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Kinder mit Diabetes: Neues Schulungsprogramm macht fit für die weiterführende Schule
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Grundschule adé – auf geht es in die weiterführende Schule! Der Wechsel, bei dem die Kinder um die zehn Jahre alt sind, ist ein aufregendes Erlebnis. Was bedeutet dieser Einschnitt für das Kind und die ganze Familie? Wie sieht eine gute Vorbereitung für Kinder mit Diabetes aus? Und wie könnte ein neues Schulungsprogramm beim Übergang helfen?
Ihr Kind ist dem Grundschulalter entwachsen und auf dem Weg zum großen Schulkind. Der Wechsel in die weiterführende Schule ist – ob mit oder ohne Diabetes – eine aufregende Zeit und stellt einen Meilenstein für die kindliche Sozialisation und Entwicklung dar. Der Übergang von der Kindheit zum Jugendalter zeigt sich bei Ihrem Kind in einer eindrucksvollen körperlichen und geistigen Entwicklung.
So war es in der Grundschule
Die Grundschule ist ein geschütztes Umfeld. Kleine Klassen, eine langjährige Klassengemeinschaft und vertraute Lehrer geben Halt. Die Lehrer in der Grundschule sind oft sehr engagiert, die Kinder bei der Diabetestherapie zu unterstützen. Mit Hilfe eines Pflegedienstes oder durch die Unterstützung der Eltern kann der Diabetes während der Schulzeit gut gemeistert werden.
Bei einer Spritzentherapie (Intensivierte konventionelle Insulintherapie, ICT) kann mit Normalinsulin, das am Morgen zum Frühstück gespritzt wird, die Insulingabe für die Zwischenmahlzeit in der Schule mitberechnet werden. So kann bei kurzen Schulzeiten bis zum Mittag die Insulingabe in der Schule vermieden werden.
Bei einer Insulinpumpentherapie, bei der nur mit einem kurzwirksamen Insulin gearbeitet wird, ist die Insulingabe zu jeder Mahlzeit notwendig. Besonders zum Ende der Grundschulzeit können die Kinder dies aber mit Aufsicht durch einen Erwachsenen sicher bewältigen.
Der Wechsel bringt neue Herausforderungen
Was bedeutet jetzt der Wechsel auf die weiterführende Schule? Die Herausforderungen durch das neue schulische Umfeld, insbesondere für ein Kind mit Diabetes, steigen erheblich an. Dazu gehören lange Schulwege, hohe schulische Leistungsanforderungen sowie wechselnde körperliche Belastungen. Zum Alltag in Ganztagsschulen gehört auch das gemeinsame Mittagessen in der Schulmensa.
Das setzt voraus, dass ein Kind den KH-Gehalt seiner Mahlzeit sicher einschätzen kann oder dabei unterstützt wird. Die Aufgaben und die Verantwortlichkeit für die Therapie müssen also zwischen Ihnen und Ihrem Kind neu verteilt werden.
Mit der Pubertät kann der HbA1c-Wert ansteigen
Hinzu kommt, dass Daten aus Deutschland und Österreich (aber auch weltweit) zeigen, dass es in der Pubertät schwieriger wird, den Stoffwechsel stabil zu halten. Dies zeigt sich im deutlichen Anstieg des HbA1c-Wertes. Neue Technologien, zum Beispiel Insulinpumpen, konnten diesen Trend bisher nicht aufhalten oder ausgleichen.
Gegen den Trend arbeiten
Jetzt ist die Frage, wie wir diesen Trend zu höheren Werten verhindern können. Das Diabetesteam im Kinder- und Jugendkrankenhaus “Auf der Bult” hat in Zusammenarbeit mit Professor Karin Lange (Leiterin der Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover) bereits ein Trainingsprogramm für fünf- bis siebenjährige Kinder mit Typ-1-Diabetes zum Start in die Grundschule (Fit für die Schule) entwickelt.
So helfen Sie Ihrem Kind beim Wechsel
- Trainieren Sie mit Ihrem Sohn/Ihrer Tochter, damit er/sie Sicherheit beim Messen des Blut-/Gewebezuckers und bei der Ketonmessung gewinnt.
- Üben Sie gemeinsam die Einschätzung von Kohlenhydrateinheiten.
- Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wie es mit schwierigen Situationen umgehen kann und legen Sie einen Handlungsplan fest (z. B. für den Fall einer Unter-/Überzuckerung, Ketonnachweis).
- Legen Sie Regeln für den Sportunterricht fest.
- Besprechen Sie miteinander, welche Aufgaben die Eltern und welche Aufgaben im Hinblick auf den Diabetes künftig das Kind übernehmen soll. Gut ist auch eine Absprache darüber, wann z. B. eine telefonische Rücksprache erfolgen soll.
- Füllen Sie gemeinsam eine Tasche mit allen notwendigen Diabetes-Utensilien für den Schulalltag.
