- Eltern und Kind
DELFIN: Trainingsprogramm für Eltern von Kindern mit Diabetes
2 Minuten
Eine vertrauensvolle Eltern-Kind-Beziehung und ein ausgeglichenes Familienleben zählen neben einer sachgerechten Therapie zu den Erfolgsrezepten für ein langes, gutes Leben von Kindern mit Typ-1-Diabetes. Das strukturierte Trainingsprogramm DELFIN vermittelt Eltern grundlegende Erziehungs- und Kommunikationsstrategien. Praktische Lösungsansätze helfen dabei, typische Familienkonflikte rund um Diabetes und seine Behandlung zu bewältigen. Auch können Inhalte des Programms von Praxisteams gezielt zur Beratung von Eltern genutzt werden.
Diagnose Diabetes: Eine Herausforderung für alle Beteiligten
Die Diagnose Typ-1-Diabetes beim eigenen Kind stellt Eltern vor unerwartete Herausforderungen. „Eine solche Nachricht stellt für Mutter und Vater immer eine hohe emotionale Belastung dar“, führte Prof. Karin Lange, Psychologin, Medizinische Hochschule Hannover, den Zuhörern vor Augen. Umso wichtiger sei es, Eltern auf das veränderte Familienleben vorzubereiten und sie darin zu unterstützen, sich nicht vom Diabetes beherrschen zu lassen, sondern ihn Schritt für Schritt selbst zu beherrschen.
„Auch alle Mitglieder von Diabetesteams stehen vor einer großen Herausforderung: Sie müssen einerseits die Ernsthaftigkeit der Krankheit vermitteln, andererseits Hoffnung und ein Gefühl von ‚Wir schaffen das!‘ geben. DELFIN kann in einem solchen Gespräch wertvolle Unterstützung liefern“, erklärte Lange, die an der Entwicklung des Trainingsprogramms beteiligt war.
Mehr als Mutter oder Vater sein
Das strukturierte Elternprogramm DELFIN wurde von der Medizinischen Hochschule Hannover mit Unterstützung der Berlin-Chemie AG entwickelt und steht seit 2015 zur Verfügung. Es befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Aufbau einer vertrauensvollen Eltern-Kind-Beziehung, die laut Lange die Voraussetzung für eine erfolgreiche Diabetestherapie ist. Eltern von Kindern mit Diabetes sind nicht nur Mutter oder Vater, sie müssen auch Therapeut und Mentor sein und damit vielen Anforderungen gerecht werden.
Kompetenzen stärken – familiären Stress reduzieren
Hinzu kommen die typischen Herausforderungen der verschiedenen Altersklassen. Eltern üben im DELFIN-Training deshalb praktisch, wie sie ihr Kind positiv unterstützen, ihm aber auch altersgemäß Regeln vermitteln und Grenzen setzen können. „Ein zweijähriges Kind beispielsweise versteht noch nicht viel von seiner Erkrankung. Deshalb ist es normal, wenn es sich bei Blutentnahmen und Injektionen widersetzt. Das erzeugt oft Stress, Schuldgefühle und Mitleid bei Eltern“, so Lange. DELFIN bietet deshalb auch Hilfe im Umgang mit Schuldgefühlen und Frustrationen seitens der Eltern und vermittelt beispielsweise, wie das Blutzuckermessen positiv in den Alltag integriert werden kann.
„Ein zehnjähriges Kind hingegen wird bei seiner Diabetesbehandlung schnell über- und manchmal unterfordert. Hier ist wichtig, dass Eltern einschätzen können, was ein Kind technisch bereits gut kann. Gleichzeitig sollten sie wissen, dass ein Kind bis weit in die Pubertät mit der ständigen Verantwortung für seinen Stoffwechsel noch überfordert ist“, erläuterte Lange.
Studie bestätigt Nutzen
Eine Evaluationsstudie zeigte, dass Eltern von DELFIN vielfältig profitieren. Gestärkte Elternkompetenzen halfen im Umgang mit Problemen und reduzierten familiären Stress. Die betroffenen Kinder zeigten sich bezüglich der Therapieaufgaben kooperativer und auch klinisch ließ sich ein positiver Effekt beobachten: der HbA1c blieb in der DELFIN-Gruppe stabil, in der Kontrollgruppe stiegen die Werte leicht an [1].
Literatur:
[1] Saßmann H et al. BMC Pediatrics 2012;12:152.
Quelle: Pressemitteilung der Berlin-Chemie AG
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?-
ole-t1 antwortete vor 5 Tagen, 20 Stunden
Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
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ole-t1 antwortete vor 5 Tagen, 20 Stunden
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
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schorschlinger antwortete vor 5 Tagen, 17 Stunden
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
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hexle antwortete vor 4 Tagen, 16 Stunden
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
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hexle antwortete vor 4 Tagen, 16 Stunden
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen, 2 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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