- Ernährung
Diagnose Typ-2-Diabetes – was darf ich jetzt noch essen?
4 Minuten
Nach der Diagnose Typ-2-Diabetes rollt eine Lawine an Fragen, verbunden mit Sorgen und Unsicherheit, auf viele Betroffene zu: Was darf ich jetzt noch essen? Ist Zucker komplett tabu? Kann ich noch ins Restaurant gehen oder im Urlaub auch mal etwas landestypisches Essen? Und was ist mit meinem Glas Rotwein am Abend oder einem kühlen Bier zum Grillen? Fragen über Fragen, auf die es von uns hilfreiche Antworten gibt.
Eines vorweg: Genussvolles und leckeres Essen und die Diagnose Typ-2-Diabetes schließen sich nicht aus. Allerdings ist es für die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes wichtig und sinnvoll, den Fokus aufs Essen neu zu justieren. Denn bei sehr vielen (rund 90 Prozent) ist es sinnvoll, zunächst einmal abzunehmen. Allein durch den Verlust von nur wenigen Kilos lässt sich der Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen. Vielleicht heißt das auch für Dich, dass es wichtig und sinnvoll ist, die Blutzuckerwerte über bewusstes Essen und regelmäßige Bewegung und Alltagsaktivitäten in Balance zu halten. Denn das gilt für die meisten Menschen, wenn sie die Diagnose Typ-2-Diabetes bekommen.
Eine kurze Zusammenfassung dazu findest Du auch hier in unserem aktuellen Video:
Diagnose Typ-2-Diabetes: Sind manche Lebensmittel nun verboten?
Ganz klar: Nein. Es gibt kein „böses“ und damit verbotenes Lebensmittel. In der Tat ist bei dem riesigen Angebot das ein oder andere dabei, welches suboptimal für den Diabetes ist. Oft sagen Menschen auch, sie hätten beim Essen gesündigt. Doch beim Essen gibt es keine Sünden, die der Körper verzeihen muss. Viel wichtiger ist es, darauf zu achten vermeintlich ungesündere Produkte in überschaubarer Menge und Frequenz ganz bewusst zu genießen.
Bei Typ-2-Diabetes bewusste Entscheidungen treffen, statt Frust zu schieben
Praktisch kann das so aussehen: Du magst gerne Schokolade, ein Glas Wein, das Wochenend-Croissant oder auch mal Pommes mit Currywurst? Sicher sind das alles Lebensmittel, die ganz schön viele Kalorien z.B. durch Fett, Zucker oder Alkohol mit enthalten. Und sie täglich zu konsumieren, wäre nicht nur bei Typ-2-Diabetes ungesund – auch für jeden Menschen ohne Diabetes sollten sie nicht jeden Tag auf dem Speiseplant stehen. Es macht viel mehr Sinn, sich bewusst für begrenzte Mengen zu entscheiden. Beispielsweise ein Glas Wein am Samstag und/oder Sonntag. Eine Tafel Schokolade pro Woche oder zweimal im Monat Pommes, Pizza oder Burger. Denn sich alles zu verkneifen, macht auf Dauer mehr Frust als Lust. Besser ist es, sich seine Lieblingsgenüsse in Abständen zu gönnen. So wird das Glas Wein oder das Croissant zu etwas ganz Besonderem und das Gefühl von Verboten bleibt aus.
Frisch und bunt – die guten Freunde beim Essen
- Die besten Begleiter für Dein tägliches Essen sind frisches Gemüse, Salate und frisches Obst. Besonders Beerenfrüchte, Wassermelonen, Kiwi, Orangen, Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen oder Äpfel bieten sich an. Ein bis zwei Portionen täglich sind eine gute Wahl. Was die Portionsmenge betrifft, heißt es: kleine Hände – kleine Portion, große Hände – größere Portion.
- Wenig sinnvoll ist es, Obst als Saft, Mus, Kompott oder Smoothies zu konsumieren. Auch wenn das auf Social-Media-Kanälen von zahlreichen Bloggern und Influencerinnen als gesunde Lebensmittel schlechthin angepriesen werden. Dabei sind oft weitaus weniger Ballaststoffe enthalten, wenn die Früchte zerkleinert oder gekocht sind.
- Ballaststoffe spielen bei Diabetes eine ganz wichtige Rolle. Sie helfen dabei, satt zu werden und das auch länger als eine halbe Stunde zu bleiben. Außerdem tragen sie zu einem gemäßigten Verlauf des Blutzuckers bei, sind wichtig für eine reibungslose Verdauung und für gesunde Darmbakterien und können zudem den Cholesterin-Spiegel im Blut positiv beeinflussen.
