Lauf zwischen den Meeren

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Lauf zwischen den Meeren

„Laufen tut gut, macht Spaß – in der Gruppe sowieso. Die Entscheidung, ein Team aus laufbegeisterten Diabetikern für den Lauf zwischen den Meeren anzumelden, fiel uns daher nicht schwer.“ Ilka Gdanietz berichtet von der sportlichen Leistung ihrer Diabetes-Laufgruppe.

100 km: größter Staffellauf Norddeutschlands

Der Lauf zwischen den Meeren ist der größte Staffellauf Norddeutschlands und führt knapp 100 km in 10 Etappen quer durch das idyllische Schleswig-Holstein von der Nord- an die Ostsee. Die Idee zur Teilnahme fand sich beim Hamburger Diabetiker-Stammtisch, und bereits im letzten Jahr waren wir mit einem Team aus 10 Läufern am Start.

Genügend Läufer für dieses Jahr zusammenzutrommeln, funktionierte über diverse Online-Medien wie Blogs, Facebook und Twitter fast von allein. So fanden sich für 2014 sogar 2 Teams Powered by Insulin, um bei diesem Lauf-Event mit fast 7.000 Läufern an den Start zu gehen.

Die Startgebühren für den Lauf sind nicht ganz günstig – so kümmerte sich unser Orga-Trupp im Vorfeld um Sponsoren: Als Hauptsponsor konnten wir das Unternehmen Nintamed gewinnen, das uns für den Lauf auch mit Dexcom-CGM-Systemen ausstattete (für kontinuierliches Glukosemessen). Sponsoren wie mySugr, Red Bull, Dextro und Clif Bar sorgten dafür, dass wir weder nackig noch hungrig oder durstig durch die norddeutsche Tiefebene rannten.

20 Läufer zur rechten Zeit am rechten Ort

Am Freitag vor dem Lauf trafen sich alle 20 Läufer bei Bastian Hauck auf seiner Bootswerft in Schleswig; diese liegt genau zwischen Start und Ziel der Staffel und sollte an dem Wochenende unser Basis-Camp werden. Aus allen Teilen Deutschlands und aus Österreich trudelten motivierte Läufer mit unterschiedlichen Trainings-Levels in Schleswig ein.

Viele von uns kannten sich aus der #dedoc, der Deutschen Diabetes Online Community. Bei Pizza und Bier tüftelten wir die Logistik für den nächsten Tag aus – denn 20 Läufer wollten zur richtigen Zeit, auf 96,3 km verteilt, an den richtigen Ort gebracht werden. Hierfür hatten wir uns sogar ein kleines Support-Team organisiert und deren Autos auch vorsorglich mit allerlei Extra-­Kohlenhydraten ausgestattet.

Die Nacht verbrachten wir auf Feldbetten in der großen Werft-Halle zwischen Booten und Masten. Wenn 20 Diabetiker mit CGM-Systemen zusammen die Nacht in einem Raum verbringen, dann darf man sich nicht auf einen ruhigen Schlaf einstellen. Dass da bei jedem der Blutzucker innerhalb der Grenzen bleibt, wäre wohl ein Wunschtraum gewesen, und so gab es ein kleines Gratiskonzert von Hyper- und Hypo-Alarmen: Piep, surrrr, psssst, piep, surrrrr …!

Der frühe Vogel ist … eigentlich ein Läufer

Verschlafen, aber bester Laune pellten wir uns am Laufmorgen aus den Schlafsäcken, stärkten uns mit einem Frühstück, schlüpften in unsere Team-Shirts und unternahmen jeder für sich entsprechende Vorbereitungen: Basalraten wurden optimiert, Sport- und Not-BEs verstaut, CGM-Kurven begutachtet und Blutzuckerwerte entsprechend korrigiert.

Ich persönlich war für den letzten Streckenabschnitt eingetragen. Da ich aber ebenfalls schon früh wach war und vor Aufregung eh nicht mehr schlafen konnte, begleitete ich unsere beiden Startläufer Fredrik und Kathi mit an den Startpunkt nach Husum. Pünktlich um 9 fiel der Startschuss und die beiden pesten kurze Zeit später auch schon an mir vorbei.

Stress treibt den Blutzucker in die Höhe

Während der Rest der Läufer nach und nach an ihre Streckenabschnitte gefahren wurde und einige bereits schon wieder auf der Werft eintrudelten, war ich den Tag über damit beschäftigt, meinen Blutzucker in Startposition zu bringen. Generell funktioniert das ganz gut – aber wenn man an einer solchen Veranstaltung teilnimmt, können einem Aufregung und Stress ganz schön die Tour vermasseln; je später es wurde, je näher mein Einsatz rückte, desto mehr schien sich mein Blutzucker in die Höhe zu bewegen.

Dank CGM konnte ich zwar den Zucker gut im Auge behalten, ich konnte ihn aber nicht daran hindern, auf 300 mg/dl (16,7 mmol/l) anzusteigen. Adrenalin und Insulin sind eben keine Blutsbrüder. Aus Erfahrung weiß ich aber: So schnell die Aufregung bei mir kommt, so schnell verschwindet sie wieder.

Und so war es: Kurz vor meinem Start zeigte der Trendpfeil auf dem CGM schon wieder abwärts und so entschied ich mich, völlig auf einen Bolus zu verzichten. Nervös wartete ich also in dem Örtchen Waabs auf meinen Einsatz.

In der Wechselzone: „Hau ab mit dem Teil“

Dann kam Sascha um die Ecke – schnellen Schrittes, aber sichtlich gezeichnet von der Sonne, die es an diesem Tag ziemlich gut mit uns meinte, trabte er in die Wechselzone. Er drückte mir den Staffelstab in die Hand und gab mir noch ein Hau ab mit dem Teil auf den Weg. Das tat ich.

Mein Blutzucker war mittlerweile auf sporttaugliche 170 mg/dl (9,4 mmol/l) gesunken, und so blieb er auch während des gesamten Laufes. Einzig die Sonne machte mir wirklich zu schaffen – mein Getränkevorrat war früher als geplant leer.

Auf den letzten Metern kurz vor dem Ziel im Osteseebad Damp stürmte der Rest des Teams mit auf die Strecke – und wir rannten gemeinsam ins sandige Ziel direkt am Strand. Mit meinem Ziel-Blutzucker von 160 mg/dl (8,9 mmol/l) war ich mehr als zufrieden und froh, dass ich mich auf mein Gefühl, Erfahrung und CGM verlassen konnte und den vorherigen hohen Blutzucker nicht korrigiert hatte. Kurze Zeit später trudelte auch das zweite Powered by Insulin-Team ein.

Geschafft! Ohne großen Zwischenfälle

Geschafft! Ohne nennenswerte Hypos, verlorene Pens oder Insulinpumpen-Ausfälle absolvierte jeder von uns an diesem Tag seinen Streckenabschnitt, so gut er konnte. Zurück auf der Werft ließen wir den Tag Revue passieren, tauschten unsere Erfahrungen aus und füllten unsere Bäuche mit Backkartoffeln und einem köstlichen Spanferkel.

Wir alle waren begeistert vom Lauf – und einige haben sogar richtig Blut geleckt (das tun Diabetiker übrigens öfter). Schon werden Pläne für weitere Teilnahmen an Läufen geschmiedet. Und 2015? Da gehen wir mit Sicherheit auch wieder in Husum an den Start!


von Ilka Gdanietz
E-Mail: mail@mein-diabetes-blog.com

Website: www.mein-diabetes-blog.com

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  • stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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