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Wellenbrecher mit Diabetes
3 Minuten

Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein – perfektes Schwimmbadwetter. Was gibt es da Schöneres, als mit einem Hechtsprung ins Wasser zu tauchen? Als begeisterte Schwimmer genießen die beiden Diabetiker Marc Stankowitz und Reinhold Korff den Sprung ins kühle Nass natürlich erst recht.
50 Jahre Altersunterschied, eine gemeinsame Leidenschaft
Zwei Generationen oder exakt ein halbes Jahrhundert Altersunterschied trennen die beiden. Die Freude am Schwimmsport und die Diabeteserkrankung aber verbinden den athletischen Sportler Marc Stankowitz und den Ausdauersportler Reinhold Korff.
Marc Stankowitz: gute Stoffwechselführung auch im Wasser
Marc Stankowitz ist seit seinem 10. Lebensjahr an Typ-1-Diabetes erkrankt. Sein Hobby hat er mit seiner Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe praktisch zum Beruf gemacht. Hobby und Job halten ihn fit. Beim Schwimmen und im verantwortungsvollen Job gilt es natürlich, unbedingt Unterzuckerungen zu vermeiden.
“Eigentlich bereitet mir die Stoffwechselführung beim Schwimmen und bei der Arbeit keine Probleme”, so der sympathische Sportler. Marc Stankowitz weiß natürlich aus seiner jahrelangen Erfahrung genau, wie er seine intensivierte Insulintherapie anpassen muss – vor allem in Abhängigkeit von Trainingsumfang und der gewählten Trainingsintensität.
“Zuletzt habe ich allerdings mehr im Babybecken trainiert”, schmunzelt der junge Familienvater: Marc Stankowitz hat im Moment Elternzeit und geht mit seiner 1-jährigen Tochter Aurelia regelmäßig zum Babyschwimmen. Der Vater begeisterter Schwimmer und zudem noch Fachangestellter für Bäderbetriebe – was steht da der Schwimmkarriere der kleinen Aurelia noch entgegen?
Reinhold Korff: fast täglich mindestens 400 Meter schwimmen
Lange ist es her, dass der 82-jährige Reinhold Korff seinen zwei Kindern das Schwimmen beigebracht hat, selbst die Enkelkinder sind schon erwachsen. Über 20 Jahre ist der rüstige Pensionär in der DLRG aktiv gewesen. Zudem hat er lange Jahre aktiv Fußball gespielt und ist regelmäßig Rad gefahren. Seit 2002 ist ein Typ-2-Diabetes bekannt, der ihn aber nur wenig einschränkt.
Das Insulin Lantus spritzt er in fester Dosis, zu den Mahlzeiten nimmt er das kurzwirksame Sulfonylharnstoffanalogon Repaglinid ein. “Die Repaglinid-Dosis passe ich entsprechend der geplanten Aktivität an”, so Korff. Mehr Probleme bereitet ihm im Alltag schon die vorliegende Herzmuskelschwäche.
Umso eindrucksvoller liest sich Reinhold Korffs Trainingstagebuch: An 253 Tagen ist er im letzten Jahr ins Wasser gesprungen und ist seine Bahnen im Hallen- oder Freibad geschwommen – mindestens 400 Meter an den einzelnen Tagen. “Um etwa 80 mg/dl fällt der Blutzucker nach dem Schwimmen”, weiß Reinhold Korff um die gute blutzuckersenkende Wirkung seines Trainingsprogramms.
Der eine Brust, der andere Schmetterling
Kraft, Ausdauer und Koordination sind beim Schwimmen in erster Linie gefragt. Während Reinhold Korff ruhigeres Brustschwimmen bevorzugt, ist das Schmetterlingsschwimmen die Paradedisziplin von Marc Stankowitz. Mit seinen kräftigen Arm- und Beinbewegungen setzt der 32-jährige Athlet das Wasser wie ein Orkan in Bewegung.
So unterschiedlich die Schwimmstile der beiden sind – beide profitieren auf ihre Art gesundheitlich vom Schwimmen. Und Spaß und Freude bereitet es ihnen natürlich auch – nicht nur bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein im Sommer.
Fitness-Tipps
Seepferdchen für alle
Immer weniger Kinder in Deutschland können schwimmen. Nach Statistiken der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) lernt nur noch jedes zweite Kind unter 10 Jahren schwimmen. Damit sich an der dramatischen Situation etwas ändert, bieten DLRG und NIVEA eine kostenlose Rettungsschwimmausbildung und Fortbildung für pädagogische Fachkräfte an.
Ziel des Projekts ist es, die Anzahl potentieller Ausbilder zu vergrößern, um so mehr Kinder an das Wasser zu gewöhnen und zum Schwimmenlernen zu bringen.
Weitere Infos gibt es unter: www.dsg.dlrg.de
Schwimmen und Wassergymnastik auf Rezept
Wassergymnastik und Schwimmen können Menschen mit Diabetes auch als Rehabilitationssport zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnet werden. Der Rehabilitationssport findet in speziell anerkannten Gruppen statt.
In der Regel wird eine Anzahl von 50 Übungseinheiten für einen Zeitraum von 18 Monaten verordnet. Mittels Datenbanken der einzelnen Behindertensportverbände können Sie sich im Internet über anerkannte Gruppen in Ihrer Nähe informieren: www.diabetes-sport.de
Auftrieb nutzen – Gelenke schonen
Ob Aquagymnastik, Aquacycling, Aquawalking oder -jogging – der Vielfalt und Kreativität des Trainings im Wasser sind keine Grenzen gesetzt. Der Auftrieb des Wassers verringert das Körpergewicht um bis zu 90 Prozent und entlastet somit Gelenke, Bänder und Sehnen. Sowohl Ausdauer wie auch Kraft werden wegen des Widerstandes des Wassers sehr effektiv trainiert.
Speziell für Aquagymnastik und -walking findet man zudem auch reichlich Kursangebote für Nichtschwimmer. Also – warum nicht einfach mal etwas Neues testen?
von Dr. Meinolf Behrens
Diabetologe DDG, Facharzt für Sportmedizin und Ernährungsmedizin, Diabeteszentrum Minden
Kontakt:
Bismarckstraße 43, 32427 Minden, Telefon 0571-840999, E-Mail: mb@diabetes-minden.de
, Internet: www.diabetes-minden.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (8) Seite 78-79
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße