- Ernährung
Laubers Kolumne: 5 feine Delikatessen für Diabetiker
4 Minuten
Speziell für die Osterzeit beschreibt unser Kolumnist Hans Lauber fünf kulinarische Highlights, die auch Diabetiker mit Freude genießen dürfen.
Die Diagnose Lifestyle-Diabetes (auch Typ-2 genannt) muss nicht die Therapie Askese bedeuten. Wer die schnellen Kohlenhydrate klug dosiert, abends nicht zu viel isst, darf auch genießen. 5 Delikatessen, die gut schmecken und dem Zucker ein Schnippchen schlagen.
Grüntee: Jungbrunnen
Warum altern gerade so viele Japaner so vital? Weil sie so viel Grüntee trinken. Denn die unfermentierten Blätter der Camellia Sinensis sind ein seit über 5 000 Jahren genutztes Heilmittel. Im Vergleich zum Schwarztee hat die grüne Variante sehr viel mehr Vitamine, Spurenelemente und hochpotente Sekundäre Pflanzenstoffe.
Diese Stoffe können vor Krebs schützen, mindern alt machende Entzündungen, aktivieren das Immunsystem – und können sogar dafür sorgen, dass sich keine Infarkt gefährdenden Gerinnsel bilden. Denn die Gerbstoffe des Tees haben eine ähnlich blutverdünnende Wirkung wie Aspirin, und sie senken den Cholesterinspiegel.
Prächtig prunkt Grüntee auch mit den Schönheitsvitaminen B und C sowie mit wertvollen Mineralien, wie etwa Kupfer, was für glänzendes Haar sorgt. Kein Wunder, dass Grüntee das Lieblingsgetränk der Models ist.
Auch als „Zucker-Zähmer“ bewährt sich der Grüntee. Für mein Buch „Schlemmen wie ein Diabetiker“ hat der Düsseldorfer Immunbiologe Prof. Hubert Kolb herausgefunden, dass schon eine Tasse Grüntee am Tag das Insulin besser wirken lässt – und so ein veritabler Blutzucker-Balancierer ist. Auch wirkt der Tee positiv gegen allfällige Entzündungen, die inzwischen auch als eine Diabetes-Ursache gelten.
Aber das wichtigste Argument für Grüntee lautet: Er schmeckt großartig – ich möchte sein sanft bitteres Aroma nicht mehr missen. Nicht ganz billig ist das Vergnügen, aber es lohnt sich. Spannend sind auch Desserts mit Matcha, dem gemahlenen, besonders intensiven Grüntee. Hinreißend schmeckt etwa ein mit Stevia gesüßtes Matcha-Eis mit frischer Minze.
Wein: Zucker-Zähmer
Im Wein steckt Wahrheit – und es steckt auch ein wenig Gesundheit drin. So wirken einige seiner Inhaltsstoffe, vor allem Flavonoide, antioxidativ – verbessern damit die Fließeigenschaften des Blutes und erhöhen den Anteil des gefäßschützenden HDL-Cholesterins, was gerade für Diabetiker mit ihren oft vorgeschädigten Arterien sehr wichtig ist.
Generell scheint trockener Wein sich positiv auf die diabetische Stoffwechsellage auszuwirken. So glaubt ein Internist aus Baden-Baden, dass „der tägliche Genuss von 50 bis 300 ml Wein dazu beitragen kann, die Wahrscheinlichkeit des Diabetes-Ausbruchs zu halbieren“. Warum das so ist, beschreibt in „Zucker zähmen“ der Frankfurter Diabetologe Prof. Kristian Rett: „Offenbar verstärken alkoholische Getränke die Insulinwirkung, wobei der Wein am günstigsten zu sein scheint“.
Allerdings empfiehlt er einen „moderaten“ Genuss von einem 10-prozentigen Wein mit 30 Gramm Alkohol bei Männern, was rund drei „Achtele“ sind – und bei Frauen ist es etwas weniger, nämlich ein „Viertele“. Warum diese Unterschiede bestehen, können Sie am 17. Juli 2014 den Professor persönlich fragen, da eröffnen wir meinen „Diabetes Garten“ im Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt, wo natürlich auch eine Rebe wächst.
Möglichst trockene Weine mit unter vier Gramm Restzucker empfehle ich, etwa die leichten Gutedel von Karlheinz Ruser in Lörrach (07621/49 620) oder Hermann Dörflinger in Müllheim (07631/2207). Bei beiden Winzern können Sie gerne einen Gruß von mir ausrichten!
Weil Ostern ist, schickt es sich, daran zu erinnern, dass im Heiligen Land zu Zeiten von Jesu über 60! verschiedene Sorten Reben angebaut wurden. Auch spielte in der Liturgie der Wein immer eine wichtige Rolle – und der große Kirchenlehrer Augustinus besang das geistige Getränk mit diesen Worten:
„Wein stärkt den kranken Magen,
erfrischt die ermatteten Kräfte,
heilt Wunden an Leib und Seele“.
Austern: Aphrodisiakum
Ja, ja, ich weiß, die meisten Menschen mögen keine Austern. Leider auch deshalb, weil sie nie welche probiert haben. Damit entgeht ihnen ein großes kulinarisches Vergnügen, denn frische Austern mit ihrer einmaligen Melange aus wildem Fleisch und salzigem Meerwasser sind einfach ein Gedicht – und sie sind ein fast unschlagbares Präventionsprogramm.
So profitieren Diabetiker vor allem vom Spurenelement Zink, weil es das Insulin besser wirken lässt. Und da sind dann noch Vitamin A fürs scharfe Sehen und nervenstärkende B-Vitamine. Aber auch das unverzichtbare Diabetes-Mineral Magnesium steht in ausreichender Menge zur Verfügung.
Aber nicht nur dem diabetischen Stoffwechsel hilft die Meeresfrucht auf die Sprünge, auch die Liebe lodert. So schlürfte der rastlose Verführer Casanova täglich rund 50 Austern. Was der galante Italiener instinktiv richtig machte, kann heute die Wissenschaft erklären: Austern sind das Liebesmahl, das tatsächlich wirkt. Das liegt vor allem natürlich an den hochpotenten Eiweißen, aber auch an den im Fleisch schlummernden Mineralien Zink und Phosphor, welche den schlafenden Testosteronen Flügel verleihen.
Wer keine Austern mag – und trotzdem gerne den erotischen Frühlingsgefühlen frönen möchte: Der Austern-Begleiter Champagner perlt sanft – und diese Kohlensäure lässt den Alkohol schneller ins Blut flutschen, wo er den Kreislauf erwartungsvoll beschleunigt.
Wildfleisch: Fettverbrenner
Es waren wilde Zeiten, als unser Stoffwechsel vor über 10 000 Jahren programmiert wurde. Der Kampf um Nahrung, der Kampf ums Dasein bestimmte das tägliche Leben. Eine besondere, aber sehr seltene Delikatesse war Fleisch – und das gab es praktisch nur als gejagtes und erlegtes Wild. So ist unser Körper also genetisch großartig auf Wild und seine Inhaltsstoffe eingestellt.
Vor allem haben Wildtiere wie Rehe und Hirsche sehr viel mehr Taurin im Blut als die zahmen Artgenossen. Eine wichtige Eigenschaft hat diese Aminosäure: Sie hilft, das Fett besser zu verbrennen – was tendenziell der schlanken Linie frommt. Auch hält sie das Cholesterin in Schach und öffnet dem Knochen- und Diabetes-Vitamin D den Weg in den Körper.
Auch Sportler schätzen diesen Eiweißbaustein, weil er die Ausdauerleistung erhöht. Es sieht also so aus, als wenn unser Körper für die Aufnahme größerer Mengen Taurin vorbereitet ist. Diese Tatsache macht sich bewusst oder unbewusst eine extrem erfolgreiche Firma zunutze: Red Bull. Nur da ist das schlankmachende Taurin meist leider mit dick machendem Zucker verbunden.
Meine Empfehlung: Lieber einen frischen Maibock, das zarteste Wild des Jahres. Dazu einen schönen Spätburgunder.
Schokolade: Glücksbringer
Es ist Deutschlands erfolgreichstes Museum. Wahre Pilgerströme ergießen sich den Rhein entlang ins Kölner „Schokoladenmuseum“ – und heraus kommen zufrieden lächelnde Menschen mit großen Tüten, voll gestopft mit viel Süßem. Ja, es stimmt, Schokolade macht glücklich.
Aus zwei Gründen: Da ist zum einen der Zucker in der Schokolade, der für einen kurzen schnellen Kick sorgt – und dann leider einen Abfall des Blutzuckers. Um den wiederum auszugleichen, schüttet der Körper Insulin aus – und das ist halt ein Masthormon, was dick macht, den Diabetes befördert.
Aber es gibt eine Alternative! Schokolade mit gaaanz viel Kakao und kaum Zucker. Auch die gibt es im „Schokoladenmuseum“, aber ganz versteckt im Laden, wo die Schokos mit über 80 Prozent Kakaogehalt zu finden sind, etwa die 85-prozentige „Lindt Edelbitter Kräftig“.
Denn Kakao ist der zweite Glücksstoff in der Schokolade – und er ist der nachhaltigere: Einige 100 Wirkstoffe haben die Forscher im „Theobroma cacao“ analysiert. Da sind vor allem Theobromin und Koffein, die das Nervensystem stimulieren, wach und glückselig machen. Gesund ohne Ende ist in der Götterspeise auch das Flavonoid Epichatechin, welches das Blut flotter fließen lässt, den Blutdruck absenkt – und so das Herz gesund erhält.
von Hans Lauber
- E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
- Internet: www.lauber-methode.de
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 5 Tagen, 14 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 5 Tagen, 13 Stunden
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 5 Tagen, 11 Stunden
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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calvin240 antwortete vor 4 Tagen, 8 Stunden
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 6 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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