Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Alkohol? So findet Leonie ihren Weg

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Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Alkohol? So findet Leonie ihren Weg

Leonie wird im Teenager-Alter immer selbstständiger. Auf Partys von ihren Freundinnen und Klassenkameraden, die ihren 16. Geburtstag feiern, wird jetzt auch mit Alkohol angestoßen. Kathy schreibt im Brief an Nadine, wie die Familie gerade gemeinsam versucht, den bestmöglichen Weg im Umgang damit herausfinden.

Liebe Nadine,

Leonie ist nun 15, und viele ihrer Freundinnen und Klassenkameraden feiern nach und nach ihren 16. Geburtstag. Das ist für viele Kids ein ganz besonderer Geburtstag, der gebührend gefeiert wird – meist das erste Mal feucht-fröhlich, also mit Alkohol (natürlich in Maßen).

Nadine, für uns ist das, wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, eine ganz neue, teilweise sehr anstrengende Zeit. Denn Alkohol und Diabetes, das ist nicht unbedingt die beste Kombination, und für uns sind diese Partys deshalb immer eine Herausforderung.

Wie du weißt, kann es bei Diabetes zu einer durch den Alkohol bedingten starken Unterzuckerung kommen. Deshalb haben wir mit Leonie über die möglichen Gefahren gesprochen und mit ihr ein paar Abmachungen ausgehandelt. So muss sie uns immer sagen, wenn sie mehr als ein Glas Wein, Bier etc. getrunken hat. Ist das der Fall, darf sie (vorerst) nicht bei jemandem übernachten, der sich nicht mit einem Notfall, wie er bei Diabetes vorkommen kann, auskennt. Auch werden ihre Freunde informiert, dass sie im Fall, dass es Leonie nicht gut geht, immer bei uns Eltern anrufen sollen.

Kolumne „Brief an Nadine“

Die 14-jährige Leonie hat seit einigen Jahren Typ-1-Diabetes. Familie Dalinger hat also im Alltag schon reichlich Erfahrung mit der Erkrankung sammeln können. Ihr Wissen gibt Mutter Kathy Dalinger gerne weiter an ihre Freundin Nadine, deren Tochter erst vor kurzem die Diagnose erhalten hat.

alle Beiträge aus der Kolumne „Brief an Nadine“

Diese Abmachungen gibt es nicht, um Leonie zu gängeln. Vielmehr lernen wir so gemeinsam, mit dem Thema Alkohol umzugehen. Wir beobachten ihre Glukosewerte an diesen Party-Abenden intensiver als im Alltag, das CGM-System ist auf “sehr laut” gestellt – und sie hat selbstverständlich immer ausreichend schnellwirkende Kohlenhydrate als Hypo-Helfer dabei.

Irgendjemand hat uns einmal den Tipp gegeben: Für jedes Glas Alkohol, dass sie getrunken hat, soll Leonie eine Handvoll Chips essen, ohne dafür mit der Pumpe einen Bolus abzugeben. Ob das wirklich so ein guter Tipp ist, testen wir ebenfalls gerade aus. Bis heute (Klopf auf Holz!) hat es immer geklappt, und Leonie konnte die Geburtstagsfeiern mit ihren Freundinnen und Freunden unbeschwert genießen.

Sicherlich ist es für Leonie trotzdem nicht immer einfach, weil sie eben einige Regeln mehr beachten muss als ihre Freundinnen und Freunde. Doch wir sind gerade dabei, für sie und mit ihr gemeinsam den bestmöglichen Weg im Umgang mit Alkohol zu finden – und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, so dass der nächsten Party sicherlich nichts im Wege stehen wird.

Viele Grüße und bis bald
Kathy und Leonie

Jugendliche und Alkohol – was ist zu beachten?

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen in der Öffentlichkeit nur sehr eingeschränkt Alkohol trinken – Jugendliche ab 14 Jahren dürfen z. B. nur Wein, Bier oder Sekt trinken, wenn die Eltern dabei sind. So steht es im Jugendschutzgesetz, in dem allerdings eben nur der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit geregelt ist. Im privaten Bereich (z. B. private Feiern, Familienfeste, Partys) gilt das Konsumverbot nicht, stattdessen greift hier die Fürsorgepflicht der Eltern.

Eine gute Zusammenfassung zum Thema finden Sie in der Broschüre “Jugendschutz – verständlich erklärt” des Bundesfamilienministeriums.


von Kathy Dalinger

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Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2022; 13 (2) Seite 30

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  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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