Diabetes-Kurzgeschichte: Der kleine Melli und ich – es kommt immer anders, als du denkst

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© Alena Kozlova - AdobeStock
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Diabetes-Kurzgeschichte: Der kleine Melli und ich – es kommt immer anders, als du denkst

Hat ein jeder von uns sich alles so vorgestellt, wie es ist? Wohl kaum, das Leben ist voller Wendungen, voller Glück, Traurigkeit und unvorhersehbar. Wer von uns hätte mit dem Diabetes in seinem Leben gerechnet? Gut ist, wenn die Wendungen auch Positives ins Leben bringen – so wie bei Nina.

Ich liege in meinem kuscheligen Bett, schaue an die Decke und überlege mir, was ich mir Leckeres zum Frühstück machen werde. Bin ich vernünftig und esse einen Porridge mit Obst und Nüssen? Oder gönne ich mir heute mal was Süßes? Wie wäre es denn mit Apfelpfannkuchen? Die gab es schon lange nicht mehr. Doch dann kommt mir eine bessere Idee.

Kurzerhand entscheide ich mich für Waffeln und selbst gemachten Apfelbrei. Freudestrahlend hüpfe ich aus dem Bett und schlendere in die Küche. Waffeln und Apfelbrei sind für mich einfach Essen für die Seele. Ich drehe das Radio laut auf, und genau in dem Moment wird mein Lieblingslied gespielt. Welch ein Zufall! Und glücklich fange ich zu singen an, während ich das Frühstück vorbereite.

Die Diabetes-Kurzgeschichten-Reihe „Der kleine Melli und ich“ – der Hintergrund

Melli ist ein kleiner Junge, der mit Nina, einer jungen erwachsenen Frau, zusammenlebt. Die beiden Protagonisten der Diabetes-Kurzgeschichtenreihe geraten im Alltag immer wieder in Konflikt: beim Essen, beim Sport etc.

Autorin Lena Schuster ist Psychologin und hat seit 2014 Typ-1-Diabetes. Ihr Bruder hat seit der Kindheit ebenfalls Typ-1-Diabetes, deshalb ist ihr auch der Einfluss der Stoffwechselerkrankung auf die Familie gut bekannt. Zu ihren Kurzgeschichten sagt sie: „Für mich ist der Diabetes vergleichbar mit dem kleinen Melli, den man oft zu gerne ignorieren möchte, doch das geht leider nicht. Denn ignoriert man den Diabetes, ist er wie ein schreiendes Kind, das einen nicht zur Ruhe kommen lässt. Kümmert man sich jedoch um den Diabetes, so macht einen das stark – und man erkennt, dass man bereit ist, auch andere Probleme des Lebens zu bewältigen.“

hier gibt es alle Diabetes-Kurzgeschichten mit Nina und dem kleinen Melli

Schließlich ist das Essen fertig, und ich setze mich an den Küchentisch und halte kurz inne. Mit geschlossenen Augen atme ich tief ein. Der Duft warmer Waffeln steigt mir in die Nase. Eine wohlige Wärme umgibt meinen Körper. Glücklicher könnte ich in dem Moment nicht sein! So mache ich die Augen wieder auf und genieße das Frühstück. Heute ist mein freier Tag, und ich kann das tun, worauf ich Lust habe. Gehe ich später zum Sport? Bestelle ich mir heute Abend Sushi und schaue einen Film? Oder bummele ich mit einer Freundin durch die Stadt und den Park?

Plötzlich das Piepsen im Ohr – alles nur geträumt!

Plötzlich höre ich ein Piepsen direkt an meinem Ohr. Ich schrecke hoch und sitze senkrecht im Bett. Was ist passiert? Mein Blick geht in die Richtung, aus der das Piepsen kommt: Mein Wecker ist der Übeltäter! Langsam realisiere ich, dass das alles nur ein Traum war. Die leckeren Waffeln, der Morgen des vollkommenen Glücks waren nicht echt. Ein paar Sekunden bleibe ich einfach nur sitzen. Kurze Zeit später kommt Melli ins Schlafzimmer gestürmt. „Nina, du musst aufstehen. Du musst ganz schnell was essen. Wieso liegst du denn immer noch im Bett?“

Bevor ich reagieren kann, hat er auch schon die Rollläden hochgezogen. Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg ins Zimmer und blenden mich. Da wird mir schmerzlich bewusst, was nicht in meinem Traum vorkam: Melli. Ich konnte in meinem Traum essen, worauf ich Lust hatte, wann und so viel ich wollte. Traurigkeit breitet sich in mir aus. Ich quäle mich endlich aus dem Bett und schlurfe in die Küche. Gedankenverloren spritze ich mich und esse wie jeden Morgen ein Stück Vollkornbrot mit einem gekochten Ei.

Melli setzt sich neben mich und fragt: „Was ist denn los? Was hast du denn?“ Doch ich bin so in meinen Gedanken versunken, dass ich ihn gar nicht bemerke. Habe ich mir mein Leben so vorgestellt? Was hatte ich erwartet vom Leben? Was dachte ich denn, wie es verlaufen würde? Es wird deutlich, dass in keiner meiner Vorstellungen Melli vorkam.

Das Telefon klingelt, und ich werde aus meinen Gedanken gerissen. Ich laufe in den Flur und sehe auf das Display: Anna ruft an. Welch eine schöne Überraschung! Anna und ich haben uns bei einer Diabetesschulung kennengelernt und uns auf Anhieb gut verstanden. Direkt geht es mir deutlich besser. Schnell nehme ich den Hörer ab: „Hallo Anna, es freut mich, von dir zu hören. Wie geht es dir?“

Nach ein paar Minuten lege ich auf und komme freudestrahlend auf Melli zu. „Anna wird uns am Wochenende besuchen kommen. Ich freue mich so sehr, das glaubst du gar nicht!“ Lächelnd sieht mich Melli an und ist froh, dass meine schlechte Laune von vorhin verflogen ist.


Kommentar der Autorin:

Jeder hat Vorstellungen, wie das eigene Leben verlaufen wird. Ein Teil der Vorstellungen wird vielleicht erfüllt, jedoch wird es Dinge in unserem Leben geben, die wir nicht erwartet haben. So realisiert Nina, dass ihr Leben anders verlaufen ist, als sie dachte. Das stimmt sie zunächst traurig, weil sie durch Melli eingeschränkt ist. Dann wird ihr jedoch bewusst, dass sie ohne Melli ihre gute Freundin Anna nicht kennengelernt hätte.

Auch ich habe durch den Diabetes etwas entdeckt, das ich so einfach nicht erkannt hätte. Ich habe durch den Diabetes zum Schreiben gefunden und durfte die Redaktion des Diabetes-Journals kennenlernen. Dafür bin ich sehr dankbar!

weitere Diabetes-Kurzgeschichten mit Nina und dem kleinen Melli


von Lena Schuster

Avatar von lena-schuster

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (4) Seite 40-41

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 4 Wochen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

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