- Leben mit Diabetes
Laubers Kolumne: Laufen – je länger, je lieber
3 Minuten
Langes Laufen senkt den Blutzucker, hält schlank und vertreibt die Angst. Unser Kolumnist Hans Lauber liefert persönlich erlebte Argumente für ein unschlagbar preiswertes „Medikament“.
Jahrzehntelang war Joggen mein wichtigster Sport, den ich fast täglich betrieben habe – und der mir entscheidend geholfen hat, Gewicht und Blutzucker im optimalen Bereich zu halten. Wegen einem Katheter kann ich seit Wochen und für Wochen aber nicht joggen, auch nicht Rad fahren oder ins Fitness Studio gehen. Erst jammerte ich herum, dann fing ich an, stramm zu gehen, was ich Laufen nenne.
Allerdings merkte ich bald, dass flottes Laufen nicht an die metabolische Wirksamkeit von Joggen heranreicht. Also bleibt nur ein Ausweg: Länger laufen – und zwar sehr viel länger. Inzwischen bin ich täglich mindestens eine Stunde schnellen Schrittes unterwegs, was einer Strecke von knapp zehn Kilometern entspricht. Gut, dass ich derzeit das Messgerät „FreeStyle Libre“ installiert habe, was mir minutengenau den Status meines Blutzuckers signalisiert. Mehr zu diesem innovativen System lesen Sie hier.
Um rund 50 Punkte sinken nach rund einer Stunde die Blutzuckerwerte, wobei dieser Effekt um so stärker ist, je höher der Blutzucker ist. Also etwa von zu hohen 170 mg/dl nach dem Essen auf schickliche 120. Noch deutlicher sinken die Werte, wenn ich rund zwei Stunden unterwegs bin, was ich derzeit fast täglich schaffe, selbst wenn es regnet. Dann ist es sogar möglich, den Blutzucker unter die magische Grenze von 100 zu locken, was sich segensreich auf den Langzeitzucker HbA1c auswirkt, der bei dem Freestyle-Gerät als GMI (Glukose Management Indikator) definiert ist, und der weitgehend deckungsgleich mit dem HbA1c ist.
Wirkt Laufen immer? Leider nein. Vor allem wirkt es bei mir dann nicht, wenn ich es dringend bräuchte, nämlich am Morgen nach dem Aufstehen, wo bei mir der Zucker fast immer um rund 30 Punkte steigt. Da nützen auch 45 Minuten strammes Gehen nichts, die Werte steigen eher leicht. Doch habe ich inzwischen eine Alternative, denn seit einigen Wochen nutze ich Insulin, worüber ich hier berichtet habe. Dann drei Einheiten vom schnell wirkenden Insulin gespritzt – und die oftmals extremen Anstiege, die selbst ein leichtes Frühstück bei mir auslösen, sind gedämpft.
Generell sinkt mein Insulinverbrauch aber durch das Laufen drastisch. An manchen Tagen gelingt es mir, über den Tag mit ganz geringen oder gar keinen Dosen von dem künstlichen Hormon auszukommen, wobei ich mit einer mittäglichen Tablette vom Zuckerbalancierer Metformin gute Erfahrungen gemacht habe. Schaffe ich vor dem abendlichen Schlafen gehen sogar noch einen rund einstündigen Marsch, dann komme ich oft ohne eine Ration vom lang wirkenden Basalinsulin durch die Nacht.
Macht Laufen schlank? Durch die verbrauchten Kalorien eher nicht. Der schlanke Effekt tritt eher indirekt ein. Denn je tiefer die Blutzuckerwerte sind, desto weniger Insulin zirkuliert im Blut. Und da Insulin ein Masthormon ist, das die Fettverbrennung hemmt, macht sich das Laufen doch auf der Waage bemerkbar. So habe ich in den letzten Wochen rund zwei Kilo Gewicht verloren – und wiege jetzt bei 1,75 Meter fast schon zu schlanke 66 Kilo.
Was motiviert mich? Nun, glücklicherweise wohne ich nahe am Rhein – und an dem großen Fluss gibt es inzwischen wunderbare Spazierwege, sodass ich etwa die rund drei Kilometer vom Kölner Süden bis zum Hauptbahnhof laufen kann, ohne vom tosenden Verkehr (bis auf den Lärm) behelligt zu werden. Auch gibt es auf der gegenüberliegenden Seite ausgedehnte Wiesen, die ein kontemplatives Gehen ermöglichen. Es lohnt sich, solche ansprechenden Strecken zu suchen, um sich immer wieder zu motivieren. Einen interessanten psychologischen Effekt konstatiere ich: Vor dem Joggen habe ich mich oft gequält, bis ich endlich gestartet bin, schließlich musste ich mich vorher umziehen. Das alles entfällt beim Laufen, ordentliches Schuhwerk – und los.
Ausgeglichener fühle ich mich durch das lange Laufen – ein Eindruck, der sogar wissenschaftlich bewiesen ist. Denn in einem Artikel vom 17. Januar 2022 schreibt im „Kölner Stadtanzeiger“ der Kölner Neurologe Dr. Magnus Heier: „Körperliche Aktivität halbiert das Risiko, auf lange Zeit eine Angststörung zu entwickeln!“ Ein wichtiger Befund in einer Zeit, wo viele Menschen aufgrund der ständig wechselnden Pandemieszenarien immer ängstlicher werden.
Meine Empfehlung: Statt sich in den täglichen Nachrichten den immer neuen Hiobsbotschaften auszusetzen, lieber eine stramme Runde um den Block marschieren. Das verscheucht trübe Gedanken und frommt sogar der schlanken Linie.
Macht gute Laune: Langes Laufen
von Hans Lauber
- E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
- Internet: www.lauber-methode.de
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 9 Stunden, 20 Minuten
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 16 Stunden, 56 Minuten
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 9 Stunden, 28 Minuten
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 9 Stunden, 6 Minuten
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 7 Stunden, 59 Minuten
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 7 Stunden, 5 Minuten
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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galu postete ein Update vor 4 Tagen, 13 Stunden
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 4 Tagen, 11 Stunden
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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