- Ernährung
Kochen mit Gewürzen – unsere Tipps für die Praxis
4 Minuten
Pfeffer, Paprikapulver, Curry, Zimt und Co sind das gewisse Etwas, das Speisen in ein kulinarisches Juwel verwandelt. Nur winzige Mengen an Gewürzen sind nötig. Wir geben Ihnen Praxis-Tipps, welche Pulver zur Grundausstattung zum Kochen gehören, welche Sorte wozu passt und ob Zimt tatsächlich einen positiven Einfluss auf den Blutzucker hat.
Gewürze sind das Salz in der Suppe, allerdings ohne Salz und damit gesünder als große Mengen Salz. Sie wissen ja: Salz kann einen negativen Einfluss auf den Blutdruck, das Darm-Mikrobiom und die Nieren bei bereits gestörter Funktion haben. Bei Gewürzen sieht das anders aus: Sie regen den Appetit an, fördern die Verdauung oder sorgen für ein Plus an Wärme.
Immer wieder heißt es, dass Gewürze ein wahrer Gesundbrunnen für sämtliche körperliche Beschwerden sind. Da ist von der Stärkung des Immunsystems die Rede oder von Schutz vor Krebs. Ein anderes Mal sollen sie gegen Entzündungen wirken oder teils sogar den Blutzucker positiv beeinflussen. Allen voran wird hier immer wieder Zimt genannt.
Zimt – zum Kochen ja, als Kapsel nein
Zimt ist nicht nur ein wichtiges Gewürz in der Weihnachtsbäckerei oder für Desserts. Menschen mit Diabetes wird immer wieder in der Laienpresse geraten, täglich Zimt zu konsumieren, um den Blutzucker damit positiv zu beeinflussen. Wäre das doch dank Zimt so einfach … Damit die davon oft sehr hohen Mengen überhaupt gegessen werden können, was über das Würzen von Speisen nicht möglich ist, kommen entsprechende Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel.
Doch leider gibt es keine zuverlässigen Studien, aufgrund derer allen Menschen mit Diabetes der Einsatz von Zimt empfohlen werden kann. Hersteller solcher Präparate verweisen gern auf die eine oder andere Untersuchung. Allerdings haben diese meist große Lücken. So ist die Anzahl der Studien-Teilnehmenden so gut wie immer sehr gering. Es wird nicht differenziert, welche Zimtsorte (Cassia- oder Ceylon-Zimt) zum Einsatz kam. Auch der Verarbeitungsgrad sowie die jeweiligen Dosierungen werden dabei meistens nicht dokumentiert.
Gängige Gewürze und ihre Eigenschaften
| Gewürz | Geschmack | bietet sich an für | Wirkung |
| Anis | wie Lakritz | Huhn, Kürbis, Desserts, Gebäck, Brot, Kuchen, Kohlgemüse | wirkt gegen Blähungen |
| Chili | scharf | Fleisch, asiatische und mexikanische Gerichte, Grillen, Dips und Soßen, Schokoladenspeisen | kann den Kreislauf und die Wärmeproduktion im Körper anregen |
| Curry | mild-fruchtig bis mild-würzig | asiatische Gerichte, Geflügel, Fisch, Reis, Nudeln, Suppen, Soßen, Aufläufe | geeignet zum Vorbeugen von Blähungen |
| Ingwer | scharf | Gemüse, asiatische Gerichte, Suppen, Soßen, Fisch, Geflügel, Tee | gut gegen Übelkeit |
| Muskatnuss | mild-warm | Kartoffelgerichte, helle Soßen, Suppen, Aufläufe, Obstsalat | kann Durchfall lindern |
| Paprika, edelsüß | mild-würzig | Gemüse, Suppen, Fleisch, Fisch, Geflügel, Salate, Universal-Würzmittel | hat antioxidative Wirkungen im Körper |
| Pfeffer | scharf | Steaks, Soßen, Suppen und Eintöpfe, Salate | regt die Verdauungsenzyme an |
| Zimt | süßlich | Fisch, Schmorgerichte, Reis, Auberginen, Tomaten, Desserts, Kuchen, Gebäck, Kaffee und Tee | macht Speisen bekömmlicher |
Außerdem ist bisher nicht eindeutig erwiesen, welche Auswirkungen ein dauerhafter Konsum von Zimt-Präparaten auf die Gesundheit insgesamt haben kann. Dies alles sind Gründe, weshalb die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) von der Einnahme solcher Zimt-Präparate als Bestandteil der Diabetestherapie abrät. Hinzu kommt, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM, zum Gesundheitsschutz der Verbraucher empfiehlt, Zimt-Präparate lediglich als Arzneimittel zuzulassen, sodass sie nicht frei verkäuflich sind.
Denn hoch dosiert, als Zimt-Präparat, kann es zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder allergischen Reaktionen kommen. Ferner kann das im Zimt enthaltene Cumarin in hoher Dosierung zu Leberstörungen führen, wobei der Cumarin-Gehalt in Cassia-Zimt höher liegt als in Ceylon-Zimt. Wer gern und häufig mit Zimt kocht und bäckt, verwendet deshalb besser Ceylon-Zimt – für einen guten Geschmack ohne unangenehme Begleiterscheinungen.
Dosier-Hilfen zum richtigen Würzen
- Prise: kleine Menge zwischen zwei Fingern
- Messerspitze (Msp.): Menge, die auf eine Messerspitze passt (ca. 0,5 bis 1 g)
- gestrichener Teelöffel: Menge, die einen Teelöffel gerade ausfüllt
- gehäufter Teelöffel: maximale Menge, die auf einen Teelöffel passt (ca. 1,5 bis 3 g)
Gewürz-Grundausstattung
Viele tun sich beim Würzen eher schwer, haben nicht das richtige Empfinden für Mengen und, welches Gewürz wozu passt. Hier macht Übung den Meister. Lassen Sie fertig gewürzte Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Geflügel oder Gemüse im Laden. Greifen Sie zu Produkten ohne Zusätze. Einerseits sind fertig gewürzte Produkte meistens sehr salzig, fettig und so mild gewürzt, dass sie dem Geschmack der breiten Masse entsprechen.
Bringen Sie Individualität in Ihr Essen, indem Sie selbst würzen. Dazu bedarf es keines riesigen Gewürz-Regals, vier bis fünf Sorten reichen erst einmal aus. Klassiker sind zum Beispiel Pfefferkörner in einer Pfeffermühle sowie eine Muskatnuss mit Reibe. Beide Sorten sind besonders intensiv im Geschmack, wenn sie frisch zermahlen werden. Es gibt sie auch in pulverisierter Form, auch das wäre eine gute Möglichkeit.
Lagern von Gewürzen
- zu Hause in fest verschließbare Dosen oder dunkle Gläser füllen und im Schrank lagern
- nicht auf einem offenen Gewürz-Regal platzieren, denn dann leidet die Qualität
- Pulver, Kapseln und ganze Gewürze wie Muskatnüsse nur in kleinen Mengen kaufen, sie bleiben rund ein Jahr haltbar; ihr typisches Aroma verfliegt binnen vier bis sechs Monaten
- beim Kochen Gewürz-Behälter nicht über den Dampf halten, sonst werden die Gewürze feucht und klumpig
- wenig empfehlenswert ist es, mehrere Gewürz-Tütchen in einer Dose aufzubewahren, denn Duft- und Aromastoffe gehen verloren; Zimt schmeckt auf einmal nach Curry und Muskat nach Paprika
Geeignet sind auch Paprikapulver edelsüß und Curry. Auch wenn das Paprikapulver edelsüß heißt, ist es frei von Kohlenhydraten und Energie. Denn es gibt noch die Paprikasorte scharf. Mögen Sie es würzig und pikant mit leicht scharfer Note, wäre diese Paprikasorte eine passende Wahl. Eine Kombination aus zwei Teilen edelsüßem Paprikapulver und einem Teil scharfem Paprikapulver, dazu etwas Pfeffer, sind eine praktische Würzmischung für Fleisch, Geflügel und Gemüse.
Eine besonders große Auswahl an unterschiedlichen Gewürzen bekommen Sie beispielsweise in asiatischen Supermärkten, in Apotheken oder Bio-Läden.
Einfach ausprobieren und genießen
Tasten Sie sich beim Würzen einfach Stück für Stück voran: Paprika und Pfeffer sind Universal-Würzmittel für Pikantes. Legen Sie mit einer Prise los, rühren Sie um, schmecken Sie ab und erhöhen Sie die Mengen so, bis es Ihnen schmeckt. Muskatnuss eignet sich für alle milderen Würzungen, zum Beispiel für Suppen, Gemüse, Aufläufe oder helle Soßen.
Sogar kleine Mengen an gemahlenem Zimt harmonieren damit gut. Zimt bietet sich außerdem für sämtliche süße Gerichte, Müslis, Bowls, Kuchen und Plätzchen an. Probieren Sie es einfach einmal aus. Ihre Sinne freuen sich und Sie werden auf Dauer weniger Salz benötigen, denn Gewürze unterstreichen den Eigengeschmack vieler Speisen.
Rezept-Ideen fürs würzige Kochen

Rezept für Frische Kräuter-Spinat-Suppe mit Krabben
Schnell, frisch und ideal für warme Tage: Diese frische Kräuter-Spinat-Suppe wird kalt püriert, mit Joghurt, saurer Sahne und Meerrettich cremig abgeschmeckt und mit Krabben serviert.
Weitere Rezepte zum Thema:
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (7) Seite 74-77
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen, 21 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 6 Tagen, 20 Stunden
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 6 Tagen, 18 Stunden
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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calvin240 antwortete vor 5 Tagen, 15 Stunden
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
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stephanie-haack postete ein Update vor 4 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 4 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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