Zucker: ein süßer Verführer

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© Kirchheim/Bernhard Kölsch
Zucker: ein süßer Verführer

Überall auf der Welt lieben es die Menschen süß. Und so gibt es auch kaum ein Fertiglebensmittel, in dem nicht irgendwo in der Zutatenliste Zucker gelistet ist – oft auch unter einem Tarnnamen. Wer bewusst mit Zucker umgeht, was nicht nur bei Diabetes sinnvoll ist, sollte sich gut auskennen, um versteckte Zucker in Lebensmitteln zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. Wir helfen Ihnen dabei und erklären, worauf es beim Umgang mit Zucker ankommt.

Es ist noch gar nicht so lange her, seit der Zucker seinen Siegeszug angetreten hat: Gab es früher Zucker, wenn überhaupt, nur in minimalen Mengen, ist der weltweite Konsum über die Jahrzehnte ständig gestiegen. In Deutschland verbraucht jeder von uns im Durchschnitt 33 bis 35 kg Zucker pro Jahr.

Zucker: es kommt darauf an, wie viel und in welcher Form

Früher wurde es Menschen mit Diabetes regelrecht verboten, Zucker zu essen. Das ist heute nicht mehr so – aber es kommt darauf an, wie viel und in welcher Form. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfiehlt Diabetikern, maximal 10 Prozent der täglichen Gesamtkalorienmenge in Form von Zucker zu essen.

Damit ist allerdings nicht gemeint, diese Zuckermenge zum Süßen von Kaffee oder Tee zu verwenden oder mit Zucker gesüßte Getränke zu trinken, denn dieser “freie” Zucker erhöht den Blutzuckerwert sehr schnell. Besser ist es, den Zucker zu “verpacken” – man kann z. B. Brot (am besten Vollkornbrot) mit Konfitüre essen oder ihn in Kuchen, Gebäck, Milcheis oder als Bestandteil von Fertiglebensmitteln genießen.

Süßer Geschmack wird seit jeher als angenehm empfunden und signalisiert dem Gehirn, dass es sich um eine ungiftige und kalorienhaltige, leckere Speise handeln muss. Doch ein ständiges Zuviel an Zucker hinterlässt auf Dauer seine Spuren: Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und insbesondere eine nichtalkoholische Fettlebererkrankung sind typische Folgen eines zu hohen Zuckerkonsums. Mittlerweile wird sogar vermutet, dass es Menschen gibt, für die Zucker ein Suchtmittel ist.

„Ohne Zuckerzusatz“ heißt nicht automatisch zuckerfrei

Achten Sie bei fertigen bzw. verarbeiteten Lebensmitteln darauf, wie viel Zucker enthalten ist. Welche Zucker im Produkt stecken, lesen Sie in der Zutatenliste (für die man manchmal eine Lupe braucht …). Als Faustregel gilt: Je weiter vorne Zucker (oder ein anderes Wort für Zucker) in der Zutatenliste rangiert, desto höher ist der Gehalt an Zucker in diesem Lebensmittel.

Wichtig: Wie groß ist Ihre Portion?

Schauen Sie auch auf die Nährwertanalyse. Sie zeigt, wie viele Kohlenhydrate in 100 g eines Produktes stecken und wie viele davon aus Zucker bestehen.

Lassen Sie sich nicht von den Bildchen auf der Vorderseite der Verpackung irritieren. Klassisches Beispiel: fertiges Müsli oder Frühstücksflocken. Der Hersteller gibt die Nährwerte, inklusive Zucker, für eine Portionsgröße von 30 g an. Das wären gerade mal drei bis vier Esslöffel – eine Menge, von der ein Erwachsener in der Regel nicht satt wird. Besser ist es, die Menge abzuwiegen, die man essen möchte, und anhand der Nährwertanalyse auszurechnen, wie viel Zucker und Kohlenhydrate die Portion enthält. Das Ergebnis ist meist überraschend.

„Ungesüßt“ bedeutet nicht: kein Zucker

Ebenso kritisch sollten Sie sein, wenn auf der Verpackung z. B. “ohne Zuckerzusatz” oder “ungesüßt” prangt. Es mag zwar sein, dass tatsächlich kein raffinierter Zucker zugesetzt wurde, allerdings ist auch in Trockenfrüchten wie Rosinen viel Zucker!

