Nonie blickt’s: Keine Daten … echt jetzt? Mama chill‘ doch mal!

3 Minuten

Illustration: Christian Mentzel
Community-Beitrag
Nonie blickt’s: Keine Daten … echt jetzt? Mama chill‘ doch mal!

Kein Signal, keine Werte – für eine Mama mit Follow-App der pure Stress. Doch Nonie zeigt eindrucksvoll, wie sie mit Technik, Selbstvertrauen und Körpergefühl ihren Diabetes meistert. Und Mama? Lernt, loszulassen – Stück für Stück.

Dabei hat sie doch WLAN und 5G. Was wenn…? Wir telefonieren. “Es ist prima hier und das Essen erst!” “Was gibt’s denn so?” Ich versuche, die Alarmstufe Rot in meinem Kopf zu überspielen. “Naja, es gibt halt, was uns Kindern Spaß macht: Pizza – so lecker, ehrlich -, und gestern sogar selbstgemachte Burger mit einer Hammer Sauce,” schwärmt Nonie.

“Hmm,” denke ich bei mir, “den Burger konnte ich in der Follow App gar nicht entdecken. Es scheint noch Zeichen und Wunder zu geben.” Aber ich behalte das für mich – coole Mama und so. Außerdem betreut meine Schwester sie regelmäßig. Zudem habe ich auch noch im Ohr, wie eine Bekannte mit Typ-1-Diabetes mir erzählte, dass sie es zuhause als unglaublich nervig empfand, wenn ihre Mutter morgens oder nach der Schule als erstes ohne “Wie geht es Dir?” gleich mit Diabetesthemen anfing.

Zwischen Pizza, Bastelspaß und Bauchgefühl: Vertrauen statt Kontrolle

Ich höre mir also noch ein wenig den unbeschwerten Bericht von Nonies Wochenendabenteuer bei ihrer Cousine an und erfahre, wie sie durch die Zimmer toben, Häschen aus Klopapierrollen basteln und im Garten helfen. Einen Satz kann ich mir zum Abschluss allerdings doch nicht verkneifen: “Aber hör bitte in dich hinein, gerade wenn Du selbst mal keine Werte zum Ablesen hast. Du weißt schon.”

Ich lege auf. Jetzt kommen auch die Daten wieder. Halleluja. Aber, oh Schreck, ich greife gleich wieder zum Hörer. “Mein Engel, Dein Blutzucker ist im Sinkflug. Hast Du das gesehen?” “Es geht mir gut, Mama, ehrlich. Ich habe ja schon in mich hineingehorcht. Da ist aber alles normal. Ich denke mal, die Pumpe hat das im Griff. Chill Du mal in Deinem Sessel mit Deinem Buch. Du sagst doch immer, dass es bestimmt schon Staub angesetzt hat.”

Ich lächele. Der Sessel und das Buch haben mich in letzter Zeit wirklich selten gesehen. Und ist es nicht ein bisschen wie auf die Wetter-App schauen und sehen, dass es regnen wird, aber der Blick aus dem Fenster zeigt, dass der Wind die Wolken wegtreibt? Die Technik unterstützt uns, ersetzt aber nicht unsere eigene Wahrnehmung.

Selbstmanagement mit System – und ein bisschen loslassen lernen

Als Nonie zurück ist, stelle ich ihr die Burgerfrage: “Wie hast Du das hinbekommen?” Mit stolzer Brust erwidert sie: “Naja, also als die Werte zwei Stunden nach dem Burger noch ein bisschen hoch waren, habe ich die Pumpe gefragt, was sie machen würde und die vorgeschlagene Korrektur gespritzt. Ganz allein. Und an dem Nachmittag nach dem Pizzaessen sind wir durch die Zimmer getobt. Ich glaube, das hat ganz gut gepasst zusammen mit dem Sportmodus.”

Ihre Reflektion und Selbständigkeit, unterstützt durch die Technik, beeindrucken mich. Und ich glaube, ich habe einmal mehr erkannt, dass kontrolliertes Laufenlassen ein guter Weg sein kann, denn auf diese Weise konnte sich Nonie ganz allein und ohne, dass ich gleich hineingrätsche, mit ihrem Diabetes arrangieren.

Abends beim Ins-Bett-Bringen kommt sie ganz nah an mich heran und flüstert: “Aber ich find‘s auch klasse, dass wir jetzt zusammen sind und Du mir wieder mit dem Diabetes hilfst, denn dann kann ich etwas mehr chillen, auch wenn ich keine Bücher mit Staub drauf habe.”


Die elfjährige Nonie hat seit 2019 Typ-1-Diabetes. Ihre Mama Maren Sturny und sie meistern den Alltag als Team. Nonie lernt viel über ihren Diabetes und zieht auch gerne einmal ihre eigenen Schlussfolgerungen. Hin und wieder lässt sie Freunde oder die Familie an ihren Erkenntnissen teilhaben.

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2023; 11 (3) Seite 30

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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