Sport mit Typ-1-Diabetes? Aber sicher!

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© Dr. Ulrike Becker
Sport mit Typ-1-Diabetes? Aber sicher!

Zum sechsten Mal fand am letzten September-Wochenende das Typ-1-Diabetes- und Sport-Wochenende statt. Organisiert wurde es wie jedes Jahr von einem ehrenamtlichen Team von Diabetes-Experten. An dem Wochenende gab es ein geballtes Sport- und Schulungsprogramm sowie viel Zeit zum persönlichen Austausch.

Sport ist wichtig und gut für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden. Für Menschen mit Typ-1-Diabetes stellt Sport aber auch eine der größten Herausforderungen beim Diabetes-Management dar – durch aerobe Bewegung sinkt der Blutzucker, in Wettkampfsituationen oder bei anaerober Belastung steigt er tendenziell. Nach dem Sport ist der Muskelauffülleffekt zu beachten, der ebenfalls zu niedrigeren Blutzuckerwerten führt. Eine schwierige Gemengelage, aber keine unmögliche. Man muss einfach lernen, damit umzugehen.

Genau hierzu hat ein Team aus der Arbeitsgemeinschaft Diabetes, Sport und Bewegung der DDG vor sechs Jahren (2016) das erste Sport-Wochenende in NRW für Menschen mit Typ-1-Diabetes organisiert. Dieses Jahr fand das sechste Sport-Wochenende statt und war wieder ein voller Erfolg für Teilnehmende wie fürs Organisations-Team, bestehend aus den beiden Diabetologen Dr. Ulrike Becker und Dr. Meinolf Behrens, den Diabetesberaterinnen Gaby Ebbers und Evelyn Langer, sowie Diplom-Sportlehrerin Dagmar Linck, die auch eine Diabetes-Laufgruppe leitet.

Die Wandergruppe vom Samstag bei der Mittagspause. | Foto: Dagmar Linck
Die Mountainbike-Gruppe vom Samstag vor der Abfahrt. | Foto: Martina Otto

Schulungen zu vielen verschiedenen Themen

Auf dem Programm standen Schulungsinhalte zum Thema Dosisanpassung beim Sport (Gaby Ebbers) sowie Ketogene Ernährung bei Typ-1-Diabetes: Topp oder Flopp? (Dr. Mirjam Eiswirth) und natürlich ein buntes Sport-Programm: Frühsport (Gymnastik, Walking, Laufen), Fitnessboxen oder Spielsportarten, Wandern oder Mountainbiken. Für alle Fitnesslevel und -interessen war etwas dabei.

Vor und nach den Sporteinheiten gab es außerdem immer wieder die Gelegenheit zur Besprechung der Glukoseverläufe und Dosisanpassung beim Sport, sowohl mit dem Diabetes-Team als auch untereinander. Mit dabei war auch das studentische Entwickler-Team von Glaice, einer App, deren Ziel es ist, Diabetes-Management-Entscheidungen beim Sport zu unterstützen. Die App ist aktuell noch in der Entwicklung.

Hochkonzentriert bei der Sache: Die Teilnehmenden bei der HIIT-Einheit “Fitnessboxen” am Freitagnachmittag.  | Foto: Dr. Ulrike Becker
Auf der Trainerbank in der Sportschule Hennef sitzen v.l.n.r. Diabetesberaterinnen Gaby Ebbers und Evelyn Langer, Diplom-Sportlehrerin Dagmar Linck, die auch eine Diabetes-Laufgruppe leitet, die Diabetologen Dr. Ulrike Becker und Dr. Meinolf Behrens, sowie Referentin Dr. Mirjam Eiswirth. | Foto: Dr. Mirjam Eiswirth

„Es war toll, in einer Gruppe unterwegs zu sein und Sport zu machen, in der alle sofort Bescheid wissen, wenn ein Sensor piept, und in der ich nicht die Einzige bin, die zwischendurch etwas Zucker-Nachschub braucht“, fasste eine der Teilnehmerinnen zusammen.

Und auf der Seite der stoffwechselgesunden Organisatoren stellten die betreuenden Diabetologen Dr. Ulrike Becker und Dr. Meinolf Behrens fest, dass auch sie viel von den Teilnehmenden mitnehmen können – zum Beispiel, wie verschiedene Menschen mit Typ-1-Diabetes ihre Glukoseverläufe bei unterschiedlicher Belastung managen, wie in der Praxis auch die schönste Theorie bei jedem etwas anders wirkt, und live mitzuerleben, wie motivierend der Austausch und die gegenseitige Unterstützung für alle sind.


von Dr. Mirjam Eiswirth

Mirjam Eiswirth ist promovierte Sprachwissenschaftlerin. Sie lebt seit 1996 mit Diabetes und seit 2008 mit Zöliakie. Sie war tätig als Redakteurin für das Diabetes-Eltern-Journal und hat zwei Bücher veröffentlicht. Heute arbeitet sie als Coach und Referentin.

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 4 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße