O’zapft is – mit Diabetes auf der Wiesn

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O’zapft is – mit Diabetes auf der Wiesn

Zugegeben: In diesem Jahr habe ich keine Lust auf das Dirndl-Outfit und auf das volle Programm inklusive Besuch im vollen Bierzelt. Ich bin mal wieder zu Besuch in meiner Heimat München – Berufliches und Privates lässt sich „dahoam“ gerade gut verbinden. Zufällig ist derzeit Oktoberfest – man hört es, man sieht es und man riecht es direkt, wenn man in der Stadt ankommt. Als gebürtige Bayerin, die zehn Jahre lang direkt an der Wiesn gewohnt hat, ist aber zumindest ein Spaziergang über die Wiesn ein Pflichttermin.

Susanne im Dirndl auf der Wiesn 2016. (© Susanne Löw)

Und da werden Erinnerungen an meine vielen, vielen Wiesn-Besuche wach … Rucksäcke und große Taschen sind seit einigen Jahren auf der Theresienwiese verboten – aus Angst vor terroristischen Anschlägen. Als Diabetikerin habe ich mir aber ohnehin schon immer die Frage gestellt: Wohin mit dem nötigen Diabetes-Equipment, das man braucht, das aber beim Feiern und Schunkeln zwischen und auf den Bierbänken weder stören noch abhandenkommen soll? Ich hatte in den letzten Jahren (m)eine ideale Lösung gefunden.

Circa sechs Millionen Besucher strömen jedes Jahr auf die Wiesn. (© Susanne Löw)

Circa sechs Millionen Besucher strömen jedes Jahr auf die Wiesn. (© Susanne Löw)

Hier die „Minimal-Ausrüstung“: PDM des mylife OmniPods und Traubenzucker landeten jeweils in den Dirndltaschen (ja, Dirndl haben auch Taschen!), Geldscheine verstaute ich im BH – und den Hausschlüssel im Schuh. Vorzugsweise bei langen Wiesn-Aufenthalten nahm ich auch zusätzlich Stechhilfe und Teststreifen in einer „Minihandtasche“ mit, die ich diebstahlsicher eng an der Frau trug. Vor meiner OmniPod-Zeit hatte ich meine Schlauchpumpe außerdem stilecht an ein Strumpfband unter dem Dirndlrock geclipt.

Logistische und kulinarische Herausforderungen

Heute reicht neben dem PDM und Traubenzucker zum Blutzucker-Messen mein Handy mit der App für das FreeStyle Libre – wobei ich bei meinem spätabendlichen Spaziergang in der Gasse mit den Bierzelten „Marstall“, „Schottenhammel“ und „Löwenbräu“ hin zum Riesenrad bemerke, dass ich meinen Arm mit dem Sensor instinktiv vor den torkelnden Massen schütze – aus Angst davor, dass ein unsanfter Rempler zum jähen Sensor-Ende führt …

Auch kulinarisch ist die Wiesn jedes Jahr eine Herausforderung für Diabetiker (und Figurbewusste), denn im Angebot sind viele Kohlenhydrate, viel Fettiges – und viel Alkohol. Meine klassische Wiesn-Brotzeit – eine Riesenbrezn, eine Maß Bier und ein Wiesn-Hendl – kommt mal eben schnell auf 1.500 Kilokalorien. Um den Blutzucker im Griff zu behalten, ist für diese Kombi immer ein verzögerter Bolus nötig.

Zu berücksichtigen und nicht zu unterschätzen bei der Insulinabgabe: Das Maßkrugstemmen bei jedem gesungenen „Prosit der Gemütlichkeit“ und die Tanzeinlagen zu den Wiesnhits der Blaskapellen wie „Tage wie dieser“ der Toten Hosen oder „Schickeria“ der Spider Murpy Gang wirken neben dem Alkohol des Biers ebenfalls blutzuckersenkend! Da helfen im Fall des Unterzucker-Falls die kandierten Nüsse und andere süße Versuchungen, die es zuhauf auf der Wiesn gibt, wenn man genug von den Menschenmassen hat und das Bierzelt verlässt, um frische Luft zu schnappen …

Das „Teufelsrad“ – Simpel, aber gut

Kein Oktoberfest ohne Riesenrad. (© Susanne Löw)

Kein Oktoberfest ohne Riesenrad. (© Susanne Löw)

Kein Wiesn-Besuch ohne Fahrt mit einer der Attraktionen: Freefall-Tower, Achterbahn mit Fünfer-Looping oder Wilde Maus – je doller, desto besser! Dass dabei nicht nur Schuhe und Brillen, sondern auch das Diabetes-Equipment vor einem Sturz aus der Höhe gesichert werden sollten, versteht sich von selbst.

Mein persönliches Highlight ist aber nach wie vor das „Teufelsrad“, ein Klassiker auf der Wiesn, der getreu dem Motto „Simpel, aber gut“ die Besucher auch heute noch anzieht: Eine Scheibe in einer Art Zirkusmanege dreht sich immer schneller und schneller, die Freiwilligen auf der Scheibe müssen versuchen, möglichst lange nicht abzurutschen – und all das wird unter dem Johlen der Zuschauer charmant und unterhaltsam von einem Ur-Bayern kommentiert. Da bekommt jeder sein Fett weg, ob Diabetiker oder nicht. Die „normalen“ Risiken eines Besuchs des Oktoberfests drohen eben immer. Katerstimmung am nächsten Tag inklusive …

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  • olivers postete ein Update vor 3 Tagen, 19 Stunden

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 4 Tagen, 21 Stunden

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

    • Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
      Gruß Oliver

    • @olivers: Haben wir alles gemacht und hat dennoch nicht geholfen 🙁
      Wir haben auch spezielle Pflaster zum drauf kleben,aber die machen keine Probleme.
      Nun sollten bis mitte nächster Woche die neuen Sensoren kommen und ich hoffe es klappt dann mal ohne Probleme

      Gruß Sandra