Raffiniert würzen wie in Asien

5 Minuten

© Fotolia
Raffiniert würzen wie in Asien

Die asiatische Art zu würzen ist so vielseitig wie kaum eine andere und gibt uns neue Impulse, was mit Möhren, Fisch und Reis so alles möglich ist. Jedes asiatische Land hat zudem noch einmal eine ganz eigene interessante Würz-Tradition entwickelt. Wie Sie mit den exotischen Geschmackszutaten umgehen und einen Hauch von Asien auf den heimischen Teller zaubern können, erfahren Sie hier – und ist gar nicht schwer zu lernen.

Hähnchen süß-sauer, Peking-Ente, Frühlingsrolle, Sushi oder Wan-Tan-Suppe – das sind typische Gerichte auf Asia-Speisekarten. Die Chinesen waren die ersten, die bereits in den 1970er Jahren Restaurants in Deutschland eröffneten und ihre Köstlichkeiten anboten.

Restaurants und Convenience Food: stetig wachsendes Angebot

Heute verwöhnen nicht nur acht chinesische Kostbarkeiten europäische Gaumen, auch thailändische, vietnamesische oder indische Restaurants und Imbisse sind zumindest in den Städten häufig zu finden. Und nicht nur das: Ein ganzer Industriezweig hat sich darauf spezialisiert, asiatische Leckereien dieser Art als Convenience Food anzubieten – sei es in Tüten, als Konserven oder Tiefkühl-Komplettgericht. Nicht alle diese Produkte sind gut, manche aber recht brauchbar. Selbst zu kochen, ist und bleibt jedoch der beste Weg, die asiatische Küche zu Hause zu entdecken.

Früher war es schwierig, sämtliche fernöstliche Zutaten zu bekommen, heute haben sogar Discounter Chilis, Ingwer und Kokosmilch fest im Sortiment. Gut sortierte Supermärkte führen auch Sojasauce, süße Chilisauce, Zitronengras, Curryblätter oder Litschis. Dazu kommen asiatische Angebotswochen, die die Palette erweitern. Städter können sich freuen, denn sie finden oft gut sortierte Asia-Supermärkte, die Originalprodukte importieren. Der Einkauf dort ist oft sogar günstiger als in der Exoten-Abteilung im Supermarkt. Es lohnt sich also, einen Abstecher in diese Spezialgeschäfte zu machen, wo Kunden meist auch gut beraten werden.

Universell einsetzbar: Sojasauce

Die bekannteste Asia-Marinade ist Sojasauce. Sie eignet sich wunderbar zum pikanten Würzen und Marinieren von Gemüse, Fisch oder Fleisch, Dips und Dressings. Wenn Sie beispielsweise Hähnchen oder Geschnetzeltes ablöschen, marinieren oder nachwürzen möchten, eignet sich die rehbraune Flüssigkeit dafür sehr gut. Wird Fleisch in Sojasauce mariniert, bekommt es zudem eine zarte Struktur und schmeckt herrlich kräftig-würzig.

Wer mit Sojasauce würzt, braucht – wenn überhaupt – nur eine Prise Salz, um den Geschmack des Gerichts zu vollenden, denn Salz ist in der Sauce schon enthalten. Gute Produkte, die es auch beim Discounter gibt, enthalten weder Farb- noch Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker.

Sojasauce: Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich

Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also: Natürlich gebraute Sojasauce enthält nämlich nur vier Zutaten – Sojabohnen, Weizen, Wasser und Salz. Neben der klassischen, rehbraunen Sauce gibt es im Handel auch milde, helle Varianten und kräftige Sorten mit sehr dunkler Farbe. Gut zu wissen: Sojasauce muss nicht angerechnet werden – weder bei den Kohlenhydraten noch im Hinblick auf Fett oder Kalorien.

