Event von „Diabetes-Kids“: Familienabenteuer Skifreizeit

2 Minuten

© diabetes-kids.de
Event von „Diabetes-Kids“: Familienabenteuer Skifreizeit

Im März 2023 trafen sich insgesamt 310 Personen mit 91 Dia-Kids auf der Rudolfshütte im Nationalpark Hohe Tauern zu einer Skifreizeit. Was als Liebeserklärung des Diabetes-Kids-Initiators Michael Bertsch an seine Tochter Caro begann, ist inzwischen ein großes Projekt, das mit viel Engagement und Herzblut aller Beteiligten getragen wird.

Unsere Heldinnen und Helden mit Diabetes mellitus Typ 1 erlebten eine Woche lang, dass sie nicht sonderbar, sondern großartig sind. Viele Familien waren zum ersten Mal dabei, aber Unsicherheiten legten sich, sobald man realisierte, dass fast alle Gäste des Hotels in dieser Zeit Familien waren, die mit ähnlichen Erfahrungen leben und froh waren, sich auszutauschen und einander zu helfen.

Es ist nicht ungewöhnlich, von bis dato fremden Kindern lachend mit einem aus tiefsten Herzen kommenden “Hallo, wir sind jetzt auch da!” begrüßt zu werden. Wo Erwachsene eher introvertiert sind, gehen viele Kids extrovertiert auf andere zu. Frei nach dem Motto: “Hier bin ich, lass uns Freunde sein.” Diese kleinen Momente machen die Diabetes-Kids-Skifreizeit zu etwas ganz Besonderem.

Viele Einzigartige Erlebnisse

Die Crew war mit Spaß dabei und für reichlich Unsinn zu haben. Mike, Marius und Andrea haben sich z. B. im “Tandem-Skifahren” versucht. Kein langfristig praktikables Konzept, aber einige Fotos wert. Mit der Katheter-Challenge trafen Andrea und Sandra mitten ins Herz und nahmen den Kindern spielerisch die Angst vor dem ungeliebten Hilfsmittel.

Auch Caro brachte mit ihrem Vortrag “Wie motiviere ich, ohne zu nerven?” viele zum Nachdenken. Als junge Diabetikerin, die beruflich Kinder mit Diabetes betreut, kennt sie beide Seiten. Die Kids hatten auch die Chance, Alexander Zverev bei einer Liveschaltung zu seinem Leben und Umgang mit dem Diabetes zu fragen. Als Beweis dafür, dass man mit Diabetes alles schaffen kann, motivierte er die Kids. Auch die Sponsoren gaben Input und waren Ansprechpartner bei Fragen.

Zwar ärgerte man sich das ein oder andere mal über vertauschte Schuhe, Stöcke oder Handschuhe, aber am Ende fand alles wieder seinen Besitzer, selbst ein verlorenes Portemonnaie. Wie schön, wenn man von Leuten umgeben ist, denen man vertrauen kann. Am dramatischsten war wohl der gebrochene Arm von Marie am Ende der Reise. So etwas wünscht man niemandem. Daher kurzerhand der Aufruf, sich auf Maries Gips zu verewigen, was sie daran erinnern sollte, nicht traurig zu sein.

Niemals aufgeben!

Ski-Anfänger Tim bewies, wie stark unsere Dia-Helden sind. Dem anfänglichen Impuls, die Skier vom Berg zu schleudern, ging er nicht nach. Zusammen mit dem Skilehrer kämpfte er, bis er die Skier beherrschte und nicht die Skier ihn. Genau, wie es mit dem Diabetes sein sollte. Die Kids und wir als Familie leben nicht für den Diabetes, der Diabetes lebt mit uns.

Wir haben viel mitgenommen, Kraft getankt und uns gefreut, neue und alte Bekannte zu sehen. Danke an Michael und die Crew! Ihr seid großartig! Und unsere Kids: Ihr seid wahre Helden. Viele würden keine 24 Stunden durchhalten, was ihr jeden Tag leistet. Ihr müsst euch vor nichts und niemandem verstecken.


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2024; 15 (1) Seite 28

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: 25 Jahre „Diabetes-Kids“ – im Gespräch mit Michael Bertsch
Aus persönlicher Not wurde eine große Community: Als Michael Bertschs Tochter mit anderthalb Jahren Typ-1-Diabetes bekam, fehlten brauchbare Infos für Familien. Heute, 25 Jahre später, erreicht „Diabetes-Kids" jährlich hunderte Betroffene – mit Events, Beratung und Vernetzung. In dieser Podcast-Folge gibt er einen Einblick.
Diabetes-Anker-Podcast: 25 Jahre „Diabetes-Kids“ – im Gespräch mit Michael Bertsch | Foto: MedTriX / privat

2 Minuten

Kinder mit AID: Technik, Vertrauen und das ganz normale Familienleben
AID-Systeme haben das Familienleben grundlegend verändert. Sie stabilisieren Glukosewerte und schaffen Sicherheit, erfordern aber auch Wissen, Vertrauen und klare Abläufe in Schule, Freizeit und Beruf für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes.
Kinder mit AID: Technik, Vertrauen und das ganz normale Familienleben | Foto: DimaBerlin – stock.adobe.com

3 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%