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82. ADA-Jahrestagung: Neue Behandlungsmethoden am Horizont
3 Minuten

Die Jahrestagung der Amerikanischen Diabetes Gesellschaft (American Diabetes Association, ADA) ist die wichtigste Diabetestagung des Jahres. Waren es vor Corona in der Regel mehr als 15.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern, die zum ADA pilgerten, kamen diesmal nur die Hälfte nach New Orleans. Viele hatten sich entschieden, der Tagung vor dem heimischen Computer beizuwohnen. Denn der Kongress fand zum ersten Mal als “Hybridveranstaltung” mit Teilnahmemöglichkeiten sowohl in Präsenz als auch Online statt. Eindrucksvoll war dabei, dass trotz Corona unverändert eine Vielzahl von Studienergebnissen zu neuen Behandlungsmethoden präsentiert werden konnte.
Die meistdiskutierte Studie betraf das einmal wöchentlich per subkutaner Gabe zu verabreichende Medikament Tirzepatid (Markenname Mounjaro). Durch eine gleichzeitige Beeinflussung von zwei Stoffwechselwegen (“dualer Inkretin-Agonist”) wird die Nahrungsaufnahme verringert und der Energieumsatz gesteigert. Das kann zu großen Erfolgen in der Gewichtsreduktion führen, der Effekt ist ähnlich groß wie bei einem Magenbypass.
Im 72-wöchigen Studienzeitraum hatten über 90 Prozent der Probanden einen Gewichtsverlust von 5 Prozent oder mehr gegenüber dem Ausgangsgewicht. Die durchschnittliche Rate der Gewichtsabnahme bei den 630 Personen, die die höchste Tirzepatid-Dosis erhielten, lag über 20 kg. Die europäische Zulassungsbehörde empfahl Ende Juli 2022 die Zulassung des Medikaments zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Es bleibt abzuwarten, wann Tirzepatid auch in Deutschland erhältlich ist. Und ob es dann auch zur Behandlung von Übergewicht oder bei Jugendlichen verschrieben werden darf.
Fördert Übergewicht die Entstehung von Typ-1-Diabetes?
Das Thema Übergewicht scheint auch für Jugendliche mit Typ-1-Diabetes-Risiko wichtig zu sein. Es wurden neuen Daten von israelischen Militärrekruten präsentiert, die über ein Jahrzehnt lang beobachtet wurden. Sie deuten darauf hin, dass Fettleibigkeit sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes eine ursächliche Rolle spielt. Die Studie umfasste 1.426.362 17-Jährige (834.050 Männer und 592.312 Frauen), die sich ab Januar 1996 vor der Einberufung zum Militär einer medizinischen Untersuchung unterzogen und dabei keinen Diabetes hatten. Die Daten wurden mit Informationen über Typ-1-Diabetes im Erwachsenenalter aus dem israelischen nationalen Diabetesregister verknüpft.
Insgesamt wurden während des Studienzeitraums 777 Fälle von Typ-1-Diabetes registriert. Dabei zeigte sich: Jeder Anstieg des Körpermasseindex (BMI) um 5 Einheiten entsprach einer um 35 Prozent höheren Inzidenz von Typ-1-Diabetes. Die neuen Forschungsergebnisse legen nahe, dass Fettleibigkeit in der Jugend mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Typ-1-Diabetes im Erwachsenenalter verbunden ist. “Für Menschen, die ein hohes Risiko haben, an Typ-1-Diabetes zu erkranken, unterstreichen diese Ergebnisse, wie wichtig es ist, ein normales Gewicht zu halten”, sagte Professor Gilad Twig vom Sheba Medical Center in Israel.
