- Ernährung
Erst redselig, dann aggressiv – aber warum?
3 Minuten
Während die einen redseliger und anhänglicher werden, steigert sich bei anderen mit jedem Schluck Alkohol die Aggression, wieder andere schlafen einfach ein. Warum Alkohol bei Menschen so unterschiedlich wirken kann und welchen Einfluss das Umfeld auf die Entwicklung einer Sucht hat, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Jähne, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Oberberg Fachklinik Rhein-Jura und der Oberberg Tagesklinik Lörrach.
“Alkohol hat ein sogenanntes bivalentes Wirkspektrum. Das bedeutet, dass er in niedriger Dosis anregend wirkt und in höherer Dosis sedierend und müde macht”, so Dr. med. Jähne, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie ausgewiesener Spezialist in der Diagnostik und Behandlung von Suchterkrankungen. Das erklärt sowohl die Kontaktfreudigkeit und gute Laune bei den ersten Schlucken Alkohol als auch die reduzierte Kritikfähigkeit und Selbstüberschätzung, die häufig im Zusammenhang mit verminderter Reaktionsfähigkeit zu Unfällen, aber auch zu Aggressivität und Gewalt führt.
Fatal: Alkohol verursacht zu schnelles Fahren und zu langsames Reagieren
In höheren Dosen, wenn also weiter getrunken wird, setzt dann der müde machende Effekt ein. Zum Beispiel sorgt das berühmte Bier vor der Autofahrt zunächst für Selbstüberschätzung, und wenn dann die volle Alkoholdosis im Gehirn ankommt, für Reaktionsverminderung. Kurz gesagt verursacht Alkohol zu schnelles Fahren plus zu langsames Reagieren. “In der Werbung werden zum Beispiel ganz gezielt positive Eindrücke und Emotionen mit Alkoholkonsum verbunden – er soll gesellig machen, bedeutet Genuss und Freiheit und gehört zum Feiern dazu. Auch eine klar sexualisierte Konnotation ist hier oft zu finden. Dies sind schließlich die Wirkungserwartungen, die junge Menschen an Alkohol stellen – und nicht nur junge”, so der ausgewiesene Suchtexperte weiter.
- Alkohol maßvoll genießen – dagegen spricht nichts. Es gibt aber gute Gründe für das Maß, gerade wenn man Diabetes hat. Diabetologe Dr. Gerhard-W. Schmeisl erlärt es im Diabetes-Kurs.
- Jugendliche probieren sich gerne aus – oft gehört auch das Trinken von Alkohol dazu. Dr. Nicolin Datz erkärt, was bei Alkohol und anderen und Drogen in Zusammenhang mit Diabetes zu beachten ist.
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- Den Alkohol im Körper wieder abzubauen, ist für die Leber ein Kraftakt. Hier erfahren Sie mehr darüber
Welche Rolle spielt die Persönlichkeit bei der Wirkung von Alkohol?
Was schließlich dominiert – die Red- und Rührseligkeit oder die Wut und Aggressivität – hängt von der Grundpersönlichkeit des jeweiligen Menschen ab und ist individuell verschieden. Auch die Situation und das Umfeld, in dem getrunken wird, haben einen Einfluss auf die Wirkung. Aus dem Bereich psychedelischer, also bewusstseinsverändernder Drogen wie LSD weiß man, dass zum einen die Stimmungslage und die Erwartungen, mit denen der Mensch in der aktuellen Situation die Drogen konsumiert, und zum anderen die Umgebung, die Eindrücke und sozialen Kontakte einen Einfluss darauf haben, wie die Wirkung der Droge wahrgenommen wird. Das kann von angenehm und schön bis zu Horrortrips variieren.
“Ähnliches gilt, zumindest abgeschwächt, auch für den Alkohol. Hier gibt es das Konzept der Reward und Relief Cravings. Dieses besagt, dass eine Gruppe von Personen Alkohol konsumiert, um schöne Erlebnisse noch schöner zu machen, während die andere Gruppe eher unangenehme Gefühle, Einsamkeit, Sorgen und Ähnliches zu lindern versucht”, erklärt Dr. med. Jähne.
Rebellisch oder angepasst: Bei wem sich eine Sucht entwickelt
Die Persönlichkeit – ist man zum Beispiel ein rebellischer Mensch oder eher angepasst – und die Gründe für Alkoholkonsum spielen auch eine Rolle dabei, ob eine Sucht entwickelt wird oder nicht. Alkohol ist eher mild Abhängigkeit verursachend. Bei den meisten Drogen braucht es den wiederholten Konsum, eine Verstärkung des Verhaltens, um einen Lerneffekt zu erzielen. “Die allermeisten Menschen experimentieren zum Beispiel in der Pubertät mit Alkohol. Nicht alle werden abhängig. Negative Erfahrungen wie vegetative Reaktionen, weil man zum Beispiel nur wenig Alkohol verträgt, scheinen eher vor einer Suchtentwicklung zu schützen. “Menschen, die hingegen viel vertragen, zum Beispiel aus genetischer Veranlagung, neigen eher dazu, diese Erfahrung dann zu wiederholen und können tatsächlich abhängig werden”, weiß Jähne.
Sucht ist ein komplexes Geschehen, bei der neben der Biologie und Psychologie auch die soziale Komponente berücksichtigt werden muss. So sind Erfahrungen im Elternhaus, zum Beispiel, ob mit Alkohol liberal oder restriktiv umgegangen wird, ein wichtiger Faktor. Auch der Freundeskreis und das soziale Umfeld haben einen Einfluss. Wie ist der Umgang mit Alkohol hier? Wie reagiert die Gruppe auf Grenzüberschreitungen? Gehört exzessiver Alkoholkonsum dazu, wird er gefördert und ist er Teil des Erwachsenwerdens? Dann besteht eher das Risiko einer Suchtentwicklung als im Umfeld von Menschen, wie zum Beispiel Leistungssportlern, die bewusst auf Alkohol verzichten oder ihn nur in geringem Maße zu sich nehmen.
Quelle: Oberberg-Kliniken | Redaktion
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 11 Stunden, 30 Minuten
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 6 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 1 Tag, 4 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 1 Tag, 2 Stunden
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 11 Stunden, 56 Minuten
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 11 Stunden, 33 Minuten
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 17 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
