- Aus der Community
Die Last mit dem Tagebuch
2 Minuten

Führt Luca sein Tagebuch, sind auch die Blutzuckerwerte gut … doch es ist gar nicht so leicht, ihn dazu zu bringen, berichtet sein Vater.
„Mach es gleich, dann ist es erledigt.“ „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Es gibt Aussprüche, die Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene häufiger zu hören bekommen als andere. Diese beide gehören garantiert dazu. Wer in seinem Leben jemals eine Berufsausbildung absolviert hat und angehalten war, seinem Arbeitgeber regelmäßig ein Berichtsheft vorzulegen, erinnert sich sicher gut an den Hinweis „Mach es gleich!“ und das Gefühl, mehrere Monate in Verzug zu sein.
Laxe Tagebuch-Disziplin
Luca kennt dieses Gefühl auch. Seit er eine Insulinpumpe trägt und mit flinken Fingern seinen Blutzucker misst, Insulin abgibt und sich über seine Mahlzeiten hermacht, hat sein Blutzuckertagebuch Berichtsheft-Status erreicht. Dokumentiert wird frei nach dem Motto: Ich trage ein, wenn ich daran denke. „Also nie!“, würde meine Frau jetzt sagen und hätte wieder einmal recht.
Die akribische Dokumentation seiner Blutzuckerwerte nervt Luca, das sieht man ihm deutlich an. Und doch hat er mittlerweile gemerkt, dass sich die (In-)Konsequenz, mit der er sein Tagebuch führt, häufig auf seinen Blutzuckerwert übertragen lässt. Dokumentiert er, sind die Werte gut, dokumentiert er nicht, sind die Werte eher schlecht.
„Das mach‘ ich dann am Wochenende!“
Eine Unterhaltung von neulich macht es deutlich: „Luca, was hattest du gestern und vorgestern Abend für einen Wert?“, fragte meine Frau. Luca: „Weiß ich nicht.“ Meine Frau: „Wir müssen die Insulinpumpe neu programmieren und die Abgabe des Insulins verändern, also schau doch mal bitte im Blutzuckertagebuch nach.“ Luca: „Hm. Komisch, da steht ja gar nichts drin.“ Meine Frau: „Aber du solltest doch eintragen!“ Luca: „Ja, hab‘ ich auch, aber einige Tage fehlen halt noch. Das mach‘ ich dann am Wochenende!“
Der Blick in den Computerspeicher der Insulinpumpe bestätigte die Vermutung: 225 mg/dl und 266 mg/dl (12,5 mmol/l und 14,8 mmol/l) – die verlangten Werte waren zu hoch.
Blutzuckertagebuch nicht spießig, sondern hilfreich
Dass Luca die Selbstständigkeit genießt, die ihm die Insulinpumpe erlaubt, und dass er das alltägliche digitale Diabetes-Management mit dem Mini-Computer ebenso beherrscht wie den raschen Wechsel seines Pods, darüber haben wir an dieser Stelle bereits berichtet. Die akribische Fortführung des Blutzuckertagebuchs hat darunter zuletzt allerdings sehr gelitten. Unser Sohn muss lernen, die Dokumentation der Blutzuckerwerte wieder in seinen Alltag zu integrieren und sich klarmachen, dass das Führen eines Blutzuckertagebuchs nicht spießig, sondern hilfreich ist.
Die regelmäßigen Untersuchungen in der Kinderklinik untermauern das deutlich. Ein sauber geführtes Tagebuch mit diversen Anmerkungen oder Hinweisen zu Uhrzeiten, zur Nahrungsaufnahme oder körperlicher Betätigung ist für den behandelnden Arzt eine große Hilfe und für eine erfolgreiche Diabetestherapie von zentraler Bedeutung. Denn es kommt eben nicht nur auf den isoliert betrachteten Wert an, sondern eben auch auf die Bedingungen, unter denen der Wert zustande kam. Analog lässt sich das in der Praxis für einen Zehnjährigen derzeit einfacher dokumentieren als digital.
Wunsch: Rund-um-Applikation
Sollte es eines Tages eine Rund-um-Applikation für mobile Endgeräte geben, die Werte-, Notiz- und Pfeil-Erklärungs-Management per Klick nach Vorstellung bearbeitet, – wir hätten Interesse. Von einem digitalen Diabetes-Management, das sich nur mit dem Primus aller Smartphones umsetzen und verwalten lässt, halten wir nichts.
Im Kommentarbereich unterhalb der Kolumne können Sie das Gelesene kommentieren, eigene Erfahrungen schildern, mitreden …
von Michael Denkinger
Michael Denkinger (43) lebt mit seiner Familie nahe Memmingen und hat drei Kinder: Luca (10 Jahre), Angelina (13) und Timo (6). Er ist Inhaber der PR-Agentur Denkinger Kommunikation.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2014; 7 (1) Seite 32
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olivers postete ein Update vor 2 Tagen, 8 Stunden
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliverzojou96 postete ein Update vor 3 Tagen, 10 Stunden
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂
darktear postete ein Update vor 4 Tagen, 1 Stunde
Hallo,
hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁LG Sandra





Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
Gruß Oliver
@olivers: Haben wir alles gemacht und hat dennoch nicht geholfen 🙁
Wir haben auch spezielle Pflaster zum drauf kleben,aber die machen keine Probleme.
Nun sollten bis mitte nächster Woche die neuen Sensoren kommen und ich hoffe es klappt dann mal ohne Probleme
Gruß Sandra