- Ernährung
Eis geht immer – auch bei Diabetes
3 Minuten

Ein leckeres Eis passt immer. Ganz gleich, ob als Dessert nach einem Hauptgang oder als Leckerei zwischendurch, ob in der Waffel oder im Becher: Eis ist und bleibt eine beliebte Süßspeise. Gerade jetzt im Sommer stellt sich vielen die Frage: Wie passt Eis denn zum Diabetes?
116 Kugeln oder etwas mehr als acht Liter Eis isst jeder und jede von uns Jahr für Jahr, sagt der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Grund genug, mal genauer hinzuschauen. Hier erfährst Du wichtige Fakten zum Thema Speise-Eis:
- Wir haben für Dich zusammengestellt, wie viele Kalorien und Kohlenhydrate in gängigen Eissorten pro Portion enthalten sind.
- Da sich Eiscreme auch prima selbst herstellen lässt, zeigen wir Dir im Video, wie Du im Handumdrehen zuckerfreies Frozen-Joghurt-Eis zubereiten kannst.
- Zudem findest Du hier auch ein Rezept für cremiges, sehr leckeres und dabei fett- und kalorienfreundliches Schoko-Eis.
- Und selbstverständlich sind auch wieder viele Informationen zum Diabetes mit dabei.
Wer Typ-1- oder Typ-2-Diabetes hat, muss nicht auf Eis verzichten. Sinnvoll ist es aber, den Blutzucker im Auge zu behalten. Außerdem spielt es eine Rolle, wie viel Fett und wie viele Kalorien in den gewählten Eissorten enthalten sind. Und wer abnehmen oder generell auf seine Gewicht achten möchte, wählt am besten kleinere Portionen. Praktisch sind zum Beispiel Miniversionen gängiger Eissorten wie Eis-Konfekt oder Klassiker im Miniformat.
Eis und Diabetes – was ist dabei wichtig?
Eis ist nicht gleich Eis. So sind Fruchteis und Sorbet nahezu fettfrei, dafür liefern sie jedoch reichlich Kohlenhydrate durch Zucker. Der wandert deutlich schneller ins Blut als Kohlenhydrate aus Milchspeise-Eis. Besonders bei Typ-1-Diabetes, wenn es ohne Insulin nicht geht, empfiehlt es sich daher, Fruchteis und Sorbet mit etwas Sahne zu essen. Das Fett aus der Sahne sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Eis langsamer ins Blut wandert. Das ist dann so ähnlich wie beim Genuss von Milchspeise-Eis, in dem ja schon per se Fett enthalten ist.

Rezept für Schoko-Erdnuss-Eis
Selbstgemacht schmeckt oft am besten – das gilt auch für Speise-Eis. Hier findest Du ein Rezept für cremiges, sehr leckeres und dabei fett- und kalorienfreundliches Schoko-Eis.
Augen auf bei Frozen Joghurt, veganem und laktosefreiem Eis
Schau bei vermeintlich gesunden Eissorten wie Frozen Joghurt genau hin: Auch hier wird meistens reichlich Zucker verwendet. Zum einen wird damit die Joghurtmasse gesüßt, und zudem wird häufig gezuckertes Obst verwendet.
Das kann übrigens auch bei fettarmen Produkten der Fall sein. Auch sie können püriertes oder gezuckertes Fruchtmus enthalten. Das Eis ist dann zwar fettärmer, liefert aber dafür mehr Kohlenhydrate, die schnell ins Blut gehen, weil das Fett als „Bremse“ fehlt. Auch veganes oder laktosefreies Eis ist nicht automatisch kohlenhydrat- oder fettärmer als herkömmliche Sorten.
Kalorien (kcal) und Kohlenhydrate (KH) in verschiedenen Eis-Sorten
- Eiskonfekt, 5 Stück (33 g): 116 kcal, 9 g KH
- Cola-Eis, laktosefrei (105 g): 87 kcal, 21 g KH
- Cornetto-Eis im Hörnchen, Nuss (75 g), 230 kcal, 26 g KH
- Eiskaffee (200 ml): 216 kcal, 13 g KH
- Magnum Classic (86 g): 260 kcal, 25 g KH
- Magnum vegan Mandel (90 g): 238 kcal, 22 g KH
- McSunday Schoko-Eis (152 g): 285 kcal, 46 g KH
- Milchspeise-Eis, 1 große Kugel (75 g): 188 kcal, 9 g KH
- Softeis, kleine Portion (50 g): 65 kcal, 12 g KH
- Frucht-Sorbet laktosefrei (65 g): 90 kcal, 21 g KH
Quelle: Kalorien mundgerecht, 17. Auflage 2023, UZV Verlag
Aber es gibt auch leckeres Eis ohne Zuckerzusatz und in fettfreundlicher Variante. Ich zeige Dir im folgenden Video, wie Du in weniger als fünf Minuten ein zuckerfreies, cremiges Frozen-Joghurt-Eis selbst machen kannst:
Natürlich schmeckt auch Speiseies aus dem Supermarkt gut. Mein Tipp: Schau auf die Zutatenliste auf der Verpackung. Auf der Rückseite findest Du neben der Zutatenliste, in der alle Bestandteile nach ihrer Menge in absteigender Reihenfolge aufgelistet sind, die Nährwertanalyse. Hier kannst Du genau sehen, wie viele Kalorien, Fett, Kohlenhydrate und Zucker im Eis stecken.
Nährwertberechnung für eine Kugel normal gezuckertes Eis – so funktioniert’s
Mit Hilfe der Nährwertanalyse auf der Eispackung kannst Du Dir für jedes Eis ausrechnen, wie viele Kohlenhydrate in Deiner Portion enthalten sind:
- Schaue dazu auf die Zutatenliste und die Nährwertanalyse des Eises, das Du gerne essen möchtest.
- In der Nährwertanalyse auf der Eisverpackung steht zum Beispiel:
- 100 g Vanilleeis enthält: 2 g Eiweiß, 6 g Fett, 10 g Kohlenhydrate, 102 kcal
- Du möchtest eine kleine Kugel Eis mit einer Menge von 50 g essen:
- Teile die Kohlenhydratmenge durch zwei:10 g KH / 2 = 5 g KHFür eine BE rechnest Du: 5 g KH / 12 = 0,4 BE
- Für eine KE rechnest Du: 5 g KH / 10 = 0,5 KE
- Auch die restlichen Nährwertangaben dividierst Du für die 50 g-Kugel/Portion durch zwei:
- Das ergibt: 1 g Eiweiß, 3 g Fett und 51 kcal.
- Eine Kugel Vanilleeis von 50 g enthält nach dieser Rechnung also:
- 5 g Kohlenhydrate (0,4 BE/0,5 KE)1 g Eiweiß3 g Fett
- 51 Kilokalorien
Es spricht also nichts dagegen, ab und zu ein leckeres Eis zu genießen. Und wer Zeit und Lust hat, macht sein Eis am besten selbst. Dann weißt Du genau, was drinsteckt.
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung
- Behandlung

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
multi postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Doppel-Diabetes vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.
olivers postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliver- gunnar83 antwortete vor 2 Tagen, 10 Stunden
Hey Oliver, kannst mich gerne mal anschreiben. Viele Grüße
Gunnar - olivers antwortete vor 2 Tagen, 6 Stunden
@gunnar83: hallo, aktuell im Frankfurter Raum. Wir können aber gerne mal ein Treffen organisieren, zwecks Austausch.
Viele Grüße
Oliver - brandt antwortete vor 5 Stunden, 13 Minuten
Hallo Oliver, auch ich bin Typ 3c und würde mich gern mit dir ein wenig per Mail mit dir austauschen, wenn du magst. Bin vor 15 Jahren mit Kausch-Whipple auf “Verdacht” operiert worden – war aber kein Krebs, sondern “nur” eine Pankreatitis (AIP), also eine Fehldiagnose (hätte keiner OP bedurft, also kein Diabetes als Folge).
zojou96 postete ein Update vor 2 Wochen
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂




