Eis geht immer – auch bei Diabetes

3 Minuten

Eis geht immer – auch bei Diabetes
Foto: Alexander Raths – stock.adobe.com
Eis geht immer – auch bei Diabetes

Ein leckeres Eis passt immer. Ganz gleich, ob als Dessert nach einem Hauptgang oder als Leckerei zwischendurch, ob in der Waffel oder im Becher: Eis ist und bleibt eine beliebte Süßspeise. Gerade jetzt im Sommer stellt sich vielen die Frage: Wie passt Eis denn zum Diabetes?

116 Kugeln oder etwas mehr als acht Liter Eis isst jeder und jede von uns Jahr für Jahr, sagt der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Grund genug, mal genauer hinzuschauen. Hier erfährst Du wichtige Fakten zum Thema Speise-Eis:

  • Wir haben für Dich zusammengestellt, wie viele Kalorien und Kohlenhydrate in gängigen Eissorten pro Portion enthalten sind.
  • Da sich Eiscreme auch prima selbst herstellen lässt, zeigen wir Dir im Video, wie Du im Handumdrehen zuckerfreies Frozen-Joghurt-Eis zubereiten kannst.
  • Zudem findest Du hier auch ein Rezept für cremiges, sehr leckeres und dabei fett- und kalorienfreundliches Schoko-Eis.
  • Und selbstverständlich sind auch wieder viele Informationen zum Diabetes mit dabei.

Wer Typ-1- oder Typ-2-Diabetes hat, muss nicht auf Eis verzichten. Sinnvoll ist es aber, den Blutzucker im Auge zu behalten. Außerdem spielt es eine Rolle, wie viel Fett und wie viele Kalorien in den gewählten Eissorten enthalten sind. Und wer abnehmen oder generell auf seine Gewicht achten möchte, wählt am besten kleinere Portionen. Praktisch sind zum Beispiel Miniversionen gängiger Eissorten wie Eis-Konfekt oder Klassiker im Miniformat.

Eis und Diabetes – was ist dabei wichtig?

Eis ist nicht gleich Eis. So sind Fruchteis und Sorbet nahezu fettfrei, dafür liefern sie jedoch reichlich Kohlenhydrate durch Zucker. Der wandert deutlich schneller ins Blut als Kohlenhydrate aus Milchspeise-Eis. Besonders bei Typ-1-Diabetes, wenn es ohne Insulin nicht geht, empfiehlt es sich daher, Fruchteis und Sorbet mit etwas Sahne zu essen. Das Fett aus der Sahne sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Eis langsamer ins Blut wandert. Das ist dann so ähnlich wie beim Genuss von Milchspeise-Eis, in dem ja schon per se Fett enthalten ist.

Rezept für-Schoko-Erdnuss-Eis

Rezept für Schoko-Erdnuss-Eis

Selbstgemacht schmeckt oft am besten – das gilt auch für Speise-Eis. Hier findest Du ein Rezept für cremiges, sehr leckeres und dabei fett- und kalorienfreundliches Schoko-Eis.

➤ zum Rezept

Augen auf bei Frozen Joghurt, veganem und laktosefreiem Eis

Schau bei vermeintlich gesunden Eissorten wie Frozen Joghurt genau hin: Auch hier wird meistens reichlich Zucker verwendet. Zum einen wird damit die Joghurtmasse gesüßt, und zudem wird häufig gezuckertes Obst verwendet.

Das kann übrigens auch bei fettarmen Produkten der Fall sein. Auch sie können püriertes oder gezuckertes Fruchtmus enthalten. Das Eis ist dann zwar fettärmer, liefert aber dafür mehr Kohlenhydrate, die schnell ins Blut gehen, weil das Fett als „Bremse“ fehlt. Auch veganes oder laktosefreies Eis ist nicht automatisch kohlenhydrat- oder fettärmer als herkömmliche Sorten.

