- Eltern und Kind
“Es tat weh, an die Zukunft zu denken”
4 Minuten
Die Diagnose Diabetes bei ihrem Sohn war für Astrid Struck ein Schock. Im Diabetes-Eltern-Journal erzählt sie, wie verzweifelt sie am Anfang war und wie es weiterging. Heute, fünf Jahre später, sieht sie die Welt ganz anders: positiv!
Blass, kraftlos und fast immer krank: Astrid Struck spürte, dass mit ihrem fünfjährigen Sohn Lian etwas nicht stimmte. Besserung sollte eine Mutter-Kind-Kur bringen, aber die brachte die Diagnose Diabetes. “Mein Sohn machte mir den Umgang mit seiner Krankheit immer leicht”, sagt sie. “Er hat sich bis heute nie beklagt über sein Schicksal, schluckt die Schmerzen bei den Katheterwechseln meist mit einer Träne im Auge herunter und lässt sich vor allem nicht vom Diabetes beeindrucken.” So können Mutter und Sohn gut mit dem Diabetes leben.
“Sie sind eine Übermutter!” Dieser Satz klingt bis heute in meinen Ohren, wenn ich an die Zeit zurückdenke, in der ich alle Kinderärzte im Umkreis aufsuchte, weil ich einfach spürte, dass etwas mit Lian nicht stimmte.
Nie hungrig, immer krank
Mein Sohn war damals fünf Jahre alt, wog noch 15 Kilogramm und hatte absolut nie Hunger, außer auf Schokolade. Seine Augen lagen in tiefen Höhlen, er war blass, kraftlos, lachte nicht mehr und war eigentlich so gut wie immer krank. Im Mai 2009 entschloss ich mich dann zu einer Mutter-Kind-Kur an der Nordsee, in der Hoffnung, es würde ihm danach besser gehen. Ich erinnere mich genau, dass ich auf dem Weg nach Emden mindestens sechsmal eine Toilette mit Lian aufsuchte und er gleich darauf wieder einen halben Liter trank, weil er ständig Durst hatte.
Gleich am zweiten Morgen der Kur wurde sein Harndrang noch viel stärker. Ich ging mit ihm zu unserem Kurarzt und schilderte die Symptome. Eine Urinprobe brachte nach nur wenigen Minuten die schockierende Diagnose: DIABETES! Glukose und Keton auf dem Urinteststreifen strahlten pink und dunkelgrün statt hautfarben und mint. Die Blutzucker-Messung ergab einen Wert von 338 mg/dl (18,8 mmol/l). Sofort nahm man mit der Abteilung für Kinderdiabetes in Herford Kontakt auf, und wir wurden schnellstens auf die Rückreise geschickt.
Angst vor dem Ungewissen
Die Fahrt war eine Tortur. Lian schlief immer wieder ein, war nassgeschwitzt und weinte, hatte Angst vor dem Ungewissen – genau wie ich. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir die Klinik. Lians Blutzucker war inzwischen auf 585 mg/dl (32,5 mmol/l) angestiegen. Er bekam wenige Stunden später sein erstes Insulin in den Oberschenkel gespritzt, was er tapfer über sich ergehen ließ.
In der ersten Nacht wachte ich jede Sekunde über mein Kind, weinte und dachte verzweifelt darüber nach, wie wir so weiterleben sollten. Es tat mir unendlich weh, an die Zukunft zu denken – nein, eigentlich dachte ich, wir hätten keine mehr.
Lian blüht auf
Am nächsten Morgen war Lians Wert zum ersten Mal wieder im Normbereich. Als er aufwachte, lachte er mich an und sagte: “Mama, ich hab‘ riesigen Hunger.” Ich war so glücklich über diesen Satz, der für andere Mütter wohl der normalste der Welt gewesen wäre. Ich hatte diesen Satz Jahre nicht gehört. Nach zwei Brötchen und einer großen Tasse Milch zum Frühstück folgten zwei üppige Schnitzel und ein riesiger Berg Kartoffeln zum Mittag.
Ich konnte es kaum fassen. Lian war plötzlich fröhlich und sauste bereits in andere Zimmer der Station, wo er Gleichaltrige gefunden hatte. Ich nutzte die Zeit zum Lesen und verschlang in den nächsten Tagen und Nächten sämtliche “Diabetes-Klassiker” die die Station zu bieten hatte.
Den Diabetesalltag zu Hause bewältigen
Die ersten Schulungen mit dem Arzt waren sehr verständlich und behutsam, kamen mir aber dennoch vor wie ein zweites Hochschulstudium: Basalrate, Hypo, Ketoazidose – Schlagworte, die mir Angst machten, später zu “Respekt” wurden und heute meist “gelassener Alltag” sind. Nach vierzehn Tagen verließen wir die Klinik und ich versuchte, den Diabetesalltag zu Hause zu bewältigen.
Anfangs war ich sehr nervös und holte mir noch oft telefonisch Hilfe aus dem Krankenhaus. Dann wurde es immer selbstverständlicher, Katheter zu wechseln, die Basalrate selbst zu korrigieren, BEs auch mal nur zu schätzen und ständige Schwankungen eben in Kauf zu nehmen.
Leidenschaft Sport
Schon wenige Wochen nach der Diagnose machte Lian einen Schwimmkurs und begann im Oktober 2009, Fußball zu spielen. Sport hat sich zu seiner Leidenschaft entwickelt. Er erzielt bei Schulveranstaltungen im Bereich Leichtathletik Bestleistungen. Vor allem ein Leben ohne Fußball ist für Lian undenkbar. In den letzten Jahren hat sich sein Talent als Torwart stetig entwickelt, er trainiert mehrmals in der Woche mit seinem Verein und ist auch in seiner Freizeit nur selten ohne Ball zu sehen.
Er spielt in der Kreisauswahl und nimmt regelmäßig an Trainingscamps und Torwart-Fördertrainings des Zweitligisten Arminia Bielefeld teil. Natürlich läuft es auch beim Sport nicht immer “rund” mit den Werten. Aber dann gibt‘s eben schnell mal eine Spritze in den Bauch oder ein paar Stücke Traubenzucker, und schon steht Lian wieder auf dem Platz. Aufgeben gibt es für ihn grundsätzlich nie.
“Nicht krank, sondern bedingt gesund”
Ich bin sehr stolz auf meinen Sohn. Durch den Sport hat er gelernt, noch disziplinierter zu sein. Es gibt bei uns zu Hause keine Verbote für bestimmte Lebensmittel, aber zum Glück ist Lian inzwischen so vernünftig, von selbst auf Dinge zu verzichten, die ihm nicht guttun. Unsere Devise ist: “Du bist nicht krank, sondern bedingt gesund”. So erzielen wir seit fünf Jahren HbA1c-Werte zwischen 6,6 und 7,3. Damit können wir gut leben, und heute freue ich mich wieder auf die Zukunft.
von Astrid Struck
Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstra0e 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2014; 7 (2) Seite 16-17
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße