- Technik
Intelligente Einlegesohle: Sensortechnik soll Füße bei Diabetes schützen
2 Minuten
Ein neu entwickelter Prototyp für eine mit Sensortechnik versehene Einlegesohle soll dafür sorgen, dass Fehlbelastungen am Fuß frühzeitig erkannt werden. Die Entwicklung eines Maschinenbau-Studenten der Hochschule Osnabrück könnte somit zukünftig ein kostengünstiges und alltagstaugliches Instrument darstellen, um Menschen mit Diabetes vor einem Diabetischen Fußsyndrom zu schützen.
Nach Daten der Deutschen Diabetes Gesellschaft entwickelt etwa ein Drittel der Menschen mit Diabetes im Laufe des Lebens ein Diabetisches Fußsyndrom, rund 850.000 Betroffene pro Jahr. Häufig führen dauerhaft erhöhte Glukosewerte zu Nervenschäden und einer schlechteren Durchblutung. Druckstellen oder kleine Verletzungen bleiben dadurch oft unbemerkt, während Wunden schlechter heilen und sich entzünden können. Fehlbelastungen beim Gehen gelten als zentraler Auslöser dieser Problematik.
Mit diesem Ausgangspunkt beschäftigte sich Moritz Kampe, Maschinenbau-Student an der Hochschule Osnabrück. Er erklärte, sein Ziel sei die Entwicklung eines alltagstauglichen Systems gewesen, das kritische Druckbelastungen früh sichtbar mache und so präventives Handeln ermögliche.
Sensorik direkt in der Einlegesohle
Kampe integrierte für seinen Prototyp Sensorik, Elektronik und Auswertungstechnik in eine flexible Einlegesohle. Fünf Messpunkte erfassen Belastungen an biomechanisch relevanten Bereichen wie Ferse, Vorfuß und Zehen. Grundlage der Messung ist ein drucksensitives Polymer (Velostat), dessen elektrischer Widerstand sich bei Belastung verändert.
Das Material ist zwischen Textilschichten eingebettet und über flache Leitungen verbunden, sodass der Tragekomfort erhalten bleibt. Eine eigens entwickelte Platine verarbeitet die Signale in Echtzeit. Die Energieversorgung übernimmt eine Knopfzelle, die eine unabhängige Nutzung ermöglicht. Per Bluetooth gelangen die Daten an ein Endgerät, wo ein Algorithmus Schritte, Stand- und Schwungphasen erkennt und die Druckverteilung beim Abrollen berechnet. Diagramme und Heatmaps sollen ögliche Auffälligkeiten unmittelbar sichtbar machen.
Bedeutung für die Prävention des Diabetischen Fußsyndroms
Prof. Dr.-Ing. Jens Schäfer von der Hochschule Osnabrück bewertet das Projekt als wichtigen technischen Beitrag zur Diabetes-Prävention. Er betont, das Vorhaben zeige, dass sich eine medizinisch relevante Überwachung der plantaren Druckverteilung mit einfachen und vergleichsweise günstigen Mitteln realisieren lasse. Der Prototyp erkenne Unterschiede im Gangbild zuverlässig und bilde damit eine solide Grundlage für zukünftige Frühwarnsysteme.
Nächste Schritte und Forschungsperspektiven
Um aus dem Konzept ein marktfähiges Produkt zu entwickeln, verweist Kampe auf weitere notwendige Schritte. Dazu zählen Untersuchungen zur Langzeitstabilität, Anpassungen für den Alltagseinsatz sowie Fragen zur Recyclingfähigkeit intelligenter Textilien. Diese Aspekte sind Gegenstand des Verbundprojekts „ReSiST-AR – Recycling Strategies of Smart Textiles & automated Robotics“. Das Projekt wird vom Land Niedersachsen und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt und läuft von Oktober 2025 bis September 2027.
mit Materialien der Hochschule Osnabrück
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Psyche
3 Minuten
- Ernährung
4 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
diahexe postete ein Update vor 2 Tagen, 14 Stunden
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
-
ckmmueller postete ein Update vor 6 Tagen, 2 Stunden
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
-
diahexe antwortete vor 2 Tagen, 14 Stunden
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
-
-
anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747


