Diabetes, der ständige Begleiter

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Diabetes, der ständige Begleiter

Acht Jahre ist es nun her, dass Lucas Diabetes diagnostiziert wurde. Sein Vater Michael Denkinger wirkft einen Blick zurück und beschreibt die Entwicklung, die Luca seitdem im Umgang mit der Erkankung genommen hat.

Seit acht Jahren ist der Diabetes mellitus Lucas ständiger Begleiter. Den Tag der Diagnose, den 19. Mai 2008, werden wir als Familie nie vergessen, den ersten Blutzuckerwert im Klinikum erst recht nicht: 900 mg/dl (50mmol/l)! Dass Luca bei diesem Wert seinerzeit nicht ins Koma gefallen, sondern an jenem Montag weinend und schimpfend zur Untersuchung ins Krankenhaus spaziert ist, grenzte – so wissen wir heute – beinahe an ein Wunder.

Nach der Diagnose: Elternzeit für Bruder Timo ein Glücksfall

Diabetes!? Die Diagnose war damals ein Schock für uns, weil wir zunächst überhaupt nicht wussten, was auf unseren Sohn und uns zukommt. Ein Glücksfall und rückblickend die vielleicht beste berufliche Entscheidung, die ich bisher getroffen habe, war die Beantragung einer mehrmonatigen Elternzeit. Für eine Auszeit vom Beruf hatte ich mich schon mehrere Wochen vor Lucas Diabetesmanifestation entschieden, um meiner Frau nach der Geburt unseres dritten Kindes Timo im Alltag stärker zur Hand zu gehen und gemeinsam mehr Zeit mit unseren drei Kindern zu verbringen.

Der Ausstieg aus dem Hamsterrad eines Zeitungsverlags half uns sehr, unseren damals vierjährigen Sohn dabei zu unterstützen, den Diabetes zu akzeptieren und in den Alltag zu integrieren. Es blieb zudem genügend Zeit für Baby Timo und Erstklässlerin Angelina. Die Familienausflüge fanden also wie geplant statt, lediglich unter anderen Vorzeichen.

Wegen Fußball: von der Pumpe zurück zum Pen

2008 versorgten wir Luca per Spritze mit Insulin, im Alter von fünf Jahren therapierte er sich bereits selbst. “Ich freue mich schon darauf, wenn ich das alleine machen kann”, sagte unser Sohn nicht einmal eine Woche nach der Diagnose. Motiviert hatte ihn damals ein 14-jähriger Junge mit Diabetes, der im selben Krankenzimmer lag. Wenig später ersetzten wir die Spritze durch zwei Pens in leuchtenden Farben, 2013 entschieden wir uns in Absprache mit Luca für eine Pumpentherapie. Seit bald zwei Jahren therapiert sich der begeisterte Fußballer wieder mit dem Pen.

Die zahlreichen Trainingseinheiten hatten die Insulintherapie per Pumpe erschwert, weil der Katheter der Pumpe beim Fußballspielen nach Zweikämpfen häufig knickte und die Insulinzufuhr dadurch unterbrochen wurde. Was mehrere Stunden ohne Insulinzufuhr bedeuten können, führte uns Lucas schwere Ketoazidose vor Augen, die er nach einer Übernachtung in der Schule bekam. Für Luca unbemerkt hatte sich erneut der Katheter gelöst und die dringend notwendige Versorgung mit Insulin war gestoppt.

“Ein Leben ohne Diabetes nicht mehr vorstellbar”

Derzeit ist Luca sehr zufrieden damit, dass er sein Diabetes-Management selbst in der Hand hat. Am medizinischen Fortschritt ist der Gymnasiast allerdings sehr interessiert. Wir sprechen über kontinuierliche Glukosemessung (CGM), “künstliche Bauchspeicheldrüsen” und natürlich nach wie vor über Insulinpumpen – womöglich ist das für ihn eines Tages doch wieder ein Thema.

Bemerkenswert ist auch, wie offen er mit seinem Handicap mittlerweile umgeht: Jüngst hielt er in der Schule ein Referat zum Thema Diabetes mellitus, die Erkrankung, die seit acht Jahren sein Leben mitbestimmt. Ein Problem hat er damit schon lange nicht mehr. Luca sagt sogar: “Ein Leben ohne Diabetes kann ich mir eigentlich gar nicht mehr vorstellen”.

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von Michael Denkinger
Michael Denkinger (45) lebt mit seiner Familie in Memmingen und hat drei Kinder: Luca (12 Jahre), Angelina (15) und Timo (8). Er ist Inhaber der PR-Agentur Denkinger Kommunikation.

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2016; 9 (1) Seite 34

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 2 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Tag, 19 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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