Tipps für die Fasten-Zeit: Mit Typ-1-Diabetes im Ramadan

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Tipps für die Fasten-Zeit: Mit Typ-1-Diabetes im Ramadan | Foto: Rawpixel.com – stock.adobe.com
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Tipps für die Fasten-Zeit: Mit Typ-1-Diabetes im Ramadan

Für Millionen Muslime in Deutschland steht eine der spirituell und gesellschaftlich wichtigsten Abschnitte des Jahres vor der Tür: der Fasten-Monat Ramadan. Menschen mit Diabetes sind vom Fasten befreit, möchten oft aber doch an diesem Ereignis teilhaben.

Der Ramadan ist ein heiliger Monat für 1,9 Milliarden Muslime auf der Welt. Davon leben ungefähr 5,3 bis 5,6 Millionen in Deutschland. 30 Tage lang wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang unter anderem auf Essen und Trinken verzichtet. Der Ramadan ist eine der fünf Säulen des Islam. Ähnlich wie der Heilige Abend (den nicht nur gläubige Christen feiern) ist es eine Zeit tiefgreifender sozialer Erfahrung, die Familien und Freunde zusammenführt und die Gemeinschaft mit den Liebsten in den Mittelpunkt stellt.

Menschen mit Diabetes müssen nicht fasten

Zwar sind chronisch kranke Menschen, Kinder sowie Schwangere vom Fasten befreit, jedoch sieht man in der Praxis immer wieder, dass auch muslimische Menschen mit Typ-1-Diabetes am Fasten teilhaben möchten. Dies betrifft auch Jugendliche und Heranwachsende. Gerade in der Zeit des Heranwachsens oder in Selbstfindungsphasen führt das Untersagen der Teilnahme zu Frust und Trotz.

Gründe sind die Suche nach Gruppen-Zugehörigkeit, möglicherweise auch Neugier und die Angst, an einem der wichtigsten Events für Familie und Freundeskreis ausgeschlossen zu sein. Umfragen zeigen dabei immer wieder, dass die Konsultation mit medizinischem Personal im Ramadan vermieden wird, das Diabetes-­Team also nichts vom Fasten weiß und so nicht beratend zur Seite stehen kann.

Fasten mit Typ-1-Diabetes

  1. Jugendliche mit Diabetes sollten nicht fasten
  2. wenn sie es doch unbedingt tun wollen, vorher beraten und Risiko abwägen
  3. enger Kontakt mit dem Diabetes-Team rund um die Zeit des Ramadan
  4. auf sinnvolle Nährstoff-Verteilung bei den Mahlzeiten achten
  5. ausreichend zucker- und koffeinfreie Flüssigkeit trinken
  6. Abbruch bei zu hohen oder zu niedrigen Glukosewerten oder Ketonbildung

Risiken vorsorgen

Menschen mit Typ-1-Diabetes gehören zur Hochrisikogruppe für Probleme beim Fasten. Deshalb sind eine gute Vorbereitung und Schulung besonders wichtig. Dieser Termin mit dem Diabetes-Team sollte etwa vier bis sechs Wochen vor Beginn des Fastens erfolgen. Eine stabile Stoffwechsellage ist für die besonderen Herausforderungen dieser Zeit besonders wichtig. Daher ist es sinnvoll, die Insulintherapie kurz vorher noch einmal zu überprüfen.

Risiken während des Fastens sind schwere Unterzuckerungen, Überzuckerung, diabetische Keto­azidose und Dehydratation (Austrocknen des Körpers). Glukosewerte sollten regelmäßig kontrolliert werden. Bei Bedarf, zum Beispiel bei vom eigenen Körpergefühl abweichenden Werten, kann auch ein Bestimmen des Blutzuckers notwendig sein. Ketonkörper sollten ebenfalls regelmäßig – am besten im Blut – gemessen werden, mindestens einmal täglich zum Ende der Fasten-Periode.

Die Gestaltung der Mahlzeiten

Eine gesunde und ausgewogene Kost mit viel Gemüse ist hier insbesondere angebracht, um starke Überzuckerungen nach dem Essen zu vermeiden. Komplexe, langsam wirkende Kohlenhydrate wie in Bulgur, Vollkorn-Produkten, Hülsenfrüchten und Kartoffeln sollten bevorzugt werden. Obst-Mengen sollten klar definiert und nicht zu groß sein.

Und auch die Süßspeisen, die als Nachtisch zum Iftar – dem Fasten-Brechen nach Sonnenuntergang – angeboten werden, sollten nur in kleineren Portionen verzehrt werden. Das Ziel ist, trotz hoher Kohlenhydratzufuhr in kurzer Zeit das Schwanken der Glukosewerte überschaubar zu halten.

Die Auswirkungen von Protein und Fett auf den Glukoseverlauf sollten ebenfalls bekannt sein und beachtet werden, um diese ggf. beim Bestimmen des Mahlzeiten-Insulins berücksichtigen zu können. Auch die Sahur (türkisch) bzw. Suhoor (arabisch) – die letzte Mahlzeit vor Sonnenaufgang – sollte unbedingt genutzt werden, um zum Beispiel über Vollkorn-Produkte oder Haferflocken lang wirksame Kohlenhydrate für den Tag zu „tanken“ und somit das Risiko der Keton-Bildung zu reduzieren.

Die Auswahl der richtigen Getränke ist ebenfalls ausschlaggebend, um den Flüssigkeitsbedarf zu ­decken. Koffeinhaltige Getränke wie Cola, Schwarztee und Kaffee führen eher zum Flüssigkeitsverlust und sind somit eher nicht geeignet. Besser sind Getränke wie Wasser oder ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Eine ausreichende Trinkmenge von eineinhalb bis drei Liter zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang ist wichtig. So wird eine adäquate Flüssigkeitszufuhr gewährleistet.

Abbruch des Fastens

Trotz aller Bemühungen kann es dazu kommen, dass man das Fasten abbrechen muss. Auf jeden Fall sollte man dies bei Anzeichen von Unter­zucke­rung und Glukosewerten unter 70 mg/dl bzw. 3,9 mmol/l tun, denn eine Unterzuckerung muss immer zeitnah mit der Aufnahme von Kohlenhydraten behandelt werden. Auch Werte über 300 mg/dl bzw. 16,7 mmol/l führen zum Abbruch, denn außer Insulinzufuhr ist dann auch die Aufnahme von Flüssigkeit nötig.

In jedem Fall sollte das Fasten sofort beendet werden, sobald die ­Ketonwerte über 1,5 mmol/l im Blut bzw. ++/+++ im Urin ansteigen, denn dies ist ein Warnzeichen für einen Nährstoffmangel in den Zellen und kann zu einer Stoffwechsel-­Entgleisung führen.

Ebenfalls zu beachten: Durch den veränderten Schlafrhythmus und eine eventuelle Gewichtsabnahme kann es zu einem veränderten Insulinbedarf kommen. Umso wichtiger ist die Betreuung während des Ramadans durch das Diabetes-Team. Hier sollten die Eltern ihre Kinder gut begleiten.


Für Beiträge in der Rubrik Eltern und Kind kooperiert der Diabetes-Anker u.a. mit der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische und adoleszente Endokrinologie und Diabetologie (DGPAED). Der Verband setzt sich dafür ein, die Ver­sorgung von Kindern und Jugend­lichen mit Diabetes und anderen Stoffwechseler­krankungen zu erhalten und zu verbessern.


von Gülcan Celen

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Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (1/2) Seite 42-43

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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