Zulassungsstudie des “Bionic Pancreas”
Automatisierte Insulinverabreichungssysteme (AID) bestehen aus einer Insulinpumpe, einem kontinuierlichen Blutzuckermessgerät (CGM) und einem Softwarealgorithmus, der die beiden Geräte miteinander verbindet. Viel Hype gibt es schon seit einiger Zeit um das System iLet Bionic Pancreas (Beta Bionics), welches eine gleichzeitige Abgabe von Insulin und Glukagon in einer Pumpe möglich machen soll. Dadurch soll das Risiko einer Unterzuckerung reduziert und eine Eingabe der Mahlzeit-Kohlenhydrate überflüssig werden.
Ergebnisse des Insulin-Only Bionic Pancreas Pivotal Trial wurden beim ADA vorgestellt. Allerdings ist die Glucagon-Abgabe noch in der Entwicklung. “Es wurden keine Probleme festgestellt, aber es müssen noch viel mehr Daten gesammelt werden, die nicht nur zeigen, dass das Gerät funktioniert, sondern auch, dass das täglich verabreichte Glucagon sicher ist”, erklärte Prof. Steve Russell vom Massachusetts General Hospital, Boston, USA.
Effektiv auch bei Minderheiten und hohem Ausgangs-HbA1c
An der Studie mit 16 Zentren nahmen insgesamt 440 Erwachsene und Kinder ab einem Alter von 6 Jahren mit Typ-1-Diabetes teil. Beim iLet müssen die Nutzer nur ihr Körpergewicht eingeben, um das System zu initialisieren und die Mahlzeiten, ohne die Kohlenhydrate genau zu zählen, in drei Mengenstufen angeben.
Insgesamt waren die Verbesserungen des HbA1c bei Personen mit höheren Ausgangswerten größer und wurden in allen ethnischen und sozioökonomischen Gruppen und Bildungsschichten beobachtet. Bei den 165 pädiatrischen Probanden zeigte sich eine HbA1c-Senkung mit iLet von 8,1 auf 7,5 Prozent. Die Auswertung der 114 Erwachsenen, die Fiasp im Vergleich zu Humalog oder Novorapid verwendeten, zeigte keine Unterschiede beim HbA1c.
Weiter Hoffnung bei Stammzellen
Auch die neusten Daten zur Behandlung mit den Stammzell-Inseln (VX-880) von Vertex Pharmaceutical (siehe Diabetes-Eltern Journal 1/2022) wurden präsentiert. Der erste Patient, ein 64-jähriger Mann, der seit mehr als 40 Jahren Typ-1-Diabetes hat, ist neun Monate nach der Transplantation mit einen HbA1c-Wert im Normalbereich völlig insulinunabhängig. Eine zweite, 35-jährige Patientin, die seit 11 Jahren Typ-1-Diabetes hat, konnte ihren Insulinverbrauch um 30 Prozent reduzieren. Ihre Zeit im Zielbereich hat sich 5 Monate nach der Transplantation bereits deutlich verlängert.
Beide Patienten erhielten nur die Hälfte der angestrebten VX-880-Dosis. Gegenwärtig überwiegt das Risiko der notwendigen Unterdrückung des Immunsystems im Allgemeinen den potenziellen Nutzen für die meisten Menschen mit Typ-1-Diabetes, die mit der Insulinbehandlung einigermaßen gut zurechtkommen. An diesen Beispielen sieht man jedoch die vielen kleinen und großen Fortschritte in der Diabetesforschung, die auf den 83. ADA-Kongress im Juni 2023 gespannt machen.
von Prof. Dr. med. Thomas Danne
Prof. Dr. med. Thomas Danne ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Diabetologe. Er war Chefarzt der Klinik für Pädiatrische Diabetologie am Kinderkrankenhaus Auf der Bult (Hannover) und ist seit April 2024 Chief Medical Officer International bei Breakthrough T1D. Er hat über 300 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2023; 13 (3) Seite 6-7
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uho1 postete ein Update vor 5 Stunden, 44 Minuten
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute- calvin240 antwortete vor 5 Stunden, 32 Minuten
Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße
123novesia postete ein Update vor 2 Tagen, 2 Stunden
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 1 Tag, 4 Stunden
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]