- Deshalb ist es auch so wichtig, neben frischem Obst so viel Gemüse und Salat zu essen, wie es geht. Denn beides hat so gut wie keine Kalorien, dafür aber viele Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
- Neben Knackfrischem sind Hülsenfrüchte, also Linsen, Erbsen, Bohnen oder Kichererbsen, gute Verbündete für leckeres und gesundes Essen.
- Wenn es Fleisch und Wurst sein soll, dann am besten vom Geflügel. Und: Lass Dir öfter mal Fisch schmecken. Zum Beispiel als Räucherlachs auf dem Vollkornbrot oder als Fischgericht mit Gemüse und roten Linsen.
- Auch Kartoffeln, Reis und Pasta sind nach wie vor möglich. Am besten in Kombination mit reichlich Gemüse.
Was ist mit Zucker und Kuchen – sind die nach der Diagnose Typ-2-Diabetes nun verboten?
Süßes ist heute bei Typ-2-Diabetes in kleinen Mengen möglich. Im Hinblick auf Kuchen empfiehlt es sich, selbst zu backen. Dann weißt Du, was in der süßen Leckerei steckt, kennst die Zahl der Kalorien und die Mengen an Fett, Kohlenhydraten und Zucker.
Ich empfehle Euch einen saftigen und einfach zu machenden Käsekuchen. Ein passendes Rezept findest Du hier:

Rezept für Fruchtigen Käsekuchen
Kuchen nach der Diagnose Typ-2-Diabetes … geht das nun überhaupt noch? Aber klar! Am günstigsten ist es, selbst zu backen. Denn so behältst Du Kalorien, Fett, Kohlenhydrate und Zucker im Auge. Eine Anregung gibt’s hier.
➤ zum Rezept
Zucker sollten wir alle nur wenig zu uns nehmen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt allen Erwachsenen eine Menge von höchstes 25 Gramm täglich. Das ist sehr überschaubar, denn eingerechnet werden hier neben Süßigkeiten und Kuchen auch süße Saucen wie Ketchup oder Asia-Saucen, Marmelade, Plätzchen und Fertiggerichte mit Zucker.
Ins Restaurant und auf Reisen kannst Du auch mit der Diagnose Typ-2-Diabetes nach wie vor gehen. Viele Restaurants bieten ihre Speisekarten im Internet an. Du kannst dich also schon vor dem Besuch erkundigen und überlegen, was Du vor Ort essen möchtest. Fürs Reisen empfiehlt es sich, vorab Infos über die landestypische Küche einzuholen. Das hilft Dir dabei, Dich entsprechend vorzubereiten. Mit Gemüse, Salat, frischem Obst, Geflügel, Hülsenfrüchten und Milchprodukten ohne Zusätze kannst Du auch auf Reisen genießen.
Diagnose Typ-2-Diabetes – Tipps zum Essen:
- Hast Du zu viel Gewicht, empfiehlt es sich, dies bewusst und langsam zu reduzieren – und Crash-Kuren zu vermeiden.
- Genieße zu jeder Mahlzeit frisches Gemüse oder Salat. Auch Tiefkühlgemüse ohne Zusätze ist passend.
- Zwei Portionen frisches Obst gehören auf den Speisezettel – am besten wasserreiche Sorten wie Beerenobst oder Wassermelone.
- Täglich ein bis zwei fettfreundliche Milchprodukte oder ungesüßte, vegane Alternativen sind eine gute Wahl.
- Wenn es Fleisch und Wurst geben soll, dann am besten Geflügel.
- Statt Baguette, Toast oder Stuten besser kerniges Bort und Vollkornbrot essen.
- Insgesamt sind ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkorngetreide, frisches Gemüse, Salat, frische Früchte und Hülsenfrüchte ideale Begleiter in Deinem täglichen Speiseplan.
- Genieße öfter mal Fisch, zum Beispiel gedünstet oder gegrillt oder als Räucherlachs.
- Zucker und Süßes sind nicht tabu, sollten aber nur in kleinen Mengen gegessen werden. Auch Alkohol nur in kleinen Mengen trinken.
- Bevor Du auf Reisen oder ins Restaurant gehst, erkundige dich vorab, was dort angeboten wird, um vor Ort leichter eine Auswahl treffen zu können.
Über die Autorin
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte, darüber informiert sie auch regelmäßig im Magazin des Diabetes-Ankers. Darüber hinaus schreibt sie über gesundes Backen, Frauengesundheit und Beauty-Themen auf ihrem Blog unter www.herzwiese24.de.

von Kirsten Metternich von Wolff
zuerst veröffentlicht am 23.03.2023, aktualisiert am 15.05.2023
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 3 Tagen, 22 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 4 Tagen, 14 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….