Laubers Kolumne: Auch Stevia-Cola ist Zucker-Cola!

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Laubers Kolumne: Auch Stevia-Cola ist Zucker-Cola!

Eine grüne Mogelpackung ist die mit künstlicher Stevia gesüßte „Life“ Coca-Cola, findet unser Kolumnist Hans Lauber. Er empfiehlt dem Konzern, lieber auf Basis der natürlichen Stevia ein intelligentes Getränk zu entwickeln.

Helle Aufregung herrschte im Jahr 2006. Damals veröffentlichte ich mein Buch „Schlemmen wie ein Diabetiker“, wo ich erstmals Pflanzen vorstellte, die den Blutzucker natürlich balancieren. Dazu gehörte auch Stevia, eine natürlich süßende Pflanze, deren Nutzung damals aber verboten war. Trotzdem empfahl ich das Kraut, schließlich hatte mir der Biologe Prof. Hubert Kolb, der mich wissenschaftlich beriet, die Unbedenklichkeit bestätigt.

„Das geht gar nicht, das ist verboten, das kann ernste Konsequenzen haben“, warnten Experten. Aber es gab keine Konsequenzen. Das wunderte mich nicht, denn schon damals hörte ich, dass große Süßkonzerne wie Coca-Cola auf eine Lockerung des Verbots in den USA und Europa drängten, um endlich ihre zu süßen Produkte besser verkäuflich zu machen.

„Gesünderes Leben“ mit zu viel Zucker und künstlicher Stevia

Nun, einige Jahre später wurde das in Südamerika und Japan seit Jahrzehnten ohne Probleme genutzte Heilkraut tatsächlich freigegeben – allerdings nicht in seiner natürlichen Form als süßende Blätter, sondern als chemischer Pflanzenauszug. Genau mit diesem Stevia-Extrakt süßt nun Coca-Cola seine massiv als Beitrag für ein „gesünderes Leben“ beworbene „Life“-Cola, die mit einer grünen Banderole geschickt auf natürlich getrimmt wird. Doch das ist eine doppelte Mogelpackung: Zum einen enthält auch „Life“ noch Zucker, nämlich 34 Gramm pro halbem Liter statt 54 Gramm in der normalen Cola. Zum Vergleich: das sind fast SIEBEN Zuckerwürfel – eine Süßflut, die dick machendes Insulin ausschütten lässt. Und Übergewicht ist die Hauptursache für Diabetes.

Auch ist der Stevia-Extrakt nicht wirklich natürlich, sondern stark künstlich. Denn dahinter steckt „ein industrieller Prozess, für den Hitze, chemische Hilfsstoffe und etliche Arbeitsschritte benötigt werden“, wie die Sonntags-FAZ vom 31. Mai 2015 schreibt. Also ist es wieder einmal nichts mit der von den Süßmultis immer wieder gerne verbreiteten Mär, dass süßer Genuss ohne Reue möglich sei. Eine Mär, die mit dafür sorgt, dass jedes Jahr allein in Deutschland über 300 000 neue Fälle von Typ-2-Diabetes auftreten, was auf Dauer das Gesundheitswesen in den finanziellen Abgrund treibt.

Mit einer Milliarde Euro die Lebensmittelampel verhindert

Massive Abhilfe könnte hier die von vielen Wissenschaftlern geforderte Lebensmittelampel bringen – ein für die Verbraucher leicht erkennbares System, das dick machende Süßbomben mit einem roten Punkt belegen würde. Einen solchen Punkt würde übrigens auch „Life“ bekommen. Kein Wunder, dass die Nahrungskonzerne über eine Milliarde Euro zur Verhinderung dieser Kennzeichnung ausgegeben haben, wie die Anti-Lobby-Organisation Corporate Europe Observatory vorrechnet.

Haben die Konzerne, welche die Ampel mit ihrer Kampagne verhindert haben, also gewonnen? Es scheint so. Aber es ist ein Pyrrhus-Sieg. Denn langsam merken die Konsumenten, dass sie an der Nase herumgeführt werden. Einerseits schmecken diese künstlichen Produkte nicht wirklich gut. Zum anderen greifen langsam die Appelle, welche die Folgen der zunehmenden Fettleibigkeit anprangern. So konstatierte der US-Korrespondent Roland Lindner in der FAZ vom 12. Juni 2015 einen „Appetitwandel in Amerika“:

„Viele Amerikaner haben ihre Definition einer gesunden Ernährung geändert. Unternehmen wie Kellogg, Kraft oder McDonald´s kämpfen in der Heimat mit gewaltigen Schwierigkeiten“. Und: „Bei den gegenwärtigen Veränderungen der Essgewohnheiten geht es nicht einfach nur darum, auf die schlanke Linie zu achten. Für viele Amerikaner ist ein niedriger Kaloriengehalt kein Kaufargument mehr, wenn sie die Zutaten eines Produktes für fragwürdig halten. Das ist ablesbar an der nachlassenden Popularität der mit künstlichen Süßstoffen versetzten Versionen von Limonaden wie Coca-Cola und Pepsi“.

Die Konsumenten wollen natürliche Produkte!

Insofern ist der Vorstoß mit der Stevia-Cola ein verzweifelter Versuch, den Absatzschwund zu stoppen. Der Vorstoß dürfte scheitern, was zu begrüßen ist! Besser wäre es, Coca-Cola würde Produkte entwickeln, welche die echte Süße von Stevia auf natürliche Weise nutzen.

In meinem kommenden Buch „Heimatküche für Diabetiker“ werde ich solche von mir entwickelten Getränke vorstellen. Gerne kann Cola dann bei mir abkupfern. Millionen Diabetiker wären sicher dankbar.


von Hans Lauber

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  • stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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