„Hirschen“: Herrschaftlich

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© Hirschen-Haltingen GmbH
„Hirschen“: Herrschaftlich

Der Echt essen-Blitztipp im April: Im traditionsreichen Landgasthof in Haltingen bei Basel wird gut bürgerlich mit modisch-mediterranem Einschlag gekocht.

Ein stattliches Anwesen ist der „Hirschen“ in Haltingen – ein Ortsteil von Weil am Rhein, das bei Basel liegt. Auf eine über 200-jährige Geschichte blickt diese gute Stube des Markgräflerlands zurück, wo neben den Schweizer Honoratioren schon Friedrich Nietzsche, Ernst Jünger und Kofi Annan tafelten. Über neun Generationen war der herrschaftliche Landgasthof im Familienbesitz, bis er 2013 an einen ortsansässigen Unternehmer veräußert wurde, der das Anwesen aufwendig sanierte und vor kurzem eröffnete.

Hort der Gastlichkeit seit über 200 Jahren: „Hirschen“

Im höchsten Maße gelungen ist die Renovation der traditionellen Gaststube mit dem schönen Biedermeier-Kachelofen und dem Nebenzimmer, dem etwas festlicheren „Blauen Salon“. Das alles strahlt mit seinen alten Bildern und Drucken, den fein eingedeckten Tischen eine gediegene Gemütlichkeit aus, wo es sich wohlfühlen lässt. Kleiner Wermutstropfen: Lockte früher der schönste Gastgarten des Markgräflerlandes mit alten Bäumen und Rosen, präsentiert sich heute die Gartenwirtschaft als zwar hübsch gestaltet, aber doch sehr „steinern“.

Da lässt es sich wohlfühlen: Wirtsstube

Ein interessantes junges Wirtepaar konnte der Besitzer gewinnen: Svenja Marx, Tochter des legendären „Ochsen“-Wirts in Ötlingen, den ich vor einiger Zeit vorgestellt habe. Nach einem Hotelmanagement-Studium arbeitete sie im heimischen Betrieb – und bezaubert nun die Gäste mit liebenswürdigem Charme. Ihr Lebenspartner Pierre Eilenhaupt war zuerst als Koch unterwegs und präsentiert sich nun im „Hirschen“ als souveräner Gastgeber. Erfahrener Küchenchef ist Stephan Mark, der in Deutschland und der Schweiz arbeitete.

Noch keiner klaren Linie folgt die Karte: Da gibt es mediterran angehauchte Minestrone, Carpaccio und Vitello Tonnato. Aber es gibt auch die Klassiker – und die wählen wir. Zu Beginn begeistert als Einstimmung Entenbrust auf Spargelsalat. Großartig die Suppen, etwa eine richtig gute Bärlauchcréme mit gebackenem Blumenkohl und Croutons für 9 Euro. Ebenfalls ein Gedicht die Brühe bei der Flädlesuppe, wobei die „Einlage“ etwas frischer hätte sein können. Ordentlich zubereitet das Cordon Bleu mit in Butter geschwenkten Petersilienkartoffeln für doch recht stolze 32 Euro, wobei der fein angemachte Salat als Highlight hervorzuheben ist. Gut gelungen, vor allem dank geschmackstarker Füllung, die Rindsroulade mit Spitzkohl, Spätzle und intensiver Sauce für ebenfalls 32 Euro.

Frühlingsknoblauch in Bestform: Bärlauchcrémesuppe

Vernünftig kalkuliert die Weine, dankenswerterweise viele von einheimischen Weingärtnern, etwa dem hervorragenden Weingut Schneider aus Weil am Rhein. Wir wählen einen spritzigen 2017er Weißburgunder vom sympathischen Winzer Dirk Brenneisen aus dem nahen Egringen für gastfreundliche 18 Euro die Flasche. Sehr lobenswert: Es gibt eines der besten deutschen Biere vom Fass, nämlich „Waldhaus“-Pils aus dem Schwarzwald. Hätte das Glas einen dünneren Rand, würde das fein-herbe Bier noch besser munden.

Fazit: Gelungene Renaissance eines Restaurantklassikers, wobei die Karte eine klarere Ausrichtung braucht – und die Qualität durchgehend auf das Niveau der Preise gebracht gehört.

„Hirschen“


Adresse: Große Gaß 1, 79576 Weil am Rhein/Haltingen

Öffnungszeiten: Von Mittwoch bis Sonntag durchgehend geöffnet, mit warmer Küche mittags und abends.

Kontakt: 07621/510 64 16, www.hirschen-haltingen.de



ECHT ESSEN
heißt der Blog, in dem ich seit zehn Jahren jeden Monat mindestens ein Gasthaus vorstelle. Wichtiges Auswahlkriterium: Herkunft der Produkte.



von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de

Internet: www.lauber-methode.de

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 4 Wochen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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