- Ernährung
Es geht auch ohne teure Zutaten
3 Minuten
60 Kilo weniger und keine Medikamente wegen des Typ-2-Diabetes mehr – das ist die Bilanz von Bettina Meiselbachs Umstellung auf weniger Kohlenhydrate (Low Carb). Mittlerweile hat sie ihre eigene Low-Carb-Variante „Happy Carb“ entwickelt, bloggt und ist erfolgreiche Buchautorin. Ein Interview über Diabetes als Weckruf und Ratzfatz-Rezeptideen mit Discounter-Produkten.
Diabetes-Journal (DJ): Bettina, in Deinem ersten Buch „Happy Carb: Diabetes Typ 2 – nicht mit mir!“ bezeichnest Du den Diabetes als Gegner. Ist das immer noch so?
Bettina Meiselbach: Ich war erst mal komplett auf dem Kriegspfad. Die Diagnose hat mich aber auch richtig geärgert, und mir war nach Überwinden des ersten Schocks klar, dass ich mich der Krankheit beherzt entgegenstellen wollte.
Jetzt, mehr als vier Jahre später, ist die Krankheit ein für mich fast unsichtbarer Schatten geworden, der mich aber immer begleitet und mein Leben an jedem Tag zum Besseren beeinflusst. Diabetes ist für mich ein Weckruf gewesen, und die dauernde Anwesenheit dieser chronischen Krankheit zwingt natürlich auch dazu, besser auf mich zu achten. Eine Liebe wird es sicher nicht mehr werden, aber ich habe der Diagnose rückblickend gesehen viel zu verdanken und wir haben uns so angefreundet.
DJ: In welchen Bereichen hat der Diabetes Dein Leben verändert?
Meiselbach: Mir war relativ früh klar, dass es notwendig wird, an mehreren Stellschrauben zu drehen. Da ich mich früher kaum bewegt habe, sehr viel Übergewicht hatte, ganz schlecht gegessen habe, gab es auch gleich mehrere Ansatzpunkte. Gleichzeitig bin ich aber auch relativ bequem und hatte eigentlich keine große Lust, auf einmal nicht mehr lecker zu essen oder gar als Marathonläuferin aufzutrumpfen.
Es mussten Veränderungen her, bei denen ich mich nicht verbiegen musste, die ich praktisch ins Leben integrieren konnte und die langfristig Freude machen. So veränderte ich meine Ernährung mehr in Richtung Gemüse und weg von den Kohlenhydraten, freundete mich moderat mit mehr Bewegung in meinem Leben an – alles in einem Umfang, der zu mir und meinem Leben passt.
Dazu kommt, mehr auf sich und seine Bedürfnisse zu achten und nicht immer nur zu versuchen, zu funktionieren oder Erwartungen anderer zu erfüllen. Diabetes hat mich auf mich selbst zurückgeworfen, denn ich hatte mich in den Jahren zuvor komplett verloren, und die dabei entstehenden negativen Gefühle habe ich in Essen ertränkt.
DJ: Hast Du den Eindruck, dass viele Menschen, die Dein Buch „Diabetes Typ 2 – nicht mit mir!“ lesen, etwas in ihrem Leben ändern?
Meiselbach: Auf jeden Fall. Ich bekomme sehr viele Nachrichten von Diabetikern, die mir nachfolgen und die immer wieder begeistert von verbesserten Blutzuckerwerten berichten. Viele meiner Leser konnten die Medikamente reduzieren oder brauchen inzwischen keine mehr. Und all das, ohne komplett dogmatisch zu sein – und mit leckerem Essen auf dem Teller.
Teilweise melden sich auch schon die Diabetologen meiner Leser und finden ganz prima, was ich da auf den Weg gebracht habe. Mein Buch liegt daher in Deutschland schon in einigen Arztpraxen, das finde ich richtig toll.
DJ: Wie kam die Idee auf, das Buch „Ratzfatz Low Carb gekocht“ mit schnellen und preisgünstigen Rezepten zu schreiben?
Meiselbach: Die eigentliche Initialzündung kam von meinen Leserinnen und Lesern im Blog. Erst einmal sind dort einfache und leckere Gerichte immer der Renner, denn der Wunsch, gerade innerhalb der Woche, nur kurz in der Küche zu stehen, ist sehr verbreitet.
Die Idee, es auch mit den Zutaten einfach zu halten, kam mir, da ich selbst immer froh bin, wenn ich meinen Einkauf in nur einem Laden abwickeln kann. Mich da dann auf das Sortiment eines Discounters zu begrenzen, ist wiederum inspiriert durch meine Leserinnen und Leser. Häufig ist die Low-Carb-Küche, gerade beim Backen, geprägt von außergewöhnlichen und eher teuren Zutaten, die den Einstieg und das Ausprobieren der Ernährungsweise schwierig machen. Dazu habe ich einfach auch viele Leserinnen und Leser, die mit einem kleinen Budget auskommen müssen, und ich bin der festen Meinung, dass man sich auch mit eingeschränkten Mitteln gut und gesund ernähren kann.
DJ: Was war besonders herausfordernd bei der Entwicklung der Ratzfatz-Rezepte?
Meiselbach: Die größte Herausforderung war ganz klar das kohlenhydratreduzierte Backen. Denn in meinen anderen Büchern nutze ich die volle Bandbreite an Zutaten, um wirklich tolle Ergebnisse zu erzielen – so war ich mit dem Discounter-Sortiment doch sehr eingeschränkt. Ich musste dann auch bei den süßen Rezepten mit Süßstoff arbeiten, den ich sonst nicht verwende. Aber ich wollte da auch konsequent bleiben und mein Konzept durchziehen. Aber gerade für das Süßmittel gibt es dann im Buch auch noch Austauschhinweise – für alle, die es natürlicher wollen und mit klassischem Süßstoff ein Problem haben.
Interview: Nicole Finkenauer
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (7) Seite 38-39
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stephanie-haack postete ein Update vor 4 Tagen, 6 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 4 Tagen, 8 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Tagen, 6 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
