- Aus der Community
Abstill-Lambada mit Diabetes
3 Minuten

Das Stillen des eigenen Babys ist eine sehr intime und wundervolle Art, sein Kind zu ernähren. Doch irgendwann ist die Stillzeit vorbei. Das Baby bekommt dann nicht mehr die Brust der Mutter und ernährt sich von außen. Wie lange man stillt, ist dabei von Baby zu Baby und von Mutter zu Mutter sehr unterschiedlich.
Ich habe meine Tochter bis zum 16. Monat gestillt. Ich gehörte damit zu den Langzeitstillerinnen. Es war eine wundervolle Zeit, die ich nicht missen möchte! Und auch medizinische Gründe sprechen dafür, sein Kind länger zu stillen. Das Brust- und Eierstockkrebsrisiko nimmt mit der Dauer des Stillens immer mehr ab. Auch das Osteoporose-Risiko sinkt durch langes Stillen. Studien haben bewiesen, dass Kinder, die länger als sechs Monate gestillt wurden, später weniger an Diabetes! und an Mittelohrentzündungen leiden. Es gibt also viele Argumente, die das Gefühl, lange stillen zu wollen, untermauern.
Wie aber funktionierte das Abstillen bei mir?
Müttern fällt der Abschied vom Stillen nicht immer leicht. Auch ich konnte mich lange nicht dazu überwinden. Mich machte der Gedanke des Abstillens unheimlich traurig! Immerhin waren meine Tochter und ich durch das Stillen einzigartig miteinander stark verbunden. Nur allein durch mich, die Mutter, konnte mein Baby existieren. Ein unbeschreibliches Gefühl, das durch das Abstillen beendet werden sollte … Nachdem dann jedoch einige meiner besten Freundinnen die Stillbeziehung zu ihrem Kind beendeten, entschied ich mich spontan, damit zu beginnen. Ich fasste den Entschluss an einem Abend. Ich hatte sonst meine Tochter auf der Couch gestillt und sie im Anschluss in ihr Bett gebracht. Ich änderte nun das Muster.
Ich setzte meine Tochter in ihr Bett und sagte: „Jetzt ist Schluss mit Stillen!“ Daraufhin schob ich ihr Kinderbett, was bis jetzt immer noch im Elternschlafzimmer stand, hinaus in das Kinderzimmer meiner Tochter. Meine Tochter und ich weinten zusammen. Ich nahm sie dann fest in meine Arme und wir kuschelten sehr, sehr lange, bis sie einschlief. Ich verbrachte die ganze Nacht im Kinderzimmer meiner Tochter mit wenig Schlaf.
Natürliche Hilfsmittel
Den folgenden Tag hatte ich durch das fehlende Stillen ein unheimliches Ziehen in der Brust. Mein Busen fühlte sich an wie ein Ballon und schmerzte furchtbar. Die Schmerzen wurden so schlimm, dass ich meine Tochter gegen Abend nochmals an meinen Busen holte. Dann setzte ich jedoch homöopathische Hilfsmittel ein. Ich trank an den kommenden Tagen mehrere Tassen Pfefferminz- und Salbeitee, die beim Abstillen von den Hebammen empfohlen werden. Zudem legte ich mich in die Badewanne und strich die Milch aus meiner Brust heraus. Zusätzlich trug ich enge BHs. Auch Quarkkompressen können bei einer gestauten und entzündeten Brust wahre Wunder bewirken. Mein persönliches Abstill-Prozedere dauerte über mehrere Tage. Ein bisschen Wehmut bestand während dieser Zeit immer noch, aber zusammen mit meiner Tochter war das schnell vergessen.
Veränderte Bolus-Einstellungen
Nach dem Abstillen veränderte sich nichts in meinem Tagesrhythmus. Ich mache immer noch regelmäßig meine sportlichen Touren und esse regelmäßig. Mein Blutzuckerspiegel stieg jedoch nach dem Abstillen nach jeder Mahlzeit leicht in die Höhe. Ich erhöhte daraufhin meine Bolus-Einstellungen. Statt vorher 0,8 E pro BE spritze ich nun 1-1,2 E pro BE. Meine Basalrate veränderte ich nicht. Bei meiner letzten Untersuchung in der Klinik betrug mein HbA1c 6,4 %. Das Abstillen ist also gut gelungen!
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Eltern und Kind

4 Minuten
- Aus der Community

7 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt postete ein Update vor 31 Minuten
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?








Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße