- Ernährung
Fisch – zum Verlieben
5 Minuten

Das Echt essen-Weihnachtspezial 2014: Wer um das Fest der Liebe noch nichts vorhat, dem empfehle ich einen Besuch im “Gottfried” am Bodensee. Besser kann Fisch nicht schmecken – gesünder auch nicht
Mein Lieblingsrestaurant für Fisch ist das “Gottfried” in Moos bei Radolfzell. Hier hat mir Inhaber und Koch Klaus Neidhart mit seinem kongenialen Partner Christian Dierich ein fünfgängiges Menü der Extraklasse gezaubert: Alle Gerichte waren confiert – so bleibt der Fisch saftig und vital. Lassen Sie sich von raffinierten Gerichten begeistern.

Eine Karpfenart ist die Schleie – wobei sie besser schmeckt als der eigentliche Karpfen. Der feine Geschmack entfaltet sich bestens durch das Confieren, wobei der Fisch bei rund 90 Grad 15 Minuten lang gegart wird. Ein konzentrierter Bouillabaissefond auf der Basis von Gambaköpfen intensiviert das Aroma des weichen Fischs auf das Beste. Ich habe ihn sogar mit der Haut gegessen habe, weil da die gesunden Omega-Fette schlummern.

Zu den besten Süßwasserfischen gehört der lachsartige Saibling, der nur da prächtig gedeiht, wo das Wasser optimal ist, so wie am Bodensee. Mein confiertes Exemplar war fast noch roh – hätte es mit jedem Sashimi aufnehmen können. Perfekt passt in den gerollten Saibling der Mangold – und das Ganze thront auf einem Risotto, das frische Trüffeln edeln. Ein hinreißendes Gericht, wobei ich mich beim Risotto ein wenig zurückhielt (was mir nicht leicht fiel), schließlich ist er doch ziemlich hochglykämisch.

Mit seinem festen, grätenfreien (die Filets) Fleisch gehört die Barschart zu den geschätzten Speisefischen. Sein feines, weißes Fleisch ist ein Gedicht. Raffiniert dazu die Haut, die knusprig gebraten in den Herbsttrompeten steckt, wobei die erdigen Pilze gut mit dem Fleisch des Raubfisches harmonieren. Auch hier großartig: Die in Butter geschwenkten Nüdeli, die ich aber nur sparsam gegessen habe – schließlich folgten noch zwei weitere Gänge.
Nächste Seite: Confiertes Felchenfilet – ein kulinarisches Kunstwerk! +++ Über das Confieren +++ Der 5. Gang: Hecht auf Dijonsenf-Sauce, Schwarzwurzel und Tortellini

Der Höhepunkt meines Fischmenüs ist ein kleines kulinarisches Kunstwerk: Confiertes Felchenfilet mit sauer eingelegten Karotten, ein wenig Sauerkraut, asiatische Kresse und ein Kartoffelbrot. Das schmeckt so herrlich, wie es aussieht. So geht für mich große Küche: Weil der Felchen nicht ganz so geschmackstark ist wie etwa der Saibling, verstärken wenige, klug ausgewählte Zutaten den Fisch.

Der Ursprung des Confierens liegt in Frankreich, wo diese Methode bis heute genutzt wird, um etwa Fleisch in eigenem Fett einzulegen (confire), um es haltbar zu machen, etwa das berühmte Confit von der Ente. Etwas anders geht es beim Confieren des Fisches zu, etwa hier beim Hecht: Der Fisch liegt in einer Glas- oder Stahlwanne, es wird Olivenöl (oder ein anderes Pflanzenöl) angegossen, sodass der Fisch knapp bedeckt ist. Anschließend Kräuter dazugeben und bei 80 Grad rund 8 Minuten im Ofen ziehen lassen, wobei das Öl nicht in das Fleisch eindringt, sondern einen feinen Schutzfilm bildet. Einfacher lässt sich Fisch nicht zubereiten.
Ich liebe das Confieren, weil der Fisch nicht nur saftig und schmackhaft bleibt, sondern auch besser verträglich ist. Niemals würde ich abends einen gebratenen Hecht essen, das wäre viel zu schwer.