Außer der klassischen Sojasauce gibt es z. B. Teriyaki-Sauce (Mischung aus Sojasauce, Reiswein und Honig oder Zucker) und Fischsauce (Basis: fermentierter Fisch). Sie sehen dem Klassiker ähnlich, haben aber ein etwas anderes Aroma und eignen sich ideal zum Marinieren und Ablöschen beim Braten oder Grillen. 100 ml dieser Sauce enthalten im Schnitt 11 g Kohlenhydrate. Je nach verwendeter Menge empfiehlt es sich dies bei der Kohlenhydratberechnung zu berücksichtigen.

Auch beliebt: süße Chilisauce

In den letzten Jahren hat die Beliebtheit von süßen Chilisaucen (Sweet Chili) zugenommen. Bekannt ist diese Art von Sauce beispielsweise als Dip zur klassischen Frühlingsrolle. Wer es scharf, würzig und gleichzeitig ein bisschen süß mag, kommt damit auf seine Kosten. Eine Portion von 25 g enthält etwa 9,8 g Zucker, dazu etwas Eiweiß und Fett und somit etwa 40 Kilokalorien.

Wer reichlich süße Chilisauce verwendet, sollte dies bei der Berechnung der Kohlenhydrate berücksichtigen. Kleine Mengen (wie im Rezept Scharfer Tofu im Gemüsebett) haben meist nur minimale Auswirkungen auf den Blutzucker, denn es sind zusätzlich Ballaststoffe, Eiweiß und Fett dabei.

Garen asiatisch – natürlich im Wok

Neben Salz, Pfeffer, Chili, Paprika und Würzsaucen wie Soja- und Chilisauce spielt der Wok eine große Rolle in der asiatischen Küche. Es ist seine Form mit der kleinen Standfläche, die ihn zu einem besonderen Küchengerät macht. In der Mitte ist der Wok am heißesten, an den Randbereichen etwas kühler. Das Tolle: Gemüse bleibt schön knackig; so wird auch eine Fülle an Vitaminen erhalten. Was Sie mit dem Wok alles anstellen können, erklären wir hier.

Schwenken und sautieren (chinesisch: Chao)

Für knackiges Wok-Gemüse wird zunächst das Gemüse in Stücke, Streifen, Würfel geschnitten und alles bereitgestellt. Dann wird etwas Sonnenblumen-, Erdnuss-, Soja- oder Sesamöl im Wok erhitzt und als Erstes kommen Zwiebeln, Knoblauch und Chili hinein und werden eine Minute scharf angebraten.
Bei Rezepten mit Fleisch wird dies zuerst angebraten, dann festes Gemüse wie Möhren und zuletzt weiches und feines Gemüse. Braten Sie immer kurz am Boden bei starker Hitze an und rühren dann das Bratgut hoch an den Rand, damit nichts anbrennt. Zum Schluss kommen Gewürze, Sojasauce oder süße Chilisauce dazu.

Braten (chinesisch: Jian)

Fleisch braten: Hähnchen-, Rind-, oder Schweinefleisch (z. B. Filet oder Minutenschnitzel) wird meist in dünne Streifen geschnitten und in Sojasauce mariniert. Erhitzen Sie dann ein wenig Öl im Wok und braten das Fleisch in kleinen Portionen drei Minuten scharf an. Sobald das Fleisch gar ist, nehmen Sie es aus dem Wok oder legen es auf ein Abtropfgitter, damit es nicht zäh wird.

Schmoren (chinesisch: Shao)

Schnelles Garen von Kartoffeln, Sellerie und Karotten: Dazu werden Kartoffeln oder Gemüse geschält, gewaschen und in Scheiben oder Würfel geschnitten und im heißen Wok unter Rühren kurz angebraten. Geben Sie Flüssigkeit dazu und lassen alles bei schwacher Hitze schmoren, rühren Sie dabei immer weiter – so ist alles schneller gar als im herkömmlichen Kochtopf.

