Daten sammeln – mehr wissen – etwas bewegen

2 Minuten

© vectorfusionart | Marina Zlochin – AdobeStock
Daten sammeln – mehr wissen – etwas bewegen

Die Daten von über 92.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Diabetes fließen derzeit ins DPV-Register ein; seit 25 Jahren arbeitet die DPV-Initiative daran, die Daten zu sammeln und zu analysieren. Was lässt sich aus dieser großen Datensammlung herauslesen?

Seit 1995 gibt es das DPV-Register (DPV: Diabetes-Patienten-Verlaufskontrolle). Fast alle pädiatrischen und viele internistische Diabeteszentren aus Deutschland und Österreich beteiligen sich daran, sodass über die aktuelle Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes – aber auch über Veränderungen in den letzten 25 Jahren – ein sehr zuverlässiges Bild besteht.

Einstellung hat sich verbessert

Seit nunmehr 25 Jahren besteht mit dem DPV-Register für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine bundesweite Initiative zur Qualitätssicherung, die individuelle Patientendaten wie Geschlecht, Manifestationsalter und Diabetestyp erfasst. „Durch diese Datensammlung von inzwischen über 92.000 Kindern und Jugendlichen konnten wir über die Jahre insgesamt eine Verbesserung in der Stoffwechseleinstellung der Patientinnen und Patienten feststellen“, bilanziert der Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Prof. Reinhard Holl.

Gesundheitsbericht Diabetes 2021
Alle aktuellen Ergebnisse aus dem DPV-Register können Sie im Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2021 nachlesen. Die gedruckte Version erhalten Sie im www.kirchheim-shop.de

Insgesamt liegt in Deutschland eine gute medizinische Versorgungslage vor, und die Therapieergebnisse haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Eine wichtige Entwicklung der vergangenen Jahre war der Einzug neuer Technologien: Während für das Behandlungsjahr 2015 noch bei 932 Kindern und Jugendlichen eine sensorunterstützte Pumpentherapie (SUP) dokumentiert war, waren es drei Jahre später bereits 10 180 Patientinnen und Patienten.

„Aber nicht alles wird besser“

„Aber nicht alles wird besser: Die Zahl gefährlicher Stoffwechselentgleisungen mit diabetischer Ketoazidose hat leider nicht abgenommen“, erklärt Holl, Leiter der Arbeitsgruppe Computergestütztes Qualitätsmanagement in der Medizin im epidemiologischen Institut der Universität Ulm. Noch immer besteht bei jedem fünften Patienten bei Diagnosestellung eine diabetische Ketoazidose. „Höchste Priorität hat daher die Früherkennung: Vermehrtes Trinken, häufiges Wasserlassen und Gewichtsabnahme sind die ersten Anzeichen einer Diabeteserkrankung“, erklärt Prof. Andreas Neu, Vizepräsident der DDG.

Das DPV-Register

Am DPV-Register beteiligen sich derzeit 283 pädiatrische und 205 internistische Einrichtungen. Insgesamt sind mittlerweile knapp 650.000 Menschen mit Diabetes erfasst. Auch regionale Unterschiede sind durch die DPV-Datenerfassung abbildbar. Unter den 16 Bundesländern schwankt beispielsweise die Stoffwechseleinstellung bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes zwischen 7,5 Prozent und 8,4 Prozent. Schwere Unterzuckerungen treten je nach Bundesland bis zu 3,5-mal häufiger auf.


von Redaktion
Diabetes-Eltern-Journal, Kirchheim-Verlag,
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14, 55130 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-online.de

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2020; 12 (4) Seite 5

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Selbsthilfe warnt und fordert Maßnahmen: Wie Zucker Körper, Gehirn und Psyche zugleich belastet

Zucker wirkt weit über den Stoffwechsel hinaus: Zu viel davon belastet den gesamten Körper inklusive Gehirn und Psyche. Folge können Volkskrankheiten wie Diabetes, Depression und Demenz sein. Die organisierte Diabetes-Selbsthilfe und Patientenvertretung warnt vor den Folgen von zu hohem Zuckerkonsum und fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Prävention.
Diabetes-Selbsthilfe warnt und fordert Maßnahmen: Wie Zucker Körper, Gehirn und Psyche zugleich belastet | Foto: olga_demina - stock.adobe.com

3 Minuten

Die Dialetics xAlps 2026: Jetzt bewerben für das Outdoor-Abenteuer durch die Alpen mit Diabetes

Im Rahmen der Dialetics xAlps 2026 geht es für Menschen mit Diabetes erneut über die Alpen: Anfang Juli wartet eine 130 Kilometer lange Route mit 7.000 Höhenmetern, Hüttenübernachtungen und alpinem Gelände. Die Bewerbung läuft bis zum 28. Februar – acht Plätze stehen bereit.
Die Dialetics xAlps 2026: Jetzt bewerben für das Outdoor-Abenteuer durch die Alpen mit Diabetes | Foto: Mike Fuchs

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

Verbände