Shakes und Riegel helfen erfolgreich beim Abnehmen

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Shakes und Riegel helfen erfolgreich beim Abnehmen

Wer schon einmal versucht hat, abzunehmen, weiß, wie schwierig der Anfang sein kann. Eine Diät folgt oft der nächsten – und trotzdem wollen die Kilos nicht langfristig weichen. Hilfreich können in einer solchen Situation, und nicht nur dann, Formula-­Produkte sein. Sie können beim schnellen Abnehmen helfen, aber auch den Weg zu einem neuen Essverhalten begleiten.

Viele Menschen mit Diabetes werden neben ihrem Glukose-Management von einem weiteren Dauerthema begleitet: Übergewicht. Wenn sich doch bloß die lästigen und gesundheitsschädlichen Kilos endlich in Luft auflösen würden … Ganz ohne eigenes Zutun wird dieser sehnliche Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Es gibt allerdings die Möglichkeit, den Einstieg ins Abnehmen zu erleichtern, zum Beispiel mit Formula-Produkten.

Ein langfristiges Verändern der Essgewohnheiten, kombiniert mit regelmäßiger Bewegung, klingt unspektakulär, wirkt aber. Doch bei vielen Menschen mit Typ-2- und teils auch mit Typ-1-Diabetes ist über die Jahre einiges an Körpergewicht zusammengekommen, sodass der Anfang in eine Gewichtsabnahme für viele unmöglich erscheint. Das Thema Abnehmen ist zwar stets im Hinterkopf, ab und zu werden auch Diäten durchgeführt oder kurzfristige Veränderungen beim Essen praktiziert, doch so richtig zünden sie alle nicht. Eine wirksame Hilfe kann der Austausch einzelner Mahlzeiten durch Formula-Produkte sein. Selbst nach einer erfolgreichen Gewichtsabnahme können sie als Intervallmahlzeit hilfreich sein.

Formula-Drinks: Rettungsanker und ­Motivationsturbo

Es bringt nichts, sich von einer Diät, einer Low-Carb- oder „Friss-die-Hälfte“-Ernährung (kurz: FdH) zur nächsten Aktion zu hangeln. Dafür sind die Entbehrungen zu groß, der langfristige Abnehmerfolg zu gering und der Frust beim Versagen riesig. Hilfreich sind jedoch spezielle Formula-Produkte wie Suppen, Shakes und entsprechende Riegel. Selbst vor einer Operation speziell wegen des Übergewichts (bariatrische Operation) können sie in Betracht gezogen werden.

Richtig praktiziert können Konzepte mit solchen Produkten tatsächlich positiv wirken. Sie sind erfolgreicher als herkömmliche Diäten, insbesondere dann, wenn in kurzer Zeit noch etwas Gewicht verloren gehen soll. Dies gilt beispielsweise für Personen mit sehr starkem Übergewicht vor Operationen, aber auch für Menschen mit Dia­betes, die zum Beispiel schon sehr lange mit Übergewicht durchs Leben gehen und den Anfang bisher einfach nicht geschafft haben. Sinnvoll sind Formula-Diäten auch für Frauen in und nach den Wechseljahren, wo es sehr häufig zu starkem Übergewicht (Adipositas) kommt.

Wissenschaft sagt Ja zu Shakes und Co

Mittlerweile haben auch zahlreiche Wissenschaftler die Wirkung von Formula-Diäten untersucht. So verglich ein internationales Team aus Wissenschaftlern herkömmliche Diä­ten mit solchen, bei denen Teilnehmer täglich einzelne Mahlzeiten durch Formula-­Produkte wie Suppen oder Shakes ersetzten. Die Forscher um den Kanadier Jarvis C. ­Noronha werteten dazu 9 Studien, die durchschnittlich 24 Wochen dauerten, mit 961 Probanden aus. Besonders interessierten sie sich für Mahlzeiten-­Ersatz­produkte auf flüssiger Basis wie Suppen und Shakes. Sie untersuchten, ob und wie sich gesundheitliche Verbesserungen und ein möglicher Gewichtsverlust bei Formula- und konventionellen Diäten unterschieden.

Mit einer kalorien­reduzierten Kost mit Formula-­Drinks oder -Riegeln reduzierte sich das Körpergewicht im Schnitt um 2,4 Kilogramm im Vergleich zu herkömmlichen Diäten. Der Körperfettanteil reduzierte sich um 1,7 Prozent, der Taillenumfang verminderte sich im Mittel um 2,2 Zentimeter, der Langzeitblutzucker (HbA1c) um durchschnittlich 0,4 Prozentpunkte. Ferner besserten sich der Nüchternblutzucker und die Blutdruckwerte. Lediglich bei den Blutfettwerten gab es keine Unterschiede zwischen den Diätgruppen. Zu vermuten, aber nicht untersucht ist, dass sich auch die gesundheitliche Lage der Leber entspannte, denn eine nicht alkoholisch bedingte Fettleber ist häufig bei Menschen mit Übergewicht mit von der Partie.

Remission eines Typ-2-Diabetes ist möglich

Positive Ergebnisse zur Wirksamkeit von Formula-Diäten gab es auch bei der britischen Studie DiRECT. Es zeigte sich, dass durch die drastische Kalorienreduktion mit Formula-Produkten neben einer effektiven Gewichtsabnahme sogar eine Remission des Typ-2-Diabetes möglich sein kann. An der Studie nahmen 298 übergewichtige Personen teil. Der Hälfte gelang es, ihre Blutglukosewerte wieder zu normalisieren und keine Medikamente zu benötigen. Je mehr die Personen an Gewicht verloren, desto größer war der Behandlungserfolg. Wurden mehr als 15 Kilo­gramm abgenommen, kam es bei etwa 85 Prozent zu einer Diabetes-Remission.

