- Eltern und Kind
Serie – AID-Systeme für Kinder und Jugendliche: Lena und Jan haben bei ihrer Diabetestherapie mit der t:slim X2 ein gutes Gefühl
4 Minuten

In der Reihe der Insulinpumpen-Systeme mit automatisierter Insulin-Dosierung (AID), die für Kinder und Jugendliche in Deutschland zugelassen sind, stellen wir nun die Insulinpumpe t:slim X2 von Tandem Diabetes Care vor, welche in Deutschland von VitalAire vertrieben wird.
Die t:slim X2 ist eine kleine, stabile Insulinpumpe, die über ihr großes und farbiges Touchdisplay leicht zu bedienen ist. Die Pumpe kann bei Kindern ab einem Alter von sechs Jahren, einem Körpergewicht von 25 kg und einer täglichen Insulinmenge von 10 Einheiten Insulin eingesetzt werden.
Seit 2021 ist sie in Kombination mit der Steuer-Software (Algorithmus) Control-IQ als System zur automatisierten Insulin-Dosierung verfügbar. Hierzu ist wie bei allen AID-Systemen das zusätzliche Verwenden eines Sensors zum kontinuierlichen Glukose-Messen (CGM) erforderlich. Die t:slim X2 kann sowohl in Kombination mit dem Sensor Dexcom G6 als auch Dexcom G7 verwendet werden.
Mit Control-IQ-Technologie gegen zu niedrige und zu hohe Werte
Die Control-IQ-Technologie hilft, Unterzuckerungen (Hypoglykämien) und zu hohe Glukosewerte (Hyperglykämien) zu verhindern und damit die Zeit im Zielbereich zu erhöhen. Dies erreicht der Algorithmus, indem er die Insulinzufuhr basierend auf den CGM-Daten automatisch an den aktuellen Bedarf des Trägers bzw. der Trägerin anpasst. Bei niedrigen Glukosewerten verringert oder unterbricht die Technologie die basale Insulinzufuhr, bei hohen Werten erhöht sie diese oder gibt zusätzlich automatische Korrektur-Boli ab.

Für die Mahlzeiten muss – wie bei anderen AID-Systemen – die Kohlenhydratmenge der Nahrung in die Pumpe eingegeben werden, damit der Bolus-Rechner die notwendige Insulinmenge für die Mahlzeit berechnen kann.
Lena möchte flexibel sein
Lena kam mit der intuitiven Menü-Führung der Pumpe sofort zurecht. „Das ist ja so leicht wie beim Smartphone“, schwärmt die 16-Jährige. Die Pumpe bietet drei verschiedene Aktivitäts-Profile: Normal, Bewegung und Schlaf. Im Schlaf-Modus strebt die Control-IQ-Technologie einen Zielbereich von 112,5 bis 120 mg/dl (6,2 bis 6,7 mmol/l) an. Am Wochenende schläft Lena gern aus. „Da wird es in der Regel 11 Uhr, bis ich aufstehe. Toll, dass ich in meiner Pumpe zwei verschiedene Schlafenszeiten programmieren kann. So weiß meine Pumpe schon automatisch, dass ich am Wochenende länger schlafe, und ich wache mit perfekten Werten auf.“
Beim Tennis hilft Lena das Aktivitäts-Profil Bewegung. „Bei mir bleiben die Werte stabil im Zielbereich, wenn ich 60 Minuten vor dem Training das Bewegungs-Profil aktiviere“, sagt sie. Bei Turnieren reicht das jedoch nicht aus, um Unterzuckerungen zu verhindern. „Das ist dann doch viel anstrengender als im Training“, berichtet Lena. Für solche Tage hat Lena ein eigenes Profil angelegt. Sie nennt es „Sport“. Hier kann sie die Kohlenhydrat- und Korrekturfaktoren sowie die Basalrate individuell einstellen, sodass die Pumpe deutlich weniger Insulin abgibt als sonst. „Das gleiche Profil nutze ich auch, wenn wir am Wochenende wandern gehen. Das ist super! Früher musste ich hier immer viele Extra-Kohlenhydrate essen“, berichtet Lena.
Mit der Pumpe meistert Jan seinen Alltag
Jan, sieben Jahre, ist ein aktiver, fröhlicher Junge, der erst seit Kurzem mit Diabetes lebt. Er wurde gleich bei Manifestation auf die t:slim X2 eingestellt. Eine Spritzentherapie hätte sich die Familie nicht vorstellen können. „Auch in der Schule ist der Diabetes dank der Pumpe kein Problem. Jan kann die Kohlenhydrate für sein Pausenbrot bereits selbst in die Pumpe eingeben und die Lehrerin schaut nur drüber, dass die Zahl auch korrekt ist. Hierdurch braucht Jan keinen Schulbegleiter. Diese Sonderstellung möchten wir als Familie für ihn nicht“, erklärt Jans Mutter.
Freitags gibt es bei Jans Familie oft Pizza. Der späte Glukoseanstieg durch den hohen Fett-Anteil kann durch Abgabe eines verzögerten Mahlzeitenbolus verhindert werden. „Unser Diabetes-Team hat uns den Tipp gegeben, 40 Prozent des Insulins sofort und 60 Prozent verzögert über zwei Stunden abzugeben. Damit hat Jan, auch wenn es Pizza gibt, gute Werte“, so die Mutter.
Das Auslesen der Daten der t:slim X2 ist über die Software bzw. App von Glooko möglich. Die Sensor- und Pumpendaten von Jan teilt die Familie mit dem Diabetes-Team. Jans Mutter ist sehr glücklich: „Hiermit habe ich die Möglichkeit, bei regelmäßigen telemedizinischen Terminen Therapie-Anpassungen gemeinsam mit dem Diabetes-Team zu machen. Alleine traue ich mich noch nicht. Zusammen mit dem Team bin ich aber sicher, für Jan immer die beste Einstellung zu haben.“
Kurzprofil für die t:slim X2
- ab einem Alter von sechs Jahren, einem Körpergewicht von 25 kg und einer täglichen Insulinmenge von 10 Einheiten Insulin zugelassen
- in Kombination mit dem CGM-System Dexcom G6 oder G7 und der Control-IQ-Technologie als Algorithmus als AID-System nutzbar
- korrigiert als AID-System automatisiert hohe und niedrige Glukosewerte
- die Modi „Bewegung“ und „Schlaf“ ermöglichen eine Anpassung der Zielbereiche und der Dosierungs-Strategien
Smartphone-Steuerung und Simulator-App
Jan und Lena sind mit ihrem AID-System sehr zufrieden und glücklich über die normnahen Glukosewerte. Auch in wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass sich sowohl die Zeit im Zielbereich als auch der HbA1c-Wert mit der t:slim X2 verbessern. Perfekt wäre für Lena, wenn sie die Pumpe über das Smartphone steuern könnte. In den USA ist dies über die t:connect-App bereits möglich. Für Deutschland ist die Zulassung noch im Jahr 2025 geplant.
Um die Funktionen und die Bedienung der Pumpe auszuprobieren, steht die t:simulator-App für iOS und Android kostenlos zur Verfügung. Hier können Bolus-Rechner und Pumpen-Einstellungen unverbindlich getestet werden. Für weitere Fragen können sich Interessierte an das Diabetes-Team wenden.

Im Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg werden Kinder und Jugendliche mit Diabetes interdisziplinär behandelt und individuell betreut. Für den Diabetes-Anker schreibt das Team regelmäßig Beiträge.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (8/9) Seite 44-45
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Eltern und Kind

3 Minuten
- Eltern und Kind

3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





