmerzhaft. Doch wie bei allen anderen Dingen macht auch hier Übung den Meister und wirkt dann sogar entspannend.

Lesetipps:
  • “Training für die Faszien”, D. G. Müller, K. Hertzer, Südwest Verlag, ISBN: 9783517093871, 19,99 €
  • “Faszientraining: Mehr Beweglichkeit, Gesundheit und Dynamik”, S. Tempelhof, D. Weiss, GU Verlag, ISBN: 9783833844584, 12,99 €
  • “Faszien – kompakt”, G. Slomka, Meyer & Meyer Verlag, ISBN: 9783898999953, 9,95 €

von Kirsten Metternich
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-online.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (5) Seite 75

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Tag, 16 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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