Häufige Parkbesuche reduzieren Medikamentenbedarf

2 Minuten

© joh.sch - stock.adobe.com
Häufige Parkbesuche reduzieren Medikamentenbedarf

Stadtbewohner mit Depressionen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Bluthochdruck und Asthma können ihren Medikamentenbedarf möglicherweise senken, wenn sie häufig Parkbesuche einplanen. Das haben finnische Wissenschaftler durch Befragungen herausgefunden.

Regelmäßige Besuche von Parks können bei Stadtbewohnern mit bestimmten Erkrankungen den Medikamentenbedarf reduzieren. Das meldet die pressetext Nachrichtenagentur, die sich auf die Auswertungen finnischer Wissenschaftler bezieht. Die Befragten im Raum Helsinki, die an Depressionen, Bluthochdruck oder Asthma erkrankt waren, brauchten demnach etwas weniger Medikamente, wenn sie häufig städtische Grünflächen besuchten.

Die Forscherinnen und Forscher von vier finnischen Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen befragten 16.000 zufällig ausgewählte Einwohner aus dem Großraum Helsinki nach ihren Gewohnheiten zum Besuch von Parks, Wäldern, Zoos und anderen Grünflächen. Die Probanden wurden zudem ersucht anzugeben, welche verschreibungspflichtigen Medikamente sie regelmäßig einnehmen. Sie sollten auch sagen, wie oft sie ihre Wohnung verlassen und ob sie Grün- und Wasserflächen sehen, wenn sie aus ihren Fenstern schauen. Nicht zuletzt wurden weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Gesundheit haben können, ebenfalls abgefragt. Dazu zählten zum Beispiel Luftverschmutzung und Lärm sowie Haushaltseinkommen und Bildungsstand. Letztlich beteiligten sich 6.000 Personen an der Studie.

Regelmäßiger Bewegung im Grünen hilft Stadtbewohnern

In der Auswertung zeigte sich, dass das reine Betrachten von Grün- und Wasserflächen keinen messbaren Einfluss auf den Medikamentenbedarf hatte. Ganz anders verhielt es sich jedoch beim realen Besuch von Grünflächen: Die Forscher verglichen den Medikamentenbedarf von denen, die sich einmal pro Woche in die Natur begeben, mit dem von Probanden, die sich drei- bis viermal pro Woche dazu entschließen. Letztere benötigten 33 Prozent weniger Medikamente für ihre psychische Gesundheit, 36 Prozent weniger gegen Blutdruckhochdruck und 26 Prozent weniger Asthmamedikamente. Wie die Wissenschaftler weiterhin anmerken, gab es einen Zusammenhang mit dem BMI der Befragten: Bei Übergewichtigen verringerte sich der Bedarf an Asthmamedikamenten demnach weniger stark als bei Normalgewichtigen.

Die Forschungsteams räumen in ihrer Zusammenfassung ein, dass möglicherweise nicht alle relevanten Personengruppen erreicht wurden. Gesunde und aktive Menschen beteiligen sich demnach häufiger an derartigen Befragungen. Gleichwohl betonen die finnischen Wissenschaftler die Bedeutung regelmäßiger Bewegung im Grünen für Stadtbewohner und verbinden damit auch eine politische Forderung: “Zunehmende wissenschaftliche Belege, die die gesundheitlichen Vorteile der Exposition gegenüber der Natur belegen, sollten dazu führen, das Angebot an Grünflächen in städtischen Umgebungen zu erhöhen und ihre aktive Nutzung zu fördern”, schlussfolgern die Autoren und ergänzen. “Das könnte eine Möglichkeit sein, Gesundheit und Wohlergehen von Städtern zu verbessern.”


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

mit Materialien der pressetext Nachrichtenagentur

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: Schattenkinder – wie Geschwister chronisch kranker Kinder nicht zu kurz kommen
Diabetes-Anker-Podcast: Schattenkinder – wie Geschwister chronisch kranker Kinder nicht zu kurz kommen | Foto: MH Hannover / MedTriX

2 Minuten

Typ-1-Diabetes: Wenn der Bolus nicht mehr im Mittelpunkt steht
Kohlenhydrate einschätzen, Insulin berechnen, Bolus abgeben – und das bei jeder Mahlzeit. Für Menschen mit Typ-1-Diabetes gehört diese Routine trotz moderner Diabetestechnik weiterhin zum Alltag. Gerade beim Essen im Restaurant, auf Reisen oder bei einem spontanen Snack kann das zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern. Eine neue Funktion innerhalb der CamAPS FX App setzt genau hier an.
Typ-1-Diabetes: Wenn der Bolus nicht mehr im Mittelpunkt steht | Foto: mylife Diabetes Care

2 Minuten

Anzeige
Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • olivers postete ein Update vor 3 Tagen, 7 Stunden

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 4 Tagen, 9 Stunden

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • darktear postete ein Update vor 5 Tagen

    Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

    • Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
      Gruß Oliver

    • @olivers: Haben wir alles gemacht und hat dennoch nicht geholfen 🙁
      Wir haben auch spezielle Pflaster zum drauf kleben,aber die machen keine Probleme.
      Nun sollten bis mitte nächster Woche die neuen Sensoren kommen und ich hoffe es klappt dann mal ohne Probleme

      Gruß Sandra