- Aus der Community
Die perfekte Diabetikerin
3 Minuten
Vor ungefähr einem Monat war mein Diabetes mal wieder völlig außer Kontrolle und ich am Boden zerstört. Meine Gedanken kreisten pausenlos um meine Blutzuckerwerte, Kohlenhydrate, Bewegung, Stress und den nächsten Arzttermin. Immer wieder fragte ich mich: „Was habe ich denn diesmal falsch gemacht?“ und „Wieso können meine Werte nicht einfach perfekt sein?“
Da machte es in meinem Kopf plötzlich „klick“ und ein Gedanke ploppte auf: Wer zur Hölle ist eigentlich diese „perfekte“ Diabetikerin, die ich die ganze Zeit sein will?
Ich kann es euch verraten.
So sieht meine „perfekte“ Diabetikerin aus
Meine „perfekte“ Diabetikerin ist 24/7 in ihrem Zielbereich.
Sie geht morgens mindestens 60 Minuten Joggen.
Isst pro Mahlzeit nie mehr als 30 KHE und hat einen HbA1c-Wert von 5,0 %.
Die „perfekte“ Diabetikerin schafft es auch an ihrem monatlichen Cheat Day, die fette Pizza richtig zu berechnen, und hat die Wörter Hypoglykämie und Hyperglykämie aus ihrem Sprachgebrauch gestrichen.
Bei ihr gibt es keine defekten Sensoren oder abgeknickte Kanülen.
In der Nacht schläft sie wie ein Baby und morgens ist sie ausgeruht und fit.
Die „perfekte“ Diabetikerin ist völlig Stress-resistent, immer gut gelaunt und hat selbst während ihrer Monatsblutung die besten Werte.
Denn meine „perfekte“ Diabetikerin mag keinen Kuchen, geht nie bis spät in die Nacht mit ihren Freunden trinken und raucht nicht.
Meine „perfekte“ Diabetikerin lebt für ihre guten Werte, nicht für sich.
Deswegen bin ich nicht sie.
Darum bin ich nicht die „perfekte“ Diabetikerin
Denn ich liebe Kuchen und esse öfter Pizza, als ich sollte.
Ich gehe gern aus und trinke und rauche dann auch viel zu viel.
Ich unterzuckere gern mal in der Nacht und habe morgens dicke Augenringe und bin die meisten Tage alles andere als ausgeschlafen.
Ich gehe in die Uni und auf Arbeit und bin davon manchmal gestresst.
Ich mache nicht jeden Tag Sport und vor allem nie eine ganze Stunde.
Ich esse oft mehr als 30 KHE pro Mahlzeit und liege danach gern auf der Couch.
Ich habe nicht immer gute Laune und mein Diabetes ist dann genauso zickig wie ich.
An manchen Tagen denke ich nicht über meine Werte nach und esse das, was ich will.
Ich habe unheimliche Angst vor Spätfolgen und dem nächsten Arzttermin.
Aber ich strenge mich jeden Tag an, mein Bestes zu geben. Versuche, den Diabetes im Zaum zu halten. Manchmal, da habe ich gute Wochen, und manchmal schlechte.
#wirsindviele
Und ich weiß, ich bin damit nicht allein. Da draußen sind viele wunderbare Typ-1-Diabetikerinnen und -Diabetiker, die jeden Tag mit ihrer Krankheit kämpfen. Wir alle verlieren ab und zu mal und müssen uns dann geschlagen geben. Aber nur für den Moment. Am nächsten Tag geben wir wieder unser Bestes. Wir alle sind eben nicht nur Diabetiker, sondern auch ganz normale Menschen – Mütter, Väter, Freunde, Studenten, Kinder, Teenager. Unser Leben wird nicht ausschließlich vom Diabetes bestimmt, obwohl er ein großer Teil davon ist. Auch wenn es Ärzte gibt, die versuchen, uns zu erzählen, dass wir „perfekt“ sein müssen, um gut leben zu können.
Man muss seine persönliche Mitte finden zwischen dem Diabetes-Leben und dem ganz normalen Alltag. Oft sind unsere Erwartungen höher, als es die Realität zulässt. Wir streben Ziele an, die manchmal nur schwer erreichbar sind, und das wirft uns zurück. So sollte das nicht sein, so sollte man mit einer Krankheit nicht umgehen, allein weil es der mentalen Gesundheit schadet.

Ich habe Spaß am Leben!
Ich will gar nicht perfekt sein, denn ich bin die meiste Zeit eigentlich ganz zufrieden. Ich habe eine Menge Spaß am Leben, egal ob meine Werte gut oder schlecht sind. Ich versuche, mich weniger über schlechte Werte zu ärgern und mehr über gute Werte zu freuen.
Mein Diabetes wird mich mein ganzes Leben noch begleiten. Wenn ich mir vorstelle, mir bei jedem schlechten Tag ewig den Kopf zu zerbrechen, dann glaube ich nicht, langfristig glücklich zu sein und meine realistischen Ziele zu erreichen. Ein schlechter Tag oder eine schlechte Woche macht noch keine Spätfolge.
Ich bin keine „perfekte“ Diabetikerin und werde auch nie eine sein.
Ich bin einfach nur eine Diabetikerin, die jeden Tag kleine Kämpfe gewinnt oder verliert.
Ich bin eine Diabetikerin, die mit ihrer Krankheit lebt und nicht für sie.
Vom Perfektionismus getrieben kam auch Steffi immer tiefer in eine Abwärtsspirale. Über ihren Weg und die psychische Belastung schreibt sie in dem Beitrag Steffis Notizbuch – Psyche, Sucht und Diabetes
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uho1 postete ein Update vor 4 Tagen, 10 Stunden
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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ckmmueller postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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