Serviert wird der confierte Fisch auf Schwarzwurzeln, die in einer leichten Sauce aus Dijon-Senf schwimmen. Raffiniert der mit Kürbis gefüllte Tortellino: Er ist zubereitet mit dem Mehl des Affenbrotbaums – was als sehr gesund gilt.
Nächste Seite: Dörflinger: ein Wein wie “Baumöl” +++ Große Köche +++ Eine Empfehlung für Weihnachten/Silvester
Nun, fünf Fischgänge, das ist viel, vielleicht zu viel. Aber ich bin ein leidenschaftlicher Fischfreund – und ich habe es gut vertragen. Sicher auch deshalb, weil alle Fische topfrisch waren.

Seit über 100 Jahren gibt es das Weingut Dörflinger im Markgräflerland südlich von Freiburg – und seit über 100 Jahren werden hier ausschließlich trockene Weine gekeltert. Also die idealen Tropfen für Diabetiker. Hermann Dörflinger ist ein Spezialist für den Grauburgunder, der bei ihm ein großartiges Reifepotential besitzt. Ich hatte das große Vergnügen, einen 2006er probieren zu dürfen. Ein Wein, der “wie Baumöl” daherkommt, so der große Dichter Johann Peter Hebel. Ein Wein, der eine leicht rötliche Farbe hat, sodass Klaus Neidhart ungläubig fragte: “Trinkst Du einen Rosé?” Nein, es ist ein Weißwein, aber ein unvergleichlich intensiver – und das mit gerade mal eleganten 12,5 Prozent Alkohol und schlanken zwei Gramm Restzucker.
Ach, so, wenn Sie ihn bestellen wollen: Ich habe die letzte Flasche getrunken. Aber es warten weitere gute Tropfen im reichbestückten Keller von Gerlinde Neidhart. Übrigens: Ein Dörflinger-Weißburgunder war das Weinhighlight im großen Weihnachtsmenü des ZEIT-Magazins.

Ja, Klaus Neidhart ist ein großer Koch! Ich kenne kaum einen zweiten, der sein Handwerk so souverän beherrscht; der so viel über den Zusammenhang zwischen Genuss und Gesundheit weiß; der eine ungemein leichte Küche zelebriert, die nicht verkünstelt daher kommt; der vor allem mit Fisch und Gemüse kulinarische Kunstwerke zaubert. Noch einmal einen Kreativitätsschub hat der Altmeister durch Christian Dierich erhalten. Der gebürtige Brandenburger hat in guten Häusern gelernt und gearbeitet, zuletzt in einem Zwei-Sterne-Haus am See – und der sympathische junge Koch ist die Idealbesetzung, um die elegant-raffinierte Küche weiter zu steigern.
Nächstes Jahr verfasse ich ein großes Kochbuch – und ich könnte mir gut vorstellen, dass in die Rezepte auch die Erfahrungen dieser beiden Könner einfließen. Seien Sie gespannt!
Fazit: Wer um die Zeit von Weihnachten über Silvester (das Restaurant ist bis zum 4. Januar offen) eine Alternative zu Gans und Co sucht, ist im „Gottfried“ goldrichtig. Empfehlen kann ich auch Spaziergänge entlang des winterlich ruhigen Sees Richtung Iznang. Vor allem abends, wenn sich im Naturschutzgebiet die leise glucksenden Wellen mit den heiseren Rufen der Vögel ein Stelldichein geben.
“Gottfried”, Böhringer Straße 1, 78 345 Moos, 07732/92 420. Mittags und abends geöffnet. Bald hingehen, im Januar sind Betriebsferien! www.hotel-gottfried.de
von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
, Internet: www.lauber-methode.de
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße