Laubers Kolumne: GeMessen Essen

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Laubers Kolumne: GeMessen Essen

Der Blutzucker weiß, was im Körper passiert. Wer klug misst, isst sich gemessen schlank – und das nachhaltig. Erfolgsautor Hans Lauber („Fit wie ein Diabetiker“, „Zucker zähmen!“ u.a.) verrät in seiner Kolumne, wie das funktioniert.

Warum nehme ich nicht ab? Fragen sich viele verzweifelt – und zählen weiter brav Kalorien, weil es die Ärzte empfehlen. Nur, das hilft meistens wenig. Wichtiger als die verzehrte Energiemenge ist die Art der aufgenommenen Energie – und da spielen die Kohlenhydrate eine Schlüsselrolle. Vor allem „schnelle“ Kohlenhydrate wie Colas, Limonaden und Weißbrot lassen den Blutzucker (BZ) in die Höhe schießen. Um diese süßen Fluten zu bändigen, schüttet der Körper verzweifelt Insulin aus. Das viele Insulin blockiert aber die Fettverbrennung.

„Zucker-Insulin-Schaukel“ habe ich diesen Mechanismus vor bald 20 Jahren in meinem Buch „Fit wie ein Diabetiker“ genannt. Damals wurde ich von den meisten Ärzten belächelt, heute zählen diese Erkenntnisse gottseidank zum medizinischen Standard vieler Ärzte. Denn wird diese Schaukel zu oft angeworfen, bilden sich unweigerlich die so hartnäckigen Schwimmreifen auf den Hüften.

Jeder Mensch „tickt“ anders

Nun ist es aber so, dass der Anstieg des Blutzuckers bei jedem Mensch unterschiedlich verläuft. Deshalb ist es eminent wichtig, einmal für sich herauszufinden, wie der eigene Körper „tickt“. Das geht am besten, indem einmal einige Tage nach jedem Essen der Blutzucker in kurzen Intervallen (etwa jede Viertelstunde) gemessen wird. Verblüffend sind oft die Ergebnisse: So habe ich manchmal nicht schlecht gestaunt, wenn nach dem Verzehr einer überreifen Banane der Blutzucker plötzlich in dramatische Höhen geschossen ist. Genau so habe ich mich gefreut, wenn sich nach einem Glas trockenem Wein der Anstieg des Blutzuckers verlangsamt hat. Was nicht verwunderlich ist, wirkt Alkohol doch tendenziell blutzuckersenkend.

Ungeheuer einprägsam sind solche persönlichen Erlebnisse, ermöglichen sie doch ein sehr individuelles Essverhalten. Ziemlich mühsam waren noch vor über zehn Jahren solche Messungen, musste doch jedes Mal ein kleiner Tropfen Blut genommen werden. Heute ist das durch die kontinuierliche Messung des Gewebezuckers (CGM) sehr viel einfacher geworden. Solche Systeme (etwa das FreeStyle Libre) liefern über lange Zeiträume zuverlässige Werte – und lassen sich ideal nutzen, um sich individuell schlank zu ernähren.

Slim-Check habe ich in meinem Buch „Schönkost“ dieses GeMessen Essen genannt – und es hat mir (und vielen meiner Leser) geholfen, das Gewicht konstant zu halten; bei mir seit 20 Jahren bei 68 Kilo. Denn interessanterweise führt das Wissen um die Wirkung der einzelnen Lebensmittel auf lange Sicht dazu, vor allem das zu essen, was nicht dick macht – also viel Gemüse, Salat, Vollkorn. Was mich wundert: Dass das „Schlanken“ nach dem Blutzucker nicht viel stärker verbreitet ist. Aber wahrscheinlich ist die BZ-Messung immer noch viel zu stark mit Krankheit assoziiert, so dass der „Slim-Check“ nicht zu den probaten Mitteln der schlanken Linie gehört. Würden solche Geräte und Systeme als Wellness vermarktet, würden sie wahrscheinlich besser akzeptiert.

Ein ganz spannender Messeffekt ist die Wirkung von Fett. So sind etwa durchgekochte Nudeln ein veritabler Dickmacher, weil sie den Blutzucker dramatisch in die Höhe jagen. Werden die Nudeln nun aber mit reichlich Olivenöl getränkt, so verringert sich der BZ-Anstieg sehr stark. Diese Erkenntnisse führen nun dazu, dass namhafte Diabetologen wie etwa der Düsseldorfer Prof. Dr. Stephan Martin von der „Fettlüge“ sprechen. Da ist natürlich etwas dran, denn die ewige Verteufelung von Fett durch die Schulmedizin hat dazu geführt, dass die verheerenden Wirkungen der Kohlenhydrate auf das Gewicht, auf die explosionsartige Zunahme des Typ-2-Diabetes völlig unterschätzt wurden.

Heute hü, morgen hott

Was mich dabei wundert: Warum fallen die Ärzte immer von einem Extrem ins andere? So wurde neben dem Fett ewig auch das angeblich schädliche Cholesterin der Nahrung attackiert – wobei rund 80 Prozent dieses Naturstoffs vom Körper selbst produziert werden und Cholesterin auch wichtige Funktionen im Körper hat. Weshalb ich dafür plädiere, diese Diskussionen etwas weniger emotional zu führen, denn sonst werden die Menschen nur verunsichert. So denken viele jetzt, Fett ist gut. Das stimmt, bis auf die gefährlichen Transfette, auch weitgehend. Aber wer jeden Abend einen fetten Schweinsbraten isst, wird mit der Zeit halt auch dick – schon weil die Knödel, die dazu so herrlich schmecken, einfach zu verlockend sind.

Mein Motto, mit dem ich jetzt bald 20 Jahre mein Idealgewicht halte, meinen Diabetes ohne Medikamente im Griff habe (gerade wieder eindrucksvoll vom Diabetologen bestätigt!) ist eine Erkenntnis, womit ich „Schönkost“ enden lasse. Sie stammt von dem Schwäbischen Dichter und Pfarrer Eduard Mörike und lautet:

„Doch in der Mitten liegt holdes Bescheiden“

Serie: Lasst Pfunde purzeln!

von Hans Lauber

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    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

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    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?