Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Ausschluss vom Schulsport nach Unterzuckerung – was nun?

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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Ausschluss vom Schulsport nach Unterzuckerung – was nun?

Nach einer schweren Unterzuckerung im Schulsport darf ein neunjähriger Junge plötzlich nicht mehr am Sportunterricht teilnehmen. Die Schule empfiehlt sogar einen Wechsel. Welche Rechte haben Kinder mit Diabetes bei solch einem Ausschluss, und welche Lösungen helfen, Ängste abzubauen und Teilhabe zu sichern?

Die Frage

Beim Schulsport ist unser Sohn Paul (9 Jahre) in eine schwere Unterzuckerung gekommen. Der Lehrer hat den Notarzt gerufen und zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Seither haben wir aber massive Probleme mit der Schule: Paul darf nicht mehr am Sportunterricht teilnehmen. Der Lehrer hat Angst, dass ein erneuter Vorfall möglicherweise nicht mehr glimpflich ausgeht. Die Rektorin hat uns sogar nahegelegt, dass Paul auf eine andere Schule wechseln sollte, wo man besser auf ihn aufpassen könne. Paul soll aber in seinem gewohnten Umfeld bleiben und auch wieder am Sportunterricht teilnehmen. Was können wir tun?

Familie G.

Die Antwort von Oliver Ebert

Dieser einmalige Vorfall darf natürlich nicht dazu führen, dass Ihr Kind dauerhaft vom Sportunterricht ausgeschlossen bleibt oder gar die Schule wechseln muss. Die Schule ist verpflichtet, alles Zumutbare zu tun, damit Kinder mit Behinderungen – dazu zählt auch Diabetes – am regulären Schulunterricht teilhaben können. Allerdings sind auch die Sorgen der Lehrer nachvollziehbar. Denn wenn etwas passieren sollte, können die verantwortlichen Aufsichtspersonen durchaus auch strafrechtlich belangt werden.

Aktuell wird in den Medien über ein Strafverfahren gegen zwei Lehrerinnen berichtet, die wegen fahrlässiger Tötung angeklagt sind: Bei einer Klassenfahrt ist eine Schülerin aufgrund der Folgen einer Überzuckerung gestorben. Den Lehrerinnen wird vorgeworfen, dass es nicht zum Tod gekommen wäre, wenn sie richtig gehandelt hätten.

Vor diesem Hintergrund ist es meines Erachtens daher schon verständlich, dass der Lehrer sich nun davor scheut, die Überwachung der Diabetes-Erkrankung zu übernehmen. Wichtig ist daher, dass man der Schule bzw. dem Lehrer die (berechtigten) Ängste nimmt und im Interesse des Kindes einvernehmlich nach einer Lösung sucht.

Möglicherweise lässt sich der Schulsport durch geeignete Maßnahmen so organisieren, dass solche Situationen künftig rechtzeitig erkannt und verhindert werden. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass die Glukosewerte bzw. Alarme auf eine Follower-App übermittelt werden, die Sie als Eltern bzw. der Lehrer auf dem Smartphone haben. Dadurch kann im Bedarfsfall gleich eingegriffen werden.

Sollte die Schule trotzdem weiter “mauern”, bleibt wohl nur der Weg über eine Schulbegleitung. Das heißt, eine Person, die während des Unterrichts den Blutzucker von Paul überwacht. Eine solche Hilfe kann vom Arzt als “besondere Krankenbeobachtung” verordnet werden. Die Kosten trägt die Krankenkasse, ggf. unter Beteiligung des Integrationsamts. Hiergegen können Schulen sich nur in Ausnahmefällen wehren – und sind daher spätestens dann meist für eine einvernehmliche Lösung offen.


von Oliver Ebert

Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2023; 11 (3) Seite 22

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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