Dämpfen (chinesisch: Zheng)

Gemüse schonend garen: Dazu sind ein Siebeinsatz und ein Deckel nötig. Füllen Sie einfach etwas Wasser in den Wok und erhitzen es. Legen Sie kleingeschnittenes Gemüse wie Chinakohl, Pak Choi, Zwiebeln, Lauch oder Bohnen auf den Siebeinsatz. Das Gemüse gart jetzt im aufsteigenden Dampf und wird zum Schluss mit Kräutern und Gewürzen geschmacklich verfeinert.

Kokosmilch und Currypasten

Für den würzig-scharfen Kick, bekannt von vielen thailändischen, vietnamesischen und indischen Gerichten, sorgen Currypasten, gern in Kombination mit Kokosmilch. Die Würzpasten gibt es gelb (mittelscharf), rot (scharf) und grün (sehr scharf). Neben Chili, Galgant, Kurkuma, Zitronengras, Knoblauch, Nelken und Zimt enthalten sie auch etwas Salz und eine Prise Zucker. Kleine Mengen (ein halber bis ganzer Teelöffel) reichen meist aus, um einer Sauce für zwei Portionen Schärfe und Geschmack zu geben. Besser mit wenig Paste anfangen und langsam steigern! Wer Schärfe nicht gewöhnt ist, erlebt sonst sein scharfes Wunder.

Eine Portion Currypaste von 15 g enthält zwischen 1 und 3 g Kohlenhydrate, dazu kleine Mengen Eiweiß und Fett und damit etwa 25 Kilokalorien. Die Currypasten mit Kokosmilch statt mit Schlagsahne zu kombinieren, ist nicht nur typisch asiatisch, sondern auch die weitaus fettärmere und cholesterinfreie Alternative. Kokosmilch passt zu süßen und pikanten Gerichten und macht sich auch gut in Shakes und Smoothies.

Kleine Mengen Öl und Erdnussbutter

Statt großer Fettmengen, die zum Marinieren und Braten sonst üblich sind, kommen in der Asiaküche kleine Mengen Sesam-, Erdnuss-, Sonnenblumen- oder Sojaöl in den Wok. Zum Marinieren bietet sich zusätzlich herkömmliche, stückige Erdnussbutter an (wie im Rezept auf Seite 79).

Natürlich gibt es auch panierte und frittierte Gerichte. Doch die sollten eher selten auf dem Speisezettel stehen; sie sind sehr fett-, kalorien- und kohlenhydratreich. Bevorzugen Sie stattdessen Fleisch und Fisch unpaniert, gebraten, gegrillt oder gedünstet sowie große Portionen an frischem Gemüse. Jetzt ist nur noch Ihre Phantasie gefragt!


von Kirsten Metternich von Wolff

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (6) Seite 72-76

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Rezept für Curry-Suppe mit Garnelen und Glasnudeln
Dieses Rezept für Curry-Suppe mit Garnelen und Glasnudeln bringt in rund 30 Minuten asiatische Würze auf den Tisch. Kokosmilch, Limette und Chili sorgen für ein aromatisches Gericht mit knackigem Gemüse. Genaue Nährwertangaben helfen dabei, die Kohlenhydrate der Glasnudeln im Blick zu behalten.
Curry-Suppe mit Garnelen, Glasnudeln, Möhren, Erbsen und Chili in einer Schale auf einem dunklen Holztisch; daneben liegen rote Essstäbchen sowie Schälchen mit Limetten und Chili.

2 Minuten

Rezept für Schweinefleisch süß-sauer mit Reis
Dieses Rezept bringt Schweinefleisch, Paprika und Ananas süß-sauer auf den Teller. Das Gericht ist in etwa 25 Minuten zubereitet und liefert pro Portion genaue Nährwerte. Dazu passt Reis, verfeinert wird die Mahlzeit mit Chili, Knoblauch und frischem Koriander für den Alltag.

2 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • kety22 postete ein Update vor 5 Tagen, 12 Stunden

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen

    Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …

  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?