Dieses Programm wurde bereits durch Befragung der teilnehmenden Kinder und Eltern als gut bewertet und wird regelmäßig in unserer Klinik angeboten. Im Januar 2016 hat das erste Train-the-Trainer-Seminar stattgefunden, bei dem Diabetesberaterinnen und Ärzte/Ärztinnen aus ganz Deutschland das Programm kennengelernt haben, um es bald in ihrer Klinik oder Praxis anbieten zu können.
Schulungsprogramm für Kinder kurz vor der Pubertät
Neu ist nun unser Schulungsprogramm für Kinder zwischen dem zehnten bis zwölften Lebensjahr. Wir wollen Kindern in dieser Phase vor der Pubertät ein Diabetes-Schulungsprogramm in einer Gruppe Gleichaltriger anbieten, dass sie auf den Übergang in die weiterführende Schule vorbereitet. Die Schulungseinheiten sollen ihnen vermitteln, wie sie künftig ihren Diabetes mit mehr Eigenverantwortung managen können und wie sie die damit verbundenen Herausforderungen im Alltag meistern können.
Zusätzlich soll es einzelne Schulungseinheiten zusammen mit den Eltern geben, in denen ein neuer, altersangemessener Umgang mit dem Diabetes in der Familie erarbeitet wird. Das Schulungsprogramm soll als bewusstes Startsignal zu einem neuen Umgang mit dem Diabetes in Familie und Schule dienen.
Inhalte der Schulung “Fit für die weiterführende Schule”
Geschult werden die Kinder in folgenden Bereichen:
- Krankheitslehre Typ-1-Diabetes
- praktische Fertigkeiten (Blutzucker-/Gewebezuckermessung)
- Ernährung vor der Schule und während der Schulzeit
- Umgang mit schwierigen Situationen
- Sport
- Klassenfahrt/Landheim
Im Schulungsteil für Eltern soll es um die neue Verteilung der Aufgaben gehen.
Studie: Wir suchen noch Teilnehmer
Um das Schulungsprogramm zu bewerten und gegebenenfalls noch zu verbessern, bieten wir es zunächst innerhalb einer Studie an, für die wir aktuell noch Teilnehmer suchen. (Informationen dazu im Kasten oben auf der Seite). Aus allen Kindern, die teilnehmen möchten, wird gelost, wer am Anfang oder erst nach 12 Monaten am Schulungsprogramm teilnimmt.
Bei allen Teilnehmern wird zu Beginn und nach 12 Monaten ein HbA1c-Wert bestimmt. Ebenso werden alle Teilnehmer und ihre Eltern gebeten, zu Beginn und nach 12 Monaten Fragebögen zu technischen Fertigkeiten (in Bezug auf den Diabetes), Lebensqualität und familiären Konflikten zu beantworten.
Unser Ziel ist es, zu zeigen, dass mit einem solchen Schulungsprogramm der Übergang in die weiterführende Schule leichter wird und dass auch die Diabetestherapie nicht auf der Strecke bleibt. Wichtig ist zu wissen, dass alle Teilnehmer das Schulungsprogramm durchlaufen, entweder gleich zu Beginn oder 12 Monate später – es entsteht also keinem Kind ein Nachteil. Wenn die Studie das Programm als gut bewertet, soll es – ähnlich wie das schon genannte Programm Fit für die Schule – in den Katalog der Diabetesschulungen für Kinder aufgenommen werden. Machen Sie und Ihr Kind bei unserer Studie mit und entwickeln Sie mit uns zusammen das Programm weiter!
Studie zum neuen Schulungsprogramm
“Fit für die weiterführende Schule” – so heißt das neue Schulungsprogramm, das am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin “Auf der Bult” entstanden ist und nun in einer Studie getestet und bewertet werden soll. Interessieren Sie sich für die Teilnahme an dieser Studie? Dann melden Sie sich bitte bis Ende Mai bei Kerstin Remus, die als Diabetesberaterin für die Begleitung von Studien zuständig ist (Telefon: 05 11/81 15 22 90, E-Mail: onset@hka.de). Die wissenschaftliche Leitung der Studie “Fit für die weiterführende Schule” haben Frau Prof. Dr. med. Olga Kordonouri und Frau Prof. Dr. rer. nat. Karin Lange.
Fazit
Der Wechsel in die weiterführende Schule bringt viele Veränderungen mit sich. Ihr Kind wird selbständiger, und die Aufgaben der Diabetestherapie werden in der Familie neu verteilt. Es ist gut, sich gemeinsam auf diesen neuen Abschnitt vorzubereiten. Um den Start zu erleichtern, wird ein speziell für diese Lebensphase ausgerichtetes Schulungsprogramm getestet und bewertet. Dieses Programm wollen wir etablieren. Helfen Sie uns dabei und melden Sie Ihr Kind für unsere Studie “Fit für die weiterführende Schule” an.
von Dr. Isa Gottwald
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2016; 9 (1) Seite 24-26
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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calvin240 antwortete vor 1 Woche
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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