So können Formula-Produkte beim Abnehmen helfen

vor Operationen oder sehr hohem Übergewicht

  • Ersatz aller Mahlzeiten durch spezielle Formula-Produkte, nach ärztlicher ­Rücksprache
  • zeitlich festgelegter Rahmen
  • Diabetes-Medikamente und Insulinmengen müssen angepasst werden
  • Aufklärung über mögliche Begleiterscheinungen wie Unterzuckerungen wichtig

Übergangsphase hin zu gesünderem Essen und Trinken

  • Ersatz von zwei Mahlzeiten durch Formula-Produkte
  • nach erstem erfolgreich verlorenem Gewicht bei starkem Übergewicht

oder

  • Motivationsstart bei mäßigem Übergewicht
  • der Zeitrahmen sollte mit dem Arzt oder Diabetesteam festgelegt werden
  • eine Hauptmahlzeit täglich besteht aus festen Speisen
  • die Hauptmahlzeit sollte ballaststoffreich mit großen Portionen frischem Gemüse/Salat, kleinen Portionen Fleisch (3- bis 4-mal pro Woche je 130 bis 150 g roh), Seefisch (200 g) und einer kohlenhydrathaltigen Beilage wie Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Vollkornreis oder -nudeln, Vollkorngetreide bestehen

Erhaltungsphase oder Intervalltage

  • Ersatz einer Mahlzeit durch Formula-Produkte, zum Beispiel dauerhaft oder an Wochentagen das Frühstück, Mittag- oder Abendessen
  • beispielsweise an fünf Tagen pro Woche

oder

damit das neu erlangte gesunde Gewicht dauerhaft erhalten bleibt, sollte ­Alltagsbewegung, beispielsweise eine halbe Stunde täglich, dazugehören

zum Halten des neuen Gewichts an einem Tag der Woche ein bis drei Mahlzeiten durch Formula-Produkte ersetzen

Kalorienmenge der festen Mahlzeiten dem neuen Gewicht entsprechend anpassen

Vorschläge für die Zusammenstellung wie in der Übergangsphase

Sind alle Shakes gleich gut geeignet?

Eiweiß-Shakes, Low-Carb-Riegel oder Mahlzeiten-Ersatz in Form von Suppen gibt es mittlerweile in jedem Drogeriemarkt, in Fitness-Stores, Supermärkten, Reformhäusern, Apotheken und natürlich in unendlich großer Auswahl im Internet. Sind alle gleich gut für eine effektive Gewichtsabnahme geeignet? Nicht ganz, denn nicht alle der im Handel erhältlichen Shakes, Riegel oder Suppen entsprechen den medizinischen Anforderungen an Formula-Diäten.

Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) empfiehlt in ihren Leitlinien Produkte mit einem Kalorien­gehalt von 800 bis 1200 Kilokalorien täglich. Empfohlen werden sie für Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 kg/m², ebenso bei starker Adipositas sowie vor bevorstehenden operativen Eingriffen. Mit den Formula-Produkten lässt sich vorher relativ schnell, leicht und unkompliziert zumindest etwas Gewicht verlieren. Shakes und Suppen werden dabei mit Wasser, fettarmer Milch oder fettarmen und zuckerfreien veganen Alternativen, wie ungesüßten Soja-, Mandel- oder Kokosdrinks angerührt. Kokos­drinks sind nicht zu verwechseln mit Kokosmilch, die weitaus fettreicher ist. Kokos­drinks gibt es in Supermärkten in Tetrapacks, Kokosmilch meist in Konservendosen.

Endergebnisse der angerührten Produkte sind eine Suppe, eine Creme oder ein Shake. Solche Produkte müssen den Anforderungen des § 14a der Diätverordnung entsprechen. Das bedeutet, dass sie mindestens 50 Gramm Eiweiß, 90 Gramm Kohlenhydrate, 7 Gramm essenzielle Fettsäuren und 10 bis 30 Gramm Ballaststoffe enthalten – und das bei einer Tagesration von maximal 1200 Kilokalorien. Im Hinblick auf Vitamine und Mineralien sind in der Diätverordnung ebenfalls Mindestmengen festgelegt, die solche Produkte erfüllen müssen.

Kaum zum dauerhaften Einsatz ­geeignet

Wenn das oben Beschriebene der Fall ist, entsprechen die Formula-Produkte den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) herausgegebenen Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr eines Erwachsenen. Es lohnt sich, vor dem Kauf die Nährwertanalysen solcher Produkte genau zu prüfen. Theoretisch wären solche zertifizierten Formula-­Produkte also ein Mahlzeiten-Ersatz, der dauerhaft konsumiert werden könnte. Allerdings würde dies keine Veränderung der Essgewohnheiten fördern.

Hinzu kommt, dass es wohl schwierig durchzuhalten wäre, sich ständig nur von Drinks, Shakes oder Riegeln zu ernähren. Je nach Ausgangslage können zu Therapie­beginn, nach ärztlicher Rücksprache, alle Mahlzeiten für einen zeitlich definierten Rahmen ausgetauscht werden. Auf Dauer hat sich ihr Einsatz beispielsweise im Austausch zu einer oder zwei Mahlzeiten oder als Intervallmaßnahme bewährt. Wie das in der Praxis aussehen kann, sehen Sie im obigen Kasten.


von Kirsten Metternich von Wolff

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (2) Seite 14-16

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße