- Aus der Community
Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Loslassen ist nicht immer einfach
3 Minuten
Mittlerweile ist Leonie bereits ziemlich selbstständig geworden, was das Diabetes-Management angeht. Für eine Mutter, die jahrelang die Therapie des Kindes im Blick hatte, ist das Loslassen auch in diesem Bereich gar nicht so einfach, beschreibt Kathy ihrer Freundin Nadine im aktuellen Brief.
Liebe Nadine,
wie die Zeit vergeht: Mittlerweile leben wir schon fast 10 Jahre mit der Diagnose Diabetes Typ 1. Und ich kann mich auch heute noch an den Tag der Diagnose erinnern, als ob es erst gestern gewesen wäre. Leonie war noch so klein und gerade in die Vorschule gekommen. Wir wussten nicht: Wie wird sich unser Leben entwickeln? Welche Einschränkungen kommen auf uns zu? Wir mussten so viel Neues lernen, hatten so viele Sorgen. Vor allem hat uns sehr beschäftigt, wie das Kindergarten-Team reagieren wird. So viele offene Fragen und so wenige Antworten …
Doch nach fast 10 Jahren kann ich Dir sagen, dass sich viele Sorgen in Luft aufgelöst haben und Leonie ihr Leben mit Dia-betes die meiste Zeit ganz gut meistert. Es gibt immer wieder Höhen und Tiefen, doch im Großen und Ganzen können wir uns nicht beklagen. Mit 15 Jahren übernimmt sie jetzt schon viele Aufgaben ihres Diabetes-Managements selbst. Als Mutter bin ich nur noch dazu da, dafür zu sorgen, dass ausreichend Insulin und Pumpenzubehör etc. im Haus ist. Das heißt für mich, immer alle Kartons zu überprüfen, da gerne mal leere Kartons wieder zurück in den Schrank gestellt werden.
Kolumne „Brief an Nadine“

Die 14-jährige Leonie hat seit einigen Jahren Typ-1-Diabetes. Familie Dalinger hat also im Alltag schon reichlich Erfahrung mit der Erkrankung sammeln können. Ihr Wissen gibt Mutter Kathy Dalinger gerne weiter an ihre Freundin Nadine, deren Tochter erst vor kurzem die Diagnose erhalten hat.
Alles andere macht sie alleine. Sie wechselt ihre Patch-Pumpe, sie berechnet/schätzt ihre KE selbst, sie entscheidet, ob und wie viel Korrekturinsulin sie gibt. Sie weiß, wann sie eine Sport-BE braucht und hat das alles ganz gut im Griff. Es läuft nicht immer perfekt, schließlich hat man manchmal auch einfach keinen Kopf, sich um alles im kleinsten Detail zu kümmern. Das Teenie-Leben fordert ja auch das eine oder andere von einem. Bei Rückfragen sind wir für sie natürlich immer erreichbar – dann schreibt sie gerne eine WhatsApp oder ruft kurz an: Wie viel soll ich bolen? Wie viele KE hat noch mal ein Bubble Tea?
Freude und Wehmut zugleich
Nadine, ich weiß, so soll es auch sein, schließlich wird sie immer erwachsener, und irgendwann wird sie alles alleine managen müssen. Doch als Mutter fällt es einem manchmal schwer, loszulassen, und so kann es immer wieder vorkommen, dass ich sie mit meinen Fragen nerve: „Hast du den Pod schon gewechselt? Hast du genug Hypo-Helfer eingepackt?“ Meist kommt dann nur ein kurzes „Ja“ oder „Nein“ oder ein „Mama, ich mach das schon“.
Liebe Nadine, und der nächste Schritt in die Selbstständigkeit ist auch schon in Sicht: Sie möchte demnächst alleine zum Termin in der Diabetes-Ambulanz gehen, und ich soll sie nur noch abholen. Schließlich ist sie ja schon groß. Als Mutter ist es schon toll zu sehen, wie sie alles so selbstverständlich meistert, und doch ist man auch ein bisschen traurig, dass man sie nicht mehr so umsorgen kann, wie man es noch gerne möchte …
Viele Grüße und bis bald
Kathy und Leonie
von Kathy Dalinger
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2022; 13 (1) Seite 30
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community
2 Minuten
- Aus der Community
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen, 20 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?-
ole-t1 antwortete vor 4 Tagen, 16 Stunden
Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
-
ole-t1 antwortete vor 4 Tagen, 16 Stunden
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
-
schorschlinger antwortete vor 4 Tagen, 13 Stunden
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
-
hexle antwortete vor 3 Tagen, 12 Stunden
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
-
hexle antwortete vor 3 Tagen, 12 Stunden
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….
-
-
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
-
diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
-
gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
-
crismo antwortete vor 1 Woche
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
-
