- Eltern und Kind
Nachgefragt | Medizin: Reha-Aufenthalte für Kinder und Jugendliche mit Diabetes?
2 Minuten
Sie haben medizinische und/oder psychosoziale Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Die Experten des „Diabetes-Eltern-Journals“ geben Ihnen in der Rubrik „Nachgefragt“ Antwort!
Die Frage
Unser Sohn Theo ist 12 Jahre alt, vor zwei Jahren wurde bei ihm Diabetes festgestellt. Zu Beginn war er sehr krank, drei Tage war er an der Infusion, erst nach zwei Wochen konnte er wieder nach Hause. Wir Eltern haben es Dank des Diabetesteams in der Kinderklink geschafft, selbst zum “Therapeuten” unseres Kindes zu werden.
Aus dieser Rolle möchten wir nun zum Wohle von Theo “herauswachsen”. Es geht ihm gut, allerdings ist er überhaupt nicht bereit, schrittweise Verantwortung für seinen Diabetes zu übernehmen. Wir müssen ihn ständig an das Blutzuckermessen und Insulinspritzen erinnern. Daher denken wir, dass ein Aufenthalt in einer Reha-Einrichtung für ihn gut sein könnte, in dem er andere Jugendliche in seinem Alter erlebt. Haben sich Reha-Maßnahmen für Jugendliche mit Diabetes bewährt? Können Sie uns Adressen nennen?
Michael und Tanja G..
Die Antwort von Dr. Wolfgang von Schütz
Auf Ihre Frage gibt es keine pauschale Antwort. Über eine Rehabilitationsmaßnahme (Reha) sollte immer individuell entschieden werden. Grundsätzlich wird in der ambulanten Langzeitbetreuung angestrebt, die Behandlung des Diabetes in den Alltag der Jugendlichen zu integrieren. Eine Reha kann gelegentlich hilfreich sein, die Akzeptanz des Diabetes zu fördern und die Stoffwechselsituation zu verbessern. Entscheidend hierbei ist der direkte Kontakt der Jugendlichen untereinander und ein intensiver Erfahrungsaustausch.
Die Jugendlichen erleben, dass sie mit ihren Sorgen und Ängsten nicht alleine sind und voneinander lernen können. Aber es kommt auch vor, dass sie negative Erfahrungen und ungünstige Verhaltensweisen voneinander übernehmen und so den Erfolg des Aufenthaltes eventuell gefährden.
Eine Reha muss gut vorbereitet sein. Wichtig ist, dass in den Institutionen ausreichend Erfahrung vorhanden ist; idealerweise sollte ein Behandlungsteam aus einem Kinderdiabetologen, einer Diabetesberaterin, einer Ernährungsberaterin und einer Psychologin bestehen. Neben sinnvollen Freizeitangeboten mit viel Sport sollten unbedingt altersgerechte Schulungen angeboten werden.
Wichtig ist auch, dass die Behandlungsprinzipien während des Aufenthaltes nicht grundsätzlich verändert werden und wenn, dann nur in Abstimmung mit den Eltern, dem Jugendlichen oder dem Diabetesteam zu Hause.
Sprechen Sie ausführlich und in Ruhe mit Ihrem Sohn über das Für und Wider. Gegen seinen Willen sollten Sie auf keinen Fall darauf bestehen, dass er an einer Reha teilnimmt. Sprechen Sie auch ausführlich mit Mitgliedern des Diabetesteams, die Ihnen auch Adressen nennen können.
von Dr. med. Wolfgang von Schütz
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 11 (1) Seite 19
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles
4 Minuten
- Behandlung
17 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
anseaticids postete ein Update vor 12 Stunden, 40 Minuten
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747 -
stephanie-bagehorn postete ein Update vor 3 Tagen, 11 Stunden
Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/
Wenn Diabetes mit im Osternest liegt: gemeinsames Backen mit den Kindern – Diabetes-Anker
Ostern steht vor der Tür und im Gepäck sind viele süße Versuchungen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie zu starke Blutzucker-Anstiege bei Diabetes durch süßes Gebäck vermieden werden können. Selbst zu backen – erst recht gemeinsam mit den … Read more
-
othenbuehler postete ein Update vor 4 Tagen, 3 Stunden
Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, dass sich ihr Insulinbedarf im Verlauf des Menstruationszyklus verändert – oft deutlich spürbar, aber bisher kaum systematisch erfasst.
Genau hier setzt die TIMES-Studie an. Wir möchten besser verstehen, wie sich der Zyklus auf Glukosewerte und Insulinbedarf auswirkt – und wie Betroffene damit im Alltag umgehen.
👉 Wen suchen wir?
Personen mit Typ-1-Diabetes (18–40 Jahre), wohnhaft in Deutschland, mit regelmässigem Menstruationszyklus und Nutzung eines automatisierten Insulinabgabesystems.👉 Was bedeutet die Teilnahme?
Dauer: 6 Monate, bequem alles von zu Hause aus
Erfassung von Insulin-, Zyklus- und Aktivitätsdaten
Als Dankeschön: Clue-Abo (1 Jahr), Garmin-Uhr (zum Behalten) + Aufwandsentschädigung (siehe Flyer)Mit eurer Teilnahme helft ihr, Diabetes-Technologien zukünftig besser an zyklusbedingte Veränderungen anzupassen 💙
Mehr Infos im Flyer 👇




