Nonie blickt’s: Keine Daten … echt jetzt? Mama chill‘ doch mal!

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Illustration: Christian Mentzel
Community-Beitrag
Nonie blickt’s: Keine Daten … echt jetzt? Mama chill‘ doch mal!

Kein Signal, keine Werte – für eine Mama mit Follow-App der pure Stress. Doch Nonie zeigt eindrucksvoll, wie sie mit Technik, Selbstvertrauen und Körpergefühl ihren Diabetes meistert. Und Mama? Lernt, loszulassen – Stück für Stück.

Dabei hat sie doch WLAN und 5G. Was wenn…? Wir telefonieren. “Es ist prima hier und das Essen erst!” “Was gibt’s denn so?” Ich versuche, die Alarmstufe Rot in meinem Kopf zu überspielen. “Naja, es gibt halt, was uns Kindern Spaß macht: Pizza – so lecker, ehrlich -, und gestern sogar selbstgemachte Burger mit einer Hammer Sauce,” schwärmt Nonie.

“Hmm,” denke ich bei mir, “den Burger konnte ich in der Follow App gar nicht entdecken. Es scheint noch Zeichen und Wunder zu geben.” Aber ich behalte das für mich – coole Mama und so. Außerdem betreut meine Schwester sie regelmäßig. Zudem habe ich auch noch im Ohr, wie eine Bekannte mit Typ-1-Diabetes mir erzählte, dass sie es zuhause als unglaublich nervig empfand, wenn ihre Mutter morgens oder nach der Schule als erstes ohne “Wie geht es Dir?” gleich mit Diabetesthemen anfing.

Zwischen Pizza, Bastelspaß und Bauchgefühl: Vertrauen statt Kontrolle

Ich höre mir also noch ein wenig den unbeschwerten Bericht von Nonies Wochenendabenteuer bei ihrer Cousine an und erfahre, wie sie durch die Zimmer toben, Häschen aus Klopapierrollen basteln und im Garten helfen. Einen Satz kann ich mir zum Abschluss allerdings doch nicht verkneifen: “Aber hör bitte in dich hinein, gerade wenn Du selbst mal keine Werte zum Ablesen hast. Du weißt schon.”

Ich lege auf. Jetzt kommen auch die Daten wieder. Halleluja. Aber, oh Schreck, ich greife gleich wieder zum Hörer. “Mein Engel, Dein Blutzucker ist im Sinkflug. Hast Du das gesehen?” “Es geht mir gut, Mama, ehrlich. Ich habe ja schon in mich hineingehorcht. Da ist aber alles normal. Ich denke mal, die Pumpe hat das im Griff. Chill Du mal in Deinem Sessel mit Deinem Buch. Du sagst doch immer, dass es bestimmt schon Staub angesetzt hat.”

Ich lächele. Der Sessel und das Buch haben mich in letzter Zeit wirklich selten gesehen. Und ist es nicht ein bisschen wie auf die Wetter-App schauen und sehen, dass es regnen wird, aber der Blick aus dem Fenster zeigt, dass der Wind die Wolken wegtreibt? Die Technik unterstützt uns, ersetzt aber nicht unsere eigene Wahrnehmung.

Selbstmanagement mit System – und ein bisschen loslassen lernen

Als Nonie zurück ist, stelle ich ihr die Burgerfrage: “Wie hast Du das hinbekommen?” Mit stolzer Brust erwidert sie: “Naja, also als die Werte zwei Stunden nach dem Burger noch ein bisschen hoch waren, habe ich die Pumpe gefragt, was sie machen würde und die vorgeschlagene Korrektur gespritzt. Ganz allein. Und an dem Nachmittag nach dem Pizzaessen sind wir durch die Zimmer getobt. Ich glaube, das hat ganz gut gepasst zusammen mit dem Sportmodus.”

Ihre Reflektion und Selbständigkeit, unterstützt durch die Technik, beeindrucken mich. Und ich glaube, ich habe einmal mehr erkannt, dass kontrolliertes Laufenlassen ein guter Weg sein kann, denn auf diese Weise konnte sich Nonie ganz allein und ohne, dass ich gleich hineingrätsche, mit ihrem Diabetes arrangieren.

Abends beim Ins-Bett-Bringen kommt sie ganz nah an mich heran und flüstert: “Aber ich find‘s auch klasse, dass wir jetzt zusammen sind und Du mir wieder mit dem Diabetes hilfst, denn dann kann ich etwas mehr chillen, auch wenn ich keine Bücher mit Staub drauf habe.”


Die elfjährige Nonie hat seit 2019 Typ-1-Diabetes. Ihre Mama Maren Sturny und sie meistern den Alltag als Team. Nonie lernt viel über ihren Diabetes und zieht auch gerne einmal ihre eigenen Schlussfolgerungen. Hin und wieder lässt sie Freunde oder die Familie an ihren Erkenntnissen teilhaben.

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2023; 11 (3) Seite 30

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  • uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 20 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