Wer zu solchen Produkten greift, um seinen Zuckerkonsum zu reduzieren, erlebt oft sein blaues Wunder.So enthält beispielsweise ungesüßtes Fertig-Cappuccinopulver laut Zutatenliste keinen Zucker, dafür aber Süßmolkenpulver – also letztlich doch Zucker. Bei Instantgetränken, z. B. aus kakaohaltigen Getränkepulvern, wird ein Teil des süßen, geschmacksgebenden Zuckers reduziert und ersetzt durch das geschmacksneutrale Kohlenhydrat Maltodextrin, das aber auch den Blutzucker erhöht.

Verdeckspiel: So kann Zucker in Zutatenlisten heißen


Haben Sie schon einmal etwas von ­Farin, Raffinose oder Hexose gehört? Diese Begriffe stehen im Grunde genommen alle für dasselbe: Zucker. Da sich Zucker auf den Blutzucker auswirkt, ist es wichtig, sich Zutatenlisten genau anzuschauen: Welcher Zucker ist enthalten, und an wievielter Stelle steht er in der Liste? Je weiter vorne der Zucker steht, desto höher ist der Zuckergehalt am Gesamtprodukt. Damit Sie versteckte Zucker künftig schnell entlarven können, sehen Sie hier die wichtigsten Zucker bzw. Namen für Zucker auf einen Blick.

A

  • Agavendicksaft und andere Dicksäfte
  • Ahornsirup

D


F

  • Farin
  • Fruktose-Glukose-Sirup
  • Fruktosesirup
  • Fruchtkonzentrate oder -püree

G

  • Gerstenmalz
  • Gerstenmalzextrakt
  • Glukose (Fachbegriff für ­Traubenzucker)
  • Glukose-Fruktose-Sirup
  • Glukosesirup

H

  • Hexosen
  • Honig

I

  • Isoglukose
  • Invertzucker

K

  • Karamellsirup

L


M


R

  • Raffinade
  • Raffinose

S


T

  • Traubenfruchtsüße

W

  • Weizendextrin

Es gibt zwar auch einige Fertigsaucen wie Ketchup oder Grillsaucen mit 30 oder 40 Prozent weniger Zucker. Aber auch hier lohnt der Blick auf die Nährwertanalyse, um nachzusehen, wie viel Zucker trotzdem noch enthalten ist.

Zucker gibt verarbeiteten Lebensmitteln Struktur und Geschmack, wirkt konservierend und wasserbindend und ist obendrein billig. Deshalb sollten Sie z. B. auch bei fertigem Krautsalat und anderen Feinkostsalaten oder Rotkohl aus dem Glas genau hinschauen und auf den Zuckergehalt achten.

Isoglukose: neuer Billigzucker für Europa

Seit Ende September 2017 gilt nicht mehr die bisherige Europäische Zuckermarktordnung. Deshalb wird es spätestens ab 2018 Produkte mit Isoglukose (andere Bezeichnungen: Maissirup, Glukosesirup, High Fructose Corn Syrup) geben. Dieses sehr kostengünstige Süßungsmittel ist ein fruktosereicher Zuckersirup, der bisher vorwiegend in den USA in sämtlichen Lebensmitteln und Getränken verwendet wird.

Durch seinen hohen Gehalt an Fruktose (Fruchtzucker) kann Glukosesirup nicht nur Übergewicht fördern, sondern wirkt sich zudem besonders ungünstig auf den Leberstoffwechsel aus. Noch ein Grund mehr für Sie, genau auf die Zutatenliste zu schauen, denn Experten raten davon ab, Produkte mit Isoglukose zu kaufen.

Den Zuckerkonsum reduzieren – wie?

Welchen Geschmack wir bevorzugen, hängt auch davon ab, an was wir gewöhnt sind. Deshalb müssen Sie nicht ganz auf Zucker verzichten, sollten aber ihre Gewohnheiten kritisch hinterfragen. Das individuelle Empfinden für Süße lässt sich verändern! Achten Sie bei Fertigprodukten auf den Gehalt an Zucker (auch wenn ein anderes Wort für Zucker verwendet wird). Kochen und backen Sie selbst, so oft es geht – dann können Sie auch selbst den Zucker dosieren.

Um sich die Vorliebe für Süßes etwas abzutrainieren, hilft es, auch bei kalorienfreien Süßstoffen die Mengen zu reduzieren und z. B. statt drei besser ein bis zwei Süßstofftabletten in Kaffee oder Tee zu geben. Schon nach ein bis zwei Wochen ändert sich das Empfinden für Süße, und es fällt leichter, mit weniger Zucker auszukommen, ohne das Gefühl zu haben, auf etwas verzichten zu müssen.


von Kirsten Metternich
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (11) Seite 72-75

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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