Nachgefragt | Psychologie: Mara (14) will keinen „Follower“ mehr

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Nachgefragt | Psychologie: Mara (14) will keinen „Follower“ mehr

Sie haben medizinische und/oder psychosoziale Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Die Experten des Diabetes-Eltern-Journals geben Ihnen in der Rubrik Nachgefragt Antwort!

Die Frage:

Unsere Tochter Mara (14) hat seit über 10 Jahren Diabetes. Die ersten Sensoren waren für uns Eltern und auch Mara eine große Erleichterung. Sobald es technisch möglich war, haben wir auch die Follower-Funktion genutzt, um Mara jederzeit bei ihrer Therapie zu unterstützen. Bisher hatte sie noch nie eine schwere Unterzuckerung erlebt und beim letzten Ambulanzbesuch sagte man uns, dass ihre Diabetestherapie sehr gut laufe. Neben der Schule ist Mara viel mit ihren Freundinnen unterwegs, meist beim Sport oder beim Shopping in der Stadt. Vor ein paar Tagen hat Mara uns gesagt, dass sie nicht mehr von uns “verfolgt” werden will. Sie kennt sich mit ihrem Diabetes aus und die ständige Überwachung “nervt” sie. Wir als Eltern möchten dagegen jedoch nur sicher sein, dass es unserem Kind gut geht.

Familie K.

Die Antwort von Prof. Dr. Karin Lange

Wahrscheinlich ist Mara für ihr Alter normal entwickelt und jetzt mitten in der Pubertät. Dazu gehört nicht nur die unübersehbare äußere Veränderung, sondern auch ein eindrucksvoller Wandel im Denken und in der Sicht auf die eigene Person. Typisch ist, dass Jugendliche sich von ihren Eltern lösen, engere Bindungen zu Gleichaltrigen eingehen und nicht mehr alle Erlebnisse und Sorgen mit ihren Eltern teilen. Dazu gehört auch, dass sie sich selbst bestätigen und ihre Unabhängigkeit als Person beweisen wollen. Und der Diabetes, der ja schon Maras ganzes bewusstes Leben geprägt hat, gehört auch dazu. Wahrscheinlich möchte sie sich eher etwas selbst beweisen als nur die Hilfe der Eltern abzulehnen. Jugendliche, die über die Jahre gelernt haben, ihren Diabetes verantwortlich zu behandeln, sollten auch hier auf dem Weg zur Selbständigkeit unterstützt werden, denn spätestens mit dem Abschluss der Schule werden sie auf eigenen Beinen stehen (müssen). Und wie schnell vergehen 4 oder 5 Jahre.

Kinder loslassen und in ihrer Selbständigkeit unterstützen

Und gleichzeitig müssen alle Eltern, auch die von Kindern ohne Diabetes, lernen, dass sie nicht mehr jeden Schritt ihres heranwachsenden Kindes kontrollieren können. Viele Ängste von Eltern werden dabei von sozialen Medien geprägt und verstärkt, die uns ohne Pause mit tragischen Unglücken oder Unfällen von jungen Menschen konfrontieren.

Diese Bilder beherrschen unser emotionales System, obwohl sie bei sachlicher Betrachtung nichts mit unserem konkreten Leben zu tun haben. Wenn Sie Ihre Tochter mit etwas Abstand betrachten, dann wird sie sich recht gut mit ihrem Diabetes auskennen und wissen, was in schwierigen Situationen zu tun ist. Ich gehe auch davon aus, dass sie ihre Freundinnen über Hypos informiert hat. Was kann ihr also passieren, das eine kontinuierliche Überwachung erforderlich macht?

Auf der anderen Seite habe ich großes Verständnis für Eltern, die sich wie Sie wahrscheinlich Tag und Nacht für die Gesundheit ihres Kindes eingesetzt haben. Dafür meine ehrliche Hochachtung.

Es braucht Zeit, das ständige Mitrechnen wieder zu “verlernen”

Über Jahre haben Sie es sich zur Gewohnheit gemacht, die Glukosewerte zu überwachen und das hat Ihnen ein gutes Gefühl der Sicherheit gegeben. Ohne den Blick auf die Glukosewerte auf Ihrem Handy fehlt diese Sicherheit auf einmal – und das ist ungewohnt und macht vielleicht auch Angst. Auf längere Sicht kann es Ihnen und Ihrer Tochter aber helfen, diese gelernte Angst wieder zu verlernen und sie durch gegenseitiges Vertrauen und Zutrauen auszutauschen. Letztlich ist es für alle Kinder wichtig, dass wir Erwachsene ihnen zutrauen, das eigene Leben zu meistern.Vielleicht ist es ein erster Schritt, dass Sie mit Mara darüber nachdenken, wann ein “Verfolgen der Glukosedaten” wirklich hilfreich und gewünscht ist.

Entwickeln Sie Regeln für den gemeinsamen Umgang mit Diabetes

Sicher sollten Sie auch darüber sprechen, ob und wie Sie Ihre Tochter anrufen, wenn Ihnen der Glukosewert Sorgen macht. Das Vertrauen, dass Sie hier in Ihre Tochter setzen, ist ein wichtiger Baustein für ein stabiles Selbstbewusstsein – auch im lebenslangen Umgang mit dem Diabetes.


von Prof. Dr. Karin Lange

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2023; 12 (2) Seite 18-19

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  • tako111 postete ein Update vor 1 Tag, 22 Stunden

    Mein Abo?

  • hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • hexle antwortete vor 1 Woche

      @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • hexle antwortete vor 1 Woche

      @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

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