Laubers Kolumne: Laufen – je länger, je lieber

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Laubers Kolumne: Laufen – je länger, je lieber

Langes Laufen senkt den Blutzucker, hält schlank und vertreibt die Angst. Unser Kolumnist Hans Lauber liefert persönlich erlebte Argumente für ein unschlagbar preiswertes „Medikament“.

Jahrzehntelang war Joggen mein wichtigster Sport, den ich fast täglich betrieben habe – und der mir entscheidend geholfen hat, Gewicht und Blutzucker im optimalen Bereich zu halten. Wegen einem Katheter kann ich seit Wochen und für Wochen aber nicht joggen, auch nicht Rad fahren oder ins Fitness Studio gehen. Erst jammerte ich herum, dann fing ich an, stramm zu gehen, was ich Laufen nenne.

Allerdings merkte ich bald, dass flottes Laufen nicht an die metabolische Wirksamkeit von Joggen heranreicht. Also bleibt nur ein Ausweg: Länger laufen – und zwar sehr viel länger. Inzwischen bin ich täglich mindestens eine Stunde schnellen Schrittes unterwegs, was einer Strecke von knapp zehn Kilometern entspricht. Gut, dass ich derzeit das Messgerät „FreeStyle Libre“ installiert habe, was mir minutengenau den Status meines Blutzuckers signalisiert. Mehr zu diesem innovativen System lesen Sie hier.

Um rund 50 Punkte sinken nach rund einer Stunde die Blutzuckerwerte, wobei dieser Effekt um so stärker ist, je höher der Blutzucker ist. Also etwa von zu hohen 170 mg/dl nach dem Essen auf schickliche 120. Noch deutlicher sinken die Werte, wenn ich rund zwei Stunden unterwegs bin, was ich derzeit fast täglich schaffe, selbst wenn es regnet. Dann ist es sogar möglich, den Blutzucker unter die magische Grenze von 100 zu locken, was sich segensreich auf den Langzeitzucker HbA1c auswirkt, der bei dem Freestyle-Gerät als GMI (Glukose Management Indikator) definiert ist, und der weitgehend deckungsgleich mit dem HbA1c ist.

Wirkt Laufen immer? Leider nein. Vor allem wirkt es bei mir dann nicht, wenn ich es dringend bräuchte, nämlich am Morgen nach dem Aufstehen, wo bei mir der Zucker fast immer um rund 30 Punkte steigt. Da nützen auch 45 Minuten strammes Gehen nichts, die Werte steigen eher leicht. Doch habe ich inzwischen eine Alternative, denn seit einigen Wochen nutze ich Insulin, worüber ich hier berichtet habe. Dann drei Einheiten vom schnell wirkenden Insulin gespritzt – und die oftmals extremen Anstiege, die selbst ein leichtes Frühstück bei mir auslösen, sind gedämpft.

Generell sinkt mein Insulinverbrauch aber durch das Laufen drastisch. An manchen Tagen gelingt es mir, über den Tag mit ganz geringen oder gar keinen Dosen von dem künstlichen Hormon auszukommen, wobei ich mit einer mittäglichen Tablette vom Zuckerbalancierer Metformin gute Erfahrungen gemacht habe. Schaffe ich vor dem abendlichen Schlafen gehen sogar noch einen rund einstündigen Marsch, dann komme ich oft ohne eine Ration vom lang wirkenden Basalinsulin durch die Nacht.

Macht Laufen schlank? Durch die verbrauchten Kalorien eher nicht. Der schlanke Effekt tritt eher indirekt ein. Denn je tiefer die Blutzuckerwerte sind, desto weniger Insulin zirkuliert im Blut. Und da Insulin ein Masthormon ist, das die Fettverbrennung hemmt, macht sich das Laufen doch auf der Waage bemerkbar. So habe ich in den letzten Wochen rund zwei Kilo Gewicht verloren – und wiege jetzt bei 1,75 Meter fast schon zu schlanke 66 Kilo.

Was motiviert mich? Nun, glücklicherweise wohne ich nahe am Rhein – und an dem großen Fluss gibt es inzwischen wunderbare Spazierwege, sodass ich etwa die rund drei Kilometer vom Kölner Süden bis zum Hauptbahnhof laufen kann, ohne vom tosenden Verkehr (bis auf den Lärm) behelligt zu werden. Auch gibt es auf der gegenüberliegenden Seite ausgedehnte Wiesen, die ein kontemplatives Gehen ermöglichen. Es lohnt sich, solche ansprechenden Strecken zu suchen, um sich immer wieder zu motivieren. Einen interessanten psychologischen Effekt konstatiere ich: Vor dem Joggen habe ich mich oft gequält, bis ich endlich gestartet bin, schließlich musste ich mich vorher umziehen. Das alles entfällt beim Laufen, ordentliches Schuhwerk – und los.

Ausgeglichener fühle ich mich durch das lange Laufen – ein Eindruck, der sogar wissenschaftlich bewiesen ist. Denn in einem Artikel vom 17. Januar 2022 schreibt im „Kölner Stadtanzeiger“ der Kölner Neurologe Dr. Magnus Heier: „Körperliche Aktivität halbiert das Risiko, auf lange Zeit eine Angststörung zu entwickeln!“ Ein wichtiger Befund in einer Zeit, wo viele Menschen aufgrund der ständig wechselnden Pandemieszenarien immer ängstlicher werden.

Meine Empfehlung: Statt sich in den täglichen Nachrichten den immer neuen Hiobsbotschaften auszusetzen, lieber eine stramme Runde um den Block marschieren. Das verscheucht trübe Gedanken und frommt sogar der schlanken Linie.

Macht gute Laune: Langes Laufen


von Hans Lauber

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • ole-t1 antwortete vor 2 Wochen

      Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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