Hypoalarm im Elternbett!

2 Minuten

Community-Beitrag
Hypoalarm im Elternbett!

Letzte Woche in der Nacht von Freitag auf Samstag hat es mich schwer erwischt, buh … Was ist passiert an diesem Tag? Der Tag mit meiner kleinen Prinzessin Emilia war voller Aktivitäten.

Am Vormittag machten wir einen ausgiebigen Spaziergang durch den Innsbrucker Alpenzoo. Den kann ich übrigens wärmstens empfehlen, solltet ihr Innsbruck besuchen! Ich habe bei solchen Spaziergängen Emilia immer in der Babytrage auf dem Rücken. Im Zoo habe ich sie aber herausgenommen und etappenweise auf dem Arm getragen. Das Kind will die Tiere schließlich richtig sehen! Unser Highlight war dann der Besuch des Schaustalls. Im Alpenzoo werden verschiedene Haustiere gezeigt, die früher im Alpenraum als Nutztiere auf den Bauernhöfen gehalten wurden. So sind zum Beispiel verschiedene Hühner, Ziegen, Schafe oder Rinder zu sehen. Highlight war natürlich die Kontaktaufnahme mit den Ziegen, als wir ihnen mit der Hand das Futter zusteckten!

Wie verbinde ich solche Aktivitäten mit meinem Diabetes?

Ich habe im Vorfeld natürlich meine Basalrate über 2 Stunden auf 50 % reduziert. In meiner Jackentasche befinden sich zusätzlich immer noch 3 bis 4 „Zuckerl“. Diese Aktivität verlief problemlos. Mein Blutzucker zu Hause betrug 80 mg/dl (4,4 mmol/l), also perfekt!

Am Nachmittag stand dann aber noch das wöchentliche Kinderturnen auf dem Programm. Da ich eine Sportliche bin, lief ich die 30 Minuten zu Fuß zur Turnhalle. Und am Abend natürlich auch alles wieder mit dem Kinderwagen retour… Zu Hause gab es dann Abendbrot und ein Bad für meine Prinzessin. Als sie dann endlich im Bett lag, warteten natürlich noch die Wäsche und der Haushalt auf mich. Zwischendrin gab es natürlich einige „Kleinigkeiten“ zur Stärkung für mich – hauptsächlich Obst … Danach gab es noch eine Session am Computer. Der Sandmann meldete sich gegen 1 Uhr nachts und ich ging todmüde ins Bett. Mein Blutzucker betrug zu diesem Zeitpunkt 129 mg/dl (7,2 mmol/l).

Aber da hatte ich mich verkalkuliert! Ich muss sofort eingeschlafen sein und dann in eine Hypo geschlittert. Mein lieber Mann kam gegen 2 Uhr nachts nach Hause. Er entdeckte mich am Boden neben dem Bett. Und meine Prinzessin schreiend in ihrem Gitterbett … Er gab mir sofort die Glukagonspritze, maß den Blutzucker und stellte 24 mg/dl (1,3 mmol/l) fest!

glukagon w opakowaniu

Er alarmierte deshalb zusätzlich den Notarzt. Meine Tochter lachte den Notärzten dann gleich wieder ins Gesicht. Sie verfügt über diese Gabe, andere Menschen sofort zu verzaubern …

Warum also diese Hypoglykämie? Diese Kleinigkeiten zur Stärkung hatte ich wahrscheinlich nicht richtig berechnet oder, anders ausgedrückt, mir zu viel Insulin gegeben. Zusammen mit der vielen Bewegung vom Tag, die noch nachwirkte, rutschte mein Blutzucker leider in diese Tiefen.

Wie verlief aber der Tag danach? Ich war körperlich relativ angeschlagen. So eine Art von Hypo hatte ich schon lange nicht mehr! Und meine Tochter? Ich hatte an diesem Tag das Gefühl, als wollte sie mich kaum mehr hergeben. Sie klammerte sich doppelt so oft an mich wie sonst. So eine Mutter, die aus dem Bett fällt, hatte sie noch nie erlebt!

Und was habe ich aus dieser Nacht gelernt? Testen, testen, testen – besonders in der Nacht, wenn man mal durcheinander gegessen oder Pi mal Daumen gespritzt hat. Es könnte eben manchmal auch ein Daumen zu viel sein … Liebe Grüße von Heike – Mutter und Typ-1-Diabetikerin

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: Psychische Last durch Hyper- und Hypoglykämien und Umgang mit Glukoseschwankungen – mit Prof. Kulzer
Glukoseschwankungen sind nicht nur eine körperliche Herausforderung, sie sind auch eine psychische Last. In dieser Podcast-Folge erläutert Professor Bernhard Kulzer, Psychologe und langjähriger Diabetes-Forscher, die mentale Seite von Hyper- und Hypoglykämien – also von Über- und Unterzuckerungen – und beschreibt konkrete Lösungsansätze.
Diabetes-Anker-Podcast: Psychische Last durch Hyper- und Hypoglykämien und Umgang mit Glukoseschwankungen – mit Prof. Kulzer | Foto: diateam / MedTriX

2 Minuten

Gut vorbereitet unterwegs: So gelingt die Reise mit Diabetes
Die Vorfreude auf den nächsten Urlaub beginnt oft lange vor der Abreise. Neben Koffer, Reisedokumenten und Unterkunft sollten Menschen mit Diabetes auch ihre medizinische Versorgung rechtzeitig planen – für mehr Sicherheit und Entspannung unterwegs.
Diabetes-Reise-Checkliste von tkpharma

3 Minuten

Anzeige
Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 1 Monat

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

Verbände