- Eltern und Kind
Neue Kampagne: Kinder unterstützen durch Gesundheitsfachkräfte in der Schule
2 Minuten
Kinder mit Typ-1-Diabetes sind oft noch nicht in der Lage, ihren Stoffwechsel komplett allein zu managen. Zu Hause unterstützen dabei die Eltern. Aber wer tut es in der Schule? Eine Kampagne rückt daher nun Gesundheitsfachkräfte in den Fokus.
Lehrkräfte sind zunehmend überfordert. Sie sind für medizinische Themen weder ausgebildet noch zuständig”, sagt Prof. Dr. Andreas Neu, Past Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Kinderdiabetologe. Denn 15 Prozent der Kinder leben mit chronischen körperlichen oder psychischen Erkrankungen. Dazu gehören Verhaltensstörungen, Allergien oder Diabetes mellitus.
Lehrkräfte entlasten
Dass Schulgesundheitsfachkräfte Schule, Eltern und Kinder erheblich entlasten, zeigen Modellprojekte, Erfahrungen anderer Länder und Studien, wie Neu erläutert: “Einerseits können sie sich um die einfache medizinische Grundversorgung (…) kümmern und für Gesundheitsaufklärung sorgen. Andererseits leisten sie einen wertvollen und kompetenten Beitrag für Kinder mit täglichem Unterstützungsbedarf (…) und verhindern damit die Diskriminierung von chronisch kranken Kindern.”
Ein Viertel braucht Unterstützung
Von medizinisch ausgebildetem Personal an Schulen profitieren ganz besonders Kinder, die durch ihre chronische Erkrankung besondere Hilfestellung im Alltag benötigen. Untersuchungen zeigen, dass aktuell fast ein Viertel der Schulkinder eine weitergehende medizinische oder therapeutische Unterstützung benötigt.
“Bei einem Diabetes Typ 1 muss beispielsweise die Insulindosierung und die körperliche Bewegung exakt aufeinander abgestimmt werden, um gesundheitliche Komplikationen wie eine lebensgefährliche Unterzuckerung zu vermeiden”, erklärt PD Dr. Thomas Kapellen von der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD).
Trotz der zunehmenden Technologisierung in der Therapie seien Grundschulkinder in der Regel mit den Anforderungen ihrer Erkrankung überlastet. “Sie können ihren Diabetes nicht vollständig allein managen, weil sie komplexe Zusammenhänge nicht allein überblicken können – ebenso wenig das Lehrpersonal.”
Gefahr: Ausgrenzung
Je weniger sich chronische Erkrankungen in die Lebenswirklichkeit der Schulen einbinden lassen, desto größer ist die Gefahr, dass die Kinder schulische Ausgrenzung erleben. “Schlimmstenfalls müssen sie entgegen ihren Fähigkeiten auf den Besuch von Regelschulen verzichten, nur weil niemand sich für ihre Gesundheits-Fürsorge zuständig fühlt”, warnt Kapellen.
Oft springen Mütter ein – unter Verzicht
Um ihren Kindern den Besuch einer Regelschule zu ermöglichen, springen häufig die Mütter ein, wie die AMBA-Studie zeigte. In dieser Studie wurden die Alltags-Belastungen der Mütter von Kindern mit Typ-1-Diabetes, ihre Auswirkungen auf die Berufstätigkeit und der Bedarf an Unterstützungs-Leistungen im Alltag untersucht.
“Die von uns unterstützte AMBA-Studie belegt, dass 39 Prozent der Mütter von Kindern mit Typ-1-Diabetes den Umfang ihrer Arbeitszeit reduzieren. 10 Prozent gaben nach der Diabetesdiagnose ihres Kindes ihre Berufstätigkeit sogar gänzlich auf, um das Kind in Kita und Schule mitzuversorgen. Es darf nicht sein, dass eine Diabetesdiagnose insbesondere bei Müttern mit Karriere-Knick und Armuts-Risiko einhergeht. Schulgesundheitsfachkräfte würden dies ändern”, sagt Dr. Jens Kröger, Diabetologe und Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.
Online-Kampagne für mehr Aufmerksamkeit
Noch immer aber fehlen ein klares Bekenntnis und der entschiedene Wille seitens der Politik, medizinisches Fachpersonal an Schulen einzusetzen und Kinder mit chronischen Erkrankungen besser in die Regelschulen zu integrieren – trotz der offensichtlichen Vorteile von Gesundheitsfachkräften.
Deshalb starten DDG, AGPD, diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe, Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ), Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE), Diabetes-Kids.de, Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD) und Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) eine Online-Kampagne, um mehr Aufmerksamkeit auf dieses Problem zu lenken. Unter #InklusionStattAusgrenzung können Interessierte auf X, LinkedIn und Facebook die Kampagne verfolgen und unterstützen.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (10) Seite 14-15
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 4 Wochen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
