„Meilensteine der modernen Diabetologie“: Nicole Mattig-Fabian von diabetesDE im Interview

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„Meilensteine der modernen Diabetologie“: Nicole Mattig-Fabian von diabetesDE im Interview | Foto: diabetesDE/Dirk Deckbar
Foto: diabetesDE/Dirk Deckbar
„Meilensteine der modernen Diabetologie“: Nicole Mattig-Fabian von diabetesDE im Interview

Am 5. November finden in Berlin von 12 bis 17 Uhr die ersten “Meilensteine der modernen Diabetologie” statt. Eingeladen sind alle, die Interesse an Diabetes-Technologie haben und sich unterhaltsam informieren möchten. Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin des Veranstalters diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, verrät im Interview mehr dazu.

Diabetes-Journal (DJ): Am 5. November finden die ersten “Meilensteine der modernen Diabetologie” statt. Warum “Meilensteine”?

Nicole Mattig-Fabian: Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Medizin-Technik einen rasanten Fortschritt gemacht hat. Und da gerade in der Diabetes-Therapie die Technik eine so große Rolle spielt, wollten wir diesem Fortschritt huldigen. Wir haben vor zwei Jahren mit der Veranstaltung “100 Jahre Insulin” angefangen. Dann haben wir uns überlegt, dass es sinnvoll wäre, daraus eine ganze Reihe zu machen zum Thema “Meilensteine der modernen Diabetologie”. Wir beginnen jetzt mit dem Thema Insulinpumpe – denn die erste Insulinpumpe zur alltäglichen Anwendung kam vor etwa 40 Jahren auf den Markt – und werden in den nächsten Jahren auch immer wieder Jubiläen zum Anlass nehmen, diese Eventreihe fortzusetzen.

DJ: Wie ordnen sich die “Meilensteine” in die anderen Veranstaltungen ein?

Nicole Mattig-Fabian: Unsere Organisation gibt es seit 15 Jahren. Wir haben bis 2019 einmal im Jahr eine zentrale Patienten-Veranstaltung ausgerichtet rund um den Weltdiabetestag am 14. November. Dann kam die Corona-Pandemie und wir wollten trotzdem den Weltdiabetestag nutzen, um mit Vorträgen für Aufklärung und Fortbildung zu sorgen. Wir haben kurzerhand die analoge Veranstaltung digital umgesetzt – auch in Kooperation mit dem Kirchheim-Verlag und der #dedoc° Community. An diesem Konzept wollen wir festhalten. Aber von Betroffenen und Sponsoren ist öfter an uns herangetragen worden, ob wir nicht wieder eine Patienten-Veranstaltung in Präsenz ins Leben rufen können. Da bietet sich der Monat des Weltdiabetestags an.

DJ: Die Reichweite ist bei einer analogen Veranstaltung aber natürlich viel geringer …

Nicole Mattig-Fabian: Ja, deshalb haben wir auch überlegt, ob wir das bei der ersten Veranstaltung schon machen wollen. Aber eine rein virtuelle Veranstaltung kam nicht infrage, weil wir ja gerade etwas Analoges anbieten wollen. Wir hatten über ein hybrides Veranstaltungsformat nachgedacht, aber hybrid bedeutet auch die doppelte Finanzierung. Wir möchten erst mal das analoge Event richtig in der Szene implementieren. Hier haben wir auch den Rückhalt der Sponsoren – ohne Sponsoren können wir als gemeinnütziger Verein gar nichts ausrichten.

DJ: Sind nur Menschen mit Diabetes eingeladen?

Nicole Mattig-Fabian: Nicht ganz. Vor der Patienten-Veranstaltung gibt es einen zweistündigen Festakt, bei dem wir auch den Healthcare-Professionals, den Vertretern der Krankenkassen und Politikern ein Netzwerk bieten möchten. Es handelt sich hierbei um einen geladenen Kreis von ca. 150 Personen. Das haben wir bei der Veranstaltung “100 Jahre Insulin” ähnlich gemacht und viele haben das genutzt, um sich vor Ort auszutauschen und persönlich zu vernetzen. Genau diesen Austausch