- Ernährung
Laubers Kolumne: „Vorsicht Süßstoffe!“
4 Minuten
Ein wahrer Süßterror tobt in der Adventszeit. Viele greifen deshalb zu den scheinbar harmlosen Süßstoffen. Doch die stehen nun im Verdacht dick zu machen, Diabetes auszulösen, warnt Hans Lauber.
Süßer die Düfte nie locken als zu der Weihnachtszeit. In den Läden warten Lebkuchenherzen, Marzipantaler, Oblaten, Pfeffernüsse, Schokoweihnachtsmänner und Vanillekipferln auf die Schleckermäuler. Auf den Weihnachtsmärkten duftet es verführerisch nach gebrannten Mandeln, Bratäpfeln, Eierpunsch und viel zu süßem Glühwein. Überall wird in den Zeitschriften, im Fernsehen für Rezepte geworben, um ganz viele zuckerige Leckereien selbst zu backen.
Ein wahrer Zucker-Overkill, dem viele mit einem scheinbar erfolgversprechenden Rezept entfliehen wollen: Sie greifen zu Süßstoffen – schließlich wurden sie jahrelang von den Experten als empfehlenswerte Alternative angepriesen. Ein fataler Irrtum, wie eine aktuelle „Medizinische Kurznachricht der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie“ zeigt. Dort heißt es in der Überschrift unmissverständlich: „Süßstoffe können das Diabetes-Risiko erhöhen“.
Das liegt wohl daran, dass synthetische Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin oder Sucralose offenbar schädlich für bestimmte Darmbakterien seien, was zur Glukose-Intoleranz führen könne – eine der Hauptursachen für die Entstehung des Typ-2-Diabetes. Herausgefunden haben diese Zusammenhänge Forscher des „Weizmann Institute of Science“ in Israel durch Versuche mit Mäusen – ergänzt durch kleine Testreihen mit freiwilligen Versuchspersonen. Veröffentlicht wurde diese Studie im September in der renommierten Zeitschrift „Nature“.
Können dick machen, Diabetes auslösen: Süßstoffe
Eine bahnbrechende Studie, die einen wissenschaftlichen Paukenschlag bedeutet, den der Endokrinologe Prof. Dr. Klaus D. Döhler in der „Medizinischen Kurznachricht“ so resümiert: „Zusammengenommen zeigen die Daten, dass Süßstoffe womöglich nicht die harmlose Wunderwaffe gegen Adipositas und Diabetes sind, als die sie gedacht waren, sondern, dass sie durch Verändern der Zusammensetzung und Funktion von Darmbakterienpopulationen im Darm Diabetes und Adipositas sogar fördern“.
Ein langer Satz. Aber auf einen kurzen Nenner gebracht, hat er die Kraft, eine Revolution in der industriellen Nahrungsproduktion auszulösen. Denn diese Süßstoffe werden in großem Stil den „Diät und Light“-Getränken, aber immer häufiger auch Fertignahrungsmitteln zugesetzt. Dort führen sie aber möglicherweise dazu, dass sie die Aufnahme von Zucker sowie die Nahrungsverwertung fördern – was dick machen kann. Also genau das Gegenteil von dem, wofür die Süßstoffe bisher standen.
Sind nicht mehr unbedenklich: Süßstoffe
Ein bemerkenswerter Paradigmenwechsel, den in „DiabetesNews“ vom 6. November 2014 auch Prof. Dr. med. Helmut Schatz, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, eindringlich kommentiert. Galten nämlich die Süßstoffe bislang weitgehend als unbedenklich, „kann diese Einschätzung so jetzt nicht mehr gehalten werden“, sagt Schatz – und geht sogar noch weiter: „Übergewichtige Menschen, die mit Süßmitteln ihr Körpergewicht senken wollen, müssen wissen, dass sie nach den neuesten Forschungsergebnissen damit ihr Diabetesrisiko sogar erhöhen“.
Aus für die milliardenschwere Diät-Industrie?
Würden diese Erkenntnisse ernst genommen, dann hieße das langfristig das Aus für eine milliardenschwere „Light- und Diät“-Industrie – jedenfalls dürfte sie nicht mehr mit angeblich gesunden Abnehmeffekten werben. So schnell wird es aber nicht dazu kommen, ahnt Endokrinologe Prof. Döhler, Geschäftsführer des renommierten Medizinunternehmens Curatis in Hannover: „Es wird meiner Meinung nach nicht lange dauern, bis die Getränke-Industrie aus allen Rohren gegen diese Studie schießen wird“.
Diabetes und Zucker – eine Kette von Irrtümern
Was hat Zucker mit Diabetes zu tun? Darüber streiten die Experten seit Jahren – und sie haben sich häufig geirrt. Als ich vor 15 Jahren „Fit wie ein Diabetiker“ schrieb, machte ich den Zuckerkonsum maßgeblich für die Entstehung des Typ-2-Diabetes verantwortlich. Höhnische Kommentare waren die Folge, renommierte Ernährungswissenschaftler und Ärzte belehrten mich milde, dass ich da wohl was verwechsle (die Namen dieser „Experten“ weiß ich noch sehr genau).
Nun, das ist vorbei, die meisten Gelehrten haben ihren Irrtum eingesehen. Inzwischen ist klar, dass der starke Konsum von Zucker über einen längeren Zeitraum, vor allem als Süßgetränk, zu folgender Wirkung führt: Es wird permanent Insulin ausgeschüttet – und dieses Masthormon führt dann zu Übergewicht, eine der Hauptursachen für den Lifestyle-Diabetes. „Zucker-Insulin-Schaukel“ habe ich das in meinem Buch genannt.
Leider auch keine Lösung des Süßproblems: Fruktose
Jahrelang wurde dann erklärt, dass die Fruktose, also der Fruchtzucker, die Lösung des Süßproblems sei – und sein Konsum wurde von den „Experten“ intensiv propagiert. Auch das hat sich inzwischen als falsch erwiesen. Ja, es hat sich sogar herausgestellt, dass die Fruktose noch schädlicher ist als die Glukose, weil dieser Stoff ganz stark zu Übergewicht führt. Trotzdem verwendet die Industrie diesen Stoff immer noch massiv – was sicher eine der Ursachen dafür ist, dass jedes Jahr allein in Deutschland über 300 000 neue Fälle von Typ-2-Diabetes auftreten.
Gesucht wird: Der Ausstieg aus dem süßen Leben
Nun also die Süßstoffe. Auch die hatte ich von Anfang an im Verdacht, das Diabetes-Risiko zu fördern – und das aus zwei Gründen: Zum einen ist nicht auszuschließen, dass sie doch das dick machende Insulin locken – weil dem Körper vorgegaukelt wird, es kämen zu verwertende Kohlenhydrate. Aber noch aus einem anderen Grund war ich von Anfang gegen Süßstoffe: Sie verdrängen das Grundproblem des „durchsüßten Lebens“. Das heißt, sie bringen die Menschen nicht dazu, generell über ihr „süßes Leben“ nachzudenken, sich zuckerarm oder zuckerfrei zu ernähren.
Diese Aussage wird gestützt durch persönliche Erfahrungen. Die Leute, die ihren Kaffee mit Süßstoff süßen, bestellen mit Vorliebe dazu ein richtig großes Stück Kuchen – schließlich haben sie ja mit dem Süßstoff „was gegen den Zucker gemacht“.
Mein Rezept für einen Diabetes-frohen Advent: Glühwein
So, nun hoffe ich, dass ich trotz dieser harten Aussagen Ihnen nicht die Adventsfreude vermiest habe. Eine Freude, die für viele untrennbar mit Glühwein verbunden ist. Auch ich mag Glühwein – und ich habe dafür sogar ein ganz spezielles Rezept entwickelt. Probieren Sie es mal aus. Sie werden überrascht sein!
Abgeriebene Schale und Saft einer Bio-Orange
2 TL fein geriebener Ingwer
1 halber Liter trockener Rotwein, etwa Spätburgunder von Dörflinger, Müllheim
2 Zacken Sternanis; 2 Kardamom-Schoten; 2 Pimentkörner; 3 Zimtblüten; 1 Schote Langpfeffer. Die Gewürze mörsern und dazu geben
Alles zusammen langsam auf 80 Grad erhitzen. Absieben und genießen
von Hans Lauber
- E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
- Internet: www.lauber-methode.de
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 5 Tagen, 18 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 5 Tagen, 18 Stunden
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 5 Tagen, 16 Stunden
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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calvin240 antwortete vor 4 Tagen, 12 Stunden
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 6 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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