Nonie blickt’s: „Metabolisches was, bitte???“

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© Christian Mentzel
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Nonie blickt’s: „Metabolisches was, bitte???“

In ihrer Kolumne „Nonie blickt’s“ erzählt Maren Sturny aus dem Diabetes-Familienalltag. In der ersten Folge dreht sich alles um Ausflüge, Pizza, das metabolische Gedächtnis und Pausen – denn man muss auch mal Fünfe gerade sein lassen.

“Mama, ich hab‘ dem metabolischen Dingsda heute Urlaub gegeben. Das muss sich doch auch mal erholen, oder?” Ich schmunzele. Sie hat sich für Pizza entschieden, ganz sicher. Wir sind mit der Familie auf dem Weg zu einem ausgedienten Schiff, das nun auf stillgelegten Schienen in Freiluftambiente mit einem lässigen Bewirtungskonzept zum Chillen einlädt. Ofenfrische Pizza ist eine Option, die Schlange oft endlos.

“Wovon redet Nonie?” fragen ihre Schwestern synchron, “metabolisches was, bitte???”. “Naja, davon, dass mein Körper echt schlau ist und sich jahrelang merkt, wenn ich Pizza esse. Und Mama macht nachts, dass er mit der Pizza klarkommt. Das ist halt metabolisch,” erwidert meine Kleine wissend. Ich ergänze: “Metabolisches Gedächtnis, genau,” und gebe ihr ein High Five.

Nonie fährt fort: “Und deshalb hab‘ ich ihm für heute frei gegeben. Dann kann ich Pizza essen und Mama hat trotzdem Ruhe nachts, weil manchmal dauert das halt etwas, bis mein Körper einsieht, dass Pizza das beste Essen der Welt ist.” Wir lachen. Nonie isst strahlend ihre Pizza. Ich mache mir gedanklich eine Notiz, die Werte später bewusst im Blick zu behalten.

Pizza, Poesie und ein freier Tag fürs metabolische Gedächtnis

Abends zu Hause ist alles im grünen Bereich. Prima. Stelle ich mir einen Wecker, um in einer Stunde nochmal nachzuschauen? Nicht nötig, hab‘ ich im Griff. Das Telefon klingelt: “Mein Schatz, Vati hat Corona. Was machen wir jetzt? Ihr wolltet doch übermorgen kommen.” Ich halte kurz inne und antworte: “Das wird wohl dann nichts, doofes Timing leider.” “Aber ich hab‘ doch schon eingekauft und – ach die schöne Käseplatte.”

Die nächste Stunde verbringe ich damit, meiner aufgelösten Mutter in blumigen Worten schmackhaft zu machen, dass Käse auch zu zweit super ist. Dann besprechen wir, was alles bis zu einem neuen Anlauf in der Tiefkühltruhe überleben kann, in dem Wissen, dass da auch noch Schätze aus dem letzten Jahrtausend schlummern.”

An den Blutzucker denke ich nicht mehr, die Wecker-Option hatte ich ja in gnadenloser Selbstüberschätzung abgewählt. Den Alarm der App stelle ich manchmal auch aus, wenn ich eh in dem Moment nichts ändern kann. Mein Hirn brummt nach dem Telefonat und eigentlich will ich nur noch ins Bett.

Käseplatte, Kurvenchaos und ein bisschen Quality Time

Plötzlich durchfährt es mich wie ein Blitz: “Oh nein, die Werte,” und ich sehe die Kurve mit Doppelpfeil nach oben. “Mist!” Ärgern hilft jetzt auch nichts. Die neue Pumpe denkt zum Glück mit, aber gegen Pizza kommt auch sie nur schwer allein an. Ich gebe ihr Rückenwind und spritze etwas Insulin.

Wie war das mit dem Urlaub fürs metabolische Gedächtnis? Der Gedanke zaubert mir trotz der späten Stunde ein Lächeln ins Gesicht. Echt einfallsreich, meine Kleine. Da fällt mir das alles gleich viel leichter. Und ein weiterer Gedanke gesellt sich hinzu: Immer, wenn ich aktiv werde, schenke ich meiner kleinen Maus im späteren Leben vielleicht etwas Quality Time. Und diese Momente addieren sich. Womöglich lächelt sie in einem dieser Momente zurück, wenn ihr ihre geniale metabolische Urlaubsidee wieder ins Gedächtnis kommt, wer weiß…


Die elfjährige Nonie hat seit 2019 Typ-1-Diabetes. Ihre Mama Maren Sturny und sie meistern den Alltag als Team. Nonie lernt viel über ihren Diabetes und zieht auch gerne einmal ihre eigenen Schlussfolgerungen. Hin und wieder lässt sie Freunde oder die Familie an ihren Erkenntnissen teilhaben.

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2022; 13 (4) Seite 30

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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