Kalorien (kcal) und Kohlenhydrate (KH) in verschiedenen Eis-Sorten

  • Eiskonfekt, 5 Stück (33 g): 116 kcal, 9 g KH
  • Cola-Eis, laktosefrei (105 g): 87 kcal, 21 g KH
  • Cornetto-Eis im Hörnchen, Nuss (75 g), 230 kcal, 26 g KH
  • Eiskaffee (200 ml): 216 kcal, 13 g KH
  • Magnum Classic (86 g): 260 kcal, 25 g KH
  • Magnum vegan Mandel (90 g): 238 kcal, 22 g KH
  • McSunday Schoko-Eis (152 g): 285 kcal, 46 g KH
  • Milchspeise-Eis, 1 große Kugel (75 g): 188 kcal, 9 g KH
  • Softeis, kleine Portion (50 g): 65 kcal, 12 g KH
  • Frucht-Sorbet laktosefrei (65 g): 90 kcal, 21 g KH   

Quelle: Kalorien mundgerecht, 17. Auflage 2023, UZV Verlag

Aber es gibt auch leckeres Eis ohne Zuckerzusatz und in fettfreundlicher Variante. Ich zeige Dir im folgenden Video, wie Du in weniger als fünf Minuten ein zuckerfreies, cremiges Frozen-Joghurt-Eis selbst machen kannst:

Natürlich schmeckt auch Speiseies aus dem Supermarkt gut. Mein Tipp: Schau auf die Zutatenliste auf der Verpackung. Auf der Rückseite findest Du neben der Zutatenliste, in der alle Bestandteile nach ihrer Menge in absteigender Reihenfolge aufgelistet sind, die Nährwertanalyse. Hier kannst Du genau sehen, wie viele Kalorien, Fett, Kohlenhydrate und Zucker im Eis stecken.

Nährwertberechnung für eine Kugel normal gezuckertes Eis – so funktioniert’s 

Mit Hilfe der Nährwertanalyse auf der Eispackung kannst Du Dir für jedes Eis ausrechnen, wie viele Kohlenhydrate in Deiner Portion enthalten sind:

  1. Schaue dazu auf die Zutatenliste und die Nährwertanalyse des Eises, das Du gerne essen möchtest.             
  2. In der Nährwertanalyse auf der Eisverpackung steht zum Beispiel:
    • 100 g Vanilleeis enthält: 2 g Eiweiß, 6 g Fett, 10 g Kohlenhydrate, 102 kcal
  3. Du möchtest eine kleine Kugel Eis mit einer Menge von 50 g essen:
    • Teile die Kohlenhydratmenge durch zwei:10 g KH / 2 = 5 g KHFür eine BE rechnest Du: 5 g KH / 12 = 0,4 BE
    • Für eine KE rechnest Du: 5 g KH / 10 = 0,5 KE
  4. Auch die restlichen Nährwertangaben dividierst Du für die 50 g-Kugel/Portion durch zwei:
    • Das ergibt: 1 g Eiweiß, 3 g Fett und 51 kcal. 
  5. Eine Kugel Vanilleeis von 50 g enthält nach dieser Rechnung also:
    • 5 g Kohlenhydrate (0,4 BE/0,5 KE)1 g Eiweiß3 g Fett
    • 51 Kilokalorien

Es spricht also nichts dagegen, ab und zu ein leckeres Eis zu genießen. Und wer Zeit und Lust hat, macht sein Eis am besten selbst. Dann weißt Du genau, was drinsteckt.

Über die Autorin

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte, darüber informiert sie auch regelmäßig im Magazin des Diabetes-Ankers. Darüber hinaus schreibt sie über gesundes Backen, Frauengesundheit und Beauty-Themen auf ihrem Blog unter www.herzwiese24.de.



Kirsten Metternich von Wolff

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Haferkur und Hafertage bei Diabetes: Wirkung auf den Blutzucker, Ablauf und Anwendung im Alltag

Erfahren Sie, wie eine Haferkur und Hafertage bei Typ-2-Diabetes helfen können, den Blutzucker zu stabilisieren. Plus: Ablauf, Rezepte und medizinische Einschätzung.
Haferkur und Hafertage bei Diabetes: Wirkung auf den Blutzucker, Ablauf und Anwendung im Alltag | Foto: Drazen – stock.adobe.com

12 Minuten

Närrische Jahreszeit mit Diabetes: So bleibt der Glukosespiegel stabil beim Feiern

Karneval, Fastnacht, Fasching – nun beginnt der Höhepunkt der närrischen Tage und bei Rosenmontagszügen und Kappensitzungen ist ausgiebiges Feiern angesagt. Menschen mit Diabetes können diese närrische Jahreszeit dabei ebenso feiern wie Stoffwechselgesunde. Sie müssen zwar auf ihre Ernährung achten, alkoholische Getränke und Süßigkeiten sind jedoch nicht zwangsweise tabu, wenn sie ihren Glukosespiegel dabei im Blick …
Närrische Jahreszeit mit Diabetes So bleibt der Glukosespiegel stabil beim Feiern

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

Verbände