Kochen, Genießen und Bewegen: So gelingt der Festtagsgenuss

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Kochen, Genießen und Bewegen: So gelingt der Festtagsgenuss

Der Adventskalender lügt nicht: Ehe man sich versieht, ist Heiligabend. Und es folgen Tage mit reichlich leckerem Essen und Trinken. Das sollten Sie als etwas ganz Besonderes genießen. Und in der restlichen Weihnachtszeit können Sie mit einigen Tipps Blutzucker und Gewicht im Griff behalten.

Urlaub und Weihnachten – diese Dinge kommen jedes Jahr, und bei vielen Menschen macht sich das als Plus auf der Waage bemerkbar. Mittlerweile gibt es Studien, die sich mit dem Thema Zunehmen an den Festtagen beschäftigt haben – mit dem Ergebnis, dass der Durchschnittsmensch über die Feiertage zwischen einem halben bis einem Kilo an Gewicht zulegt. Dies geschieht allerdings nicht an den fünf Tagen Ende Dezember, sondern im Zeitraum von Ende November bis Anfang Januar.

Erfolg garantiert: Planen Sie im Voraus

Weihnachten ist immer mit Planen, Organisieren und Einkaufen verbunden. Wenn Sie dann einmal dabei sind, planen Sie Ihr Essen doch direkt eine Woche im Voraus. Legen Sie zum Frühstück beispielsweise 2 bis 3 Variationen und eine fürs Wochenende oder die Feiertage fest. Essen Sie mittags oder abends warm? Was soll es jeweils geben, und welche Plätzchen oder Knabbereien kommen noch dazu?

Wenn Sie den Wochenspeiseplan fertig haben, können Sie gezielt einkaufen. Sonderangebote von Großpackungen oder weihnachtliche Verlockungen können Sie einfacher ignorieren und im Laden lassen. Auch das hilft, zu Hause nicht ständig naschen zu wollen.

Rezeptideen aus dem Diabetes-Journal

Viele leckere und gesunde Rezepte finden Sie immer wieder im Diabetes-Journal: ob Suppen, Salate, Low-Carb-Gerichte, Speisen für eine Person, Plätzchen und natürlich unser Weihnachtsmenü. Alles ist fix und fertig berechnet, so dass Sie genau sehen können, wie es um Kalorien, Fett und Kohlenhydrate jeweils aussieht.

Wenn Sie sich dann dazu regelmäßig bewegen (mit dem Rad zum Einkaufen oder nach dem Essen ein Verdauungsspaziergang), fällt das Schlemmen an den Festtagen kaum ins Gewicht. Im folgenden Kasten finden Sie eine praktische Checkliste, die Sie durch die Weihnachtszeit begleiten kann.

So kommen Sie gesund und genussvoll durch die Weihnachtszeit

Die letzten fünf bis sechs Wochen des Jahres warten überall kulinarische Verlockungen: sei es im Supermarkt, bei der Weihnachtsfeier, auf Adventsmärkten, beim Plätzchenbacken und natürlich an den Festtagen. Puh – so lecker und schön das ist, so einfach und schnell wandert das Gewicht nach oben. Und Blutzuckerwerte können aus der Balance geraten. Unsere Checkliste hilft Ihnen, auch in dieser Zeit in Balance zu bleiben, ohne ein Gefühl von Verzicht zu haben.

Grundlegendes

  • Wiegen Sie sich an zwei festen Tagen pro Woche morgens nüchtern und schreiben dieses Gewicht auf.
  • Versuchen Sie, täglich eine halbe Stunde aktiv zu sein durch Alltagsbewegung wie Radfahren, Spazierengehen, Gymnastik, auf dem Ergometer fahren oder Walken.
  • Planen Sie täglich 8 000, besser 10 000 Schritte zu gehen. Hilfe bieten Schrittzähler, die es überall zu kaufen gibt.
  • Versuchen Sie, ausreichend zu schlafen: Sechs bis acht Stunden sind empfehlenswert.
  • Nach Tagen mit einem Plus an Kalorien bewegen Sie sich mehr.

Essen und Trinken

  • Planen Sie Ihre Mahlzeiten für eine Woche im Voraus: vom Frühstück bis zum Abendessen über Snacks.
  • Überlegen Sie vor der Weihnachtsfeier oder dem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, was sie an diesem Tag vorab essen.
  • An Tagen mit reichlich Schlemmerei kann an den Folgetagen der Austausch einer Mahlzeit durch einen Formula-­Drink sinnvoll sein. Informationen dazu finden Sie im Diabetes-Journal vom Mai dieses Jahres.
  • Backen und kochen Sie möglichst selbst, dann wissen Sie genau, was darin steckt, und können Speisen besser einschätzen.
  • Essen Sie langsam, kauen gründlich und genießen das Essen. Legen Sie öfter das Besteck aus der Hand.
  • Essen Sie zu festen Zeiten ohne Ablenkung wie TV, PC oder Handy.
  • Trinken Sie täglich anderthalb bis zwei Liter kalorienfreie Getränke.
  • Verzichten Sie auf zuckerhaltige Getränke.
  • Planen Sie Alkohol bewusst ein und behalten die Mengen im Blick. Notieren Sie den Alkoholgenuss in Ihrem Blutzuckertagebuch oder in Ihrer App.
  • Planen Sie Snacks und Plätzchen bewusst mit ein.
  • Tauschen Sie fettreiche Lebensmittel gegen fettfreundliche.
  • Essen Sie täglich drei bis vier Portionen Gemüse und Salat und ein bis zwei Portionen frisches Obst.
  • Knabbern Sie statt Chips und Süßigkeiten ein paar Nüsse.

Ich wünsche Ihnen, liebe Diabetes-Journal-Leserinnen und -Leser, frohe Festtage und ein gesundes neues Jahr. Ich freue mich auch 2020 auf Ihre Anrufe, Briefe, E-Mails und natürlich Ihre Rezepte für unsere Rubrik Leserrezepte.

Herzlichst Ihre
Kirsten Metternich von Wolff


von Kirsten Metternich von Wolff

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (12) Seite 92-94

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  • kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 8 Stunden

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen

    Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …

  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?