Nachgefragt | Medizin: Reha-Aufenthalte für Kinder und Jugendliche mit Diabetes?

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Nachgefragt | Medizin: Reha-Aufenthalte für Kinder und Jugendliche mit Diabetes?

Sie haben medizinische und/oder psychosoziale Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Die Experten des „Diabetes-Eltern-Journals“ geben Ihnen in der Rubrik „Nachgefragt“ Antwort!

Die Frage

Unser Sohn Theo ist 12 Jahre alt, vor zwei Jahren wurde bei ihm Diabetes festgestellt. Zu Beginn war er sehr krank, drei Tage war er an der Infusion, erst nach zwei Wochen konnte er wieder nach Hause. Wir Eltern haben es Dank des Diabetesteams in der Kinderklink geschafft, selbst zum “Therapeuten” unseres Kindes zu werden.

Aus dieser Rolle möchten wir nun zum Wohle von Theo “herauswachsen”. Es geht ihm gut, allerdings ist er überhaupt nicht bereit, schrittweise Verantwortung für seinen Diabetes zu übernehmen. Wir müssen ihn ständig an das Blutzuckermessen und Insulinspritzen erinnern. Daher denken wir, dass ein Aufenthalt in einer Reha-Einrichtung für ihn gut sein könnte, in dem er andere Jugendliche in seinem Alter erlebt. Haben sich Reha-Maßnahmen für Jugendliche mit Diabetes bewährt? Können Sie uns Adressen nennen?

Michael und Tanja G..

Die Antwort von Dr. Wolfgang von Schütz

Auf Ihre Frage gibt es keine pauschale Antwort. Über eine Rehabilitationsmaßnahme (Reha) sollte immer individuell entschieden werden. Grundsätzlich wird in der ambulanten Langzeitbetreuung angestrebt, die Behandlung des Diabetes in den Alltag der Jugendlichen zu integrieren. Eine Reha kann gelegentlich hilfreich sein, die Akzeptanz des Diabetes zu fördern und die Stoffwechselsituation zu verbessern. Entscheidend hierbei ist der direkte Kontakt der Jugendlichen untereinander und ein intensiver Erfahrungsaustausch.

Die Jugendlichen erleben, dass sie mit ihren Sorgen und Ängsten nicht alleine sind und voneinander lernen können. Aber es kommt auch vor, dass sie negative Erfahrungen und ungünstige Verhaltensweisen voneinander übernehmen und so den Erfolg des Aufenthaltes eventuell gefährden.

Eine Reha muss gut vorbereitet sein. Wichtig ist, dass in den Institutionen ausreichend Erfahrung vorhanden ist; idealerweise sollte ein Behandlungsteam aus einem Kinderdiabetologen, einer Diabetesberaterin, einer Ernährungsberaterin und einer Psychologin bestehen. Neben sinnvollen Freizeitangeboten mit viel Sport sollten unbedingt altersgerechte Schulungen angeboten werden.

Wichtig ist auch, dass die Behandlungsprinzipien während des Aufenthaltes nicht grundsätzlich verändert werden und wenn, dann nur in Abstimmung mit den Eltern, dem Jugendlichen oder dem Diabetesteam zu Hause.

Sprechen Sie ausführlich und in Ruhe mit Ihrem Sohn über das Für und Wider. Gegen seinen Willen sollten Sie auf keinen Fall darauf bestehen, dass er an einer Reha teilnimmt. Sprechen Sie auch ausführlich mit Mitgliedern des Diabetesteams, die Ihnen auch Adressen nennen können.


von Dr. med. Wolfgang von Schütz

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 11 (1) Seite 19

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße