- Eltern und Kind
Nachgefragt | Psychologie: Gibt es Tipps für einen guten Start in die Schule mit Diabetes?
3 Minuten
Für viele Kinder ist es bald so weit: Mit dem ersten Schultag beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Auch für die Eltern ist der erste Schultag natürlich eine spannende Sache. Gibt es Tipps für Eltern von Kindern mit Diabetes für eine guten Start in die Schule?
Die Frage
Unser Sohn Oskar (6) kommt jetzt in die erste Klasse. Er hat seit acht Monaten Diabetes und trägt eine Pumpe. Ich möchte seine Lehrer über den Diabetes informieren, damit sie ihn bei der Behandlung in der Schule unterstützen. Haben Sie dafür ein paar Tipps?
Nadine R.
Die Antwort von Prof. Dr. Karin Lange
Leider gibt es keine eindeutige Regelung dafür, wie Lehrer Kinder mit Diabetes in der Schule fachgerecht bei ihrer Behandlung unterstützen sollen. Trotzdem haben die meisten Eltern gute Erfahrungen gemacht und hilfsbereite, verständnisvolle Lehrer angetroffen.
Antworten auf Ihre Fragen zu psychologischen Aspekten bei Kindern mit Diabetes
Ein paar gute Tipps anderer Eltern kann ich weitergeben:
- Sprechen Sie mit dem Lehrer/der Lehrerin. Bereiten Sie das Gespräch gut vor und überlegen Sie, wo Oskar wirklich die Hilfe seiner Lehrer braucht. Diese wenigen Dinge notieren Sie sich genau. Streichen Sie alle überflüssigen Informationen.
- Erklären Sie nicht zu viele Einzelheiten der Diabetesbehandlung, das verunsichert eher als es nützt. Ein Lehrer muss nicht alle Korrekturfaktoren oder den Unterschied zwischen Basalrate und Mahlzeiteninsulin verstehen.
- Versuchen Sie, übertriebenen Ängsten vor schweren Unterzuckerungen vorzubeugen. Sie sind mit den modernen Therapien wie der Pumpentherapie sehr, sehr selten geworden. Treten Sie hier selbstsicher und ruhig auf. Das überträgt sich auf die Einschätzung der Lehrer.
- Bieten Sie an, jederzeit telefonisch erreichbar zu sein, wenn Oskar in der Schule ist. Vielleicht ist es auch möglich, dass Oskar schon ein Handy bekommt, mit dem er Sie erreichen kann.
- Je sicherer Sie im Umgang mit dem Diabetes wirken, umso weniger werden Lehrer verunsichert. Manche Eltern, die sich noch nicht ganz so sicher fühlen, nehmen die Unterstützung der Diabetesberaterin ihrer Kinderklinik in Anspruch. Das wäre auch eine Möglichkeit.
- Wenn Ihre Kinderklinik eine Schulung für Schulanfänger mit Diabetes anbietet, lassen Sie Oskar auf jeden Fall mitmachen. Auch das gibt Ihnen und Ihrem Sohn zusätzlich Sicherheit.
- Die Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD), die Vereinigung von vielen Diabetesteams für Kinder, hat eine Broschüre speziell für Lehrer und Lehrerinnen entwickelt, in der alle wichtigen Dinge kurz und klar erklärt werden. Sie finden die Broschüre im Internet auf der Seite www.diabetes-kinder.de oder Sie fragen Ihr Diabetesteam nach einem gedruckten Exemplar.
Links für Schulanfang und Schulalltag
- Informationen für Lehrerinnen und Lehrer bietet die Broschüre Kinder mit Diabetes in der Schule von der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD).
- Integrationskraft in der Schule: ja oder nein? In einem Artikel für die Rubrik Nachgefragt im Diabetes-Eltern-Journal wägt Professorin Karin Lange das Für und Wider gegeneinander ab.
- Die virtuelle Selbsthilfegruppe Diabetes-Kids hat einen eigenen Bereich zum Thema Kindergarten und Schule, in dem viele Verlinkungen zu weiterführenden Artikeln zusammengestellt sind. Auf der Seite gibt es auch das Forum Schule-Kindergarten, in dem Eltern sich austauschen können.
- In manchen Kinderkliniken bietet das Diabetesteam Seminare für Schulanfänger an (zum Beispiel das Kinder- und Jugendkrankenhaus “Auf der Bult” in Hannover) – erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Team vor Ort.
- In einigen Bundesländern werden Schulungen für Lehrer zum Thema Diabetes angeboten. So gibt es in Rheinland-Pfalz ein Pilotprojekt, in dessen Rahmen pädagogische Fach- und Lehrkräfte von Diabetesteams fit gemacht werden für den Umgang mit Diabetes in Kita und Schule. In Baden-Württemberg bietet der DDB-Landesverband Schulungen für Lehrer an.
- Immer wieder ein Thema: Dürfen Lehrer Medikamente geben? Müssen Lehrer Medikamente geben? Was sollen/dürfen Lehrer im Fall einer Hypo tun? Und wer haftet, wenn etwas schief geht? Genau um dieses Thema geht es in einem Artikel von Rechtsanwalt Oliver Ebert für das Diabetes-Eltern-Journal.
Eine Broschüre zur Medikamentengabe in Schulen hat der Spitzenverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) herausgegeben. - Eine Notfallbox für die Schule haben Kathy Dalinger und ihre Tochter selbst gebastelt – eine Fotostrecke, um die Box ganz einfach nachzubasteln, gibt es in diesem Community-Beitrag.
Prof. Dr. Karin Lange ist Diplom-Psychologin und Fachpsychologin Diabetes DDG. Sie war bis 2023 Leiterin der Forschungs- & Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie entwickelte diabetologische Schulungsprogramme, schreibt Leitlinien und schult Behandelnde.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2020; 12 (1) Seite 24-25
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Tagen, 10 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Tagen, 12 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Tagen, 10 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
