- Soziales und Recht
Sozialrecht: Hoffnung auf Unterstützung für Kinder mit Diabetes in Kita und Schule
3 Minuten
Kinder mit Diabetes sollen auch in Kita und Schule ein möglichst normales Leben führen können. Das zu organisieren, ist oft schwer. Zuständigkeiten sind unklar, Kapazitäten für nötige Unterstützung begrenzt. Nun steht eine Reform an. Was diese beinhaltet und was Fachverbände dazu sagen, lesen Sie hier.
Es hatte fast ein bisschen etwas vom Fahren im Windschatten: Wenige Tage, bevor die FinanzKommission Gesundheit ihre Vorschläge für mehr Einnahmen und weniger Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung vorlegte, veröffentlichte das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Gesetz-Entwurf zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Die Ideen zur Stabilisierung der Krankenkassen-Beiträge wurden viel diskutiert. Und in Rekordzeit wurde daraus ein Gesetz-Entwurf, den das Bundeskabinett mittlerweile verabschiedet hat.
Reformpaket auf dem Weg
Beim am 23. März vorgelegten Referenten-Entwurf zum „Ersten Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe“ ist das anders. Der Zeitplan des Familienministeriums sah für den 20. Mai eine Befassung des Bundeskabinetts mit dem Reformpaket vor. Der erste Durchgang im Bundesrat ist für den 10. Juli geplant und die erste Lesung im Bundestag für den 24. September. Verabschiedet werden soll das Gesetzespaket nach derzeitiger Planung mit der zweiten und dritten Lesung im Bundestag am 13. November. Der zweiter Durchgang folgt im Bundesrat am 18. Dezember.
Schon jetzt hat die geplante Reform wie fast alle Gesetze ein handliches Kürzel: 1. KJHSRG. Zentraler Aspekt ist der inklusive Ansatz. Damit ist das Zusammenführen der Zuständigkeiten für Leistungen der Eingliederungshilfe für junge Menschen mit und ohne Behinderung unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe gemeint.
Für die mehr als 37.000 Kinder mit Typ-1-Diabetes relevant sind andere Punkte, die das zuständige Ministerium ebenfalls unter den wichtigsten Inhalten der Reform nennt. Starke kommunale Infrastrukturen statt teurer Einzelhilfen sollen in den Fokus rücken. Die Rede ist von „infrastrukturellen Gruppenangeboten zur Bildungsassistenz an Kitas und Schulen“.
Großes Echo
Auf der Internetseite des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) gibt es eine Übersicht der Stellungnahmen von Verbänden zum Entwurf des 1. KJHSRG.
Bildungsassistenzen in Kitas und Schulen
Für Kinder und Jugendliche, die in Kita oder Schule eine Begleitung brauchen, soll künftig ein Angebot der Bildungsassistenz bereitgestellt werden. Geplant wird dieses von Jugendämtern, Kitas und Schulen gemeinsam geplant wird. Es soll sicherstellen, dass alle Kinder und Jugendlichen, die zusätzliche Unterstützung in Kita und Schule brauchen, diese in ihrer Schulklasse erhalten – und zwar gemeinsam. Das Ministerium selbst betont, dass Kindern und Jugendlichen mit individuellem Betreuungsbedarf auch künftig eine Einzelassistenz zur Seite gestellt werden soll.
Organisationen aus der Jugendhilfe zeigen sich etwas skeptischer. Für die Lebenshilfe könnte diese Strukturreform zwar die Weichen für mehr Inklusion und Teilhabe stellen. Gerade weil erstmals eine inklusive Infrastruktur auf den Weg gebracht werden soll. Doch sie drohe nun zum Spar-Instrument zulasten von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zu werden.
„Die Reform der Kinder- und Jugendhilfe muss unbedingt die Bedarfe der Kinder zuvorderst im Blick haben. Sie muss ihre Rechte stärken und bedürftige Familien entlasten und schützen. Sie kann nicht als primäres Ziel Kostendämpfung verfolgen. Wer an Kindern mit Behinderung spart, spart an den Schwächsten der Gesellschaft. Das ist unerträglich!“, kommentierte Ulla Schmidt, Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe und ehemalige Bundesgesundheitsministerin.
Dabei hat die Idee der „infrastrukturellen Bildungsassistenz“ gerade aus der Diabetologie viele Unterstützer, und zwar unter dem Namen Schulgesundheitsfachkräfte. Im Fall einer flächendeckenden Ausstattung der Schulen mit solchen Schulgesundheitsfachkräften erwarten Befürworter wie die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ), dass teure Individualbegleiter, bezahlt von den Krankenkassen nach hohen Stundensätzen, in den allermeisten Fällen überflüssig würden, da der Diabetes medizinisch versorgt und beobachtet wäre. Ein Kind mit Diabetes bedürfe dann in der Regel keiner Hilfe zur Teilnahme am Schulleben in Form von Eingliederungshilfe.
Gesunde Schule
- Bereits 1908 wurden in der Stadt Charlottenburg in Berlin „Schulschwestern“ etabliert.
- 2015 gab es in Schleswig-Holstein ein Modellprojekt zu Schulgesundheitsfachkräften.
- Acht Bundesländer haben bisher Modellprojekte umgesetzt.
Wunsch-Strukturen aufbauen
Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe sieht bezogen auf die „infrastrukturelle Bildungsassistenz“ allerdings noch besonders viele Fragen: Es handele sich um neu aufzubauende Unterstützungsstrukturen. Offen sei etwa, wie die strukturelle Planung zum Vorhalten von Assistenzkräften, über welche die Angebots-Landschaft künftig anstelle von bewilligten Individualleistungs-Ansprüchen gestaltet werden soll, stattfinden wird. Auch bleibe offen, wie Berücksichtigung finden kann, dass die Bedarfe der Kinder dabei weit auseinanderliegen können.
Als Beispiel nennt die Arbeitsgemeinschaft konkret die Hilfeleistung bei einer Insulintherapie aufgrund von Diabetes, die strukturgebende Anleitung wegen Konzentrations-Einschränkungen, die Gewährleistung von Sicherheit und Erster Hilfe bei epileptischen Anfällen oder die Kommunikations- und Anpassungs-Unterstützung im Kontext des Autismus-Spektrums. Um Rechtsklarheit für die Bürger, Behörden und Gerichte herzustellen, brauche es auch Hinweise, wodurch die Prüfung eines Individualleistungs-Anspruchs initiiert wird und wie einem Ausweichen mit Hinweis auf eine unter Umständen noch unzureichend ausgestattete Infrastruktur entgegengetreten werden kann.
Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) regt an, eine finanzielle Beteiligung des Bundes am Aufbau des Angebots von infrastrukturellen Bildungsassistenzen zu prüfen. Die liege zwar im Bereich der Aufgabenzuständigkeit der Länder, als gangbaren Weg sieht das Institut im Grundgesetz vorgesehene Finanzhilfen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der kommunalen Bildungsinfrastruktur.
von Marcus Sefrin
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (6) Seite 52-53
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen, 15 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 6 Tagen, 14 Stunden
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 6 Tagen, 12 Stunden
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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calvin240 antwortete vor 5 Tagen, 8 Stunden
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
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stephanie-haack postete ein Update vor 4 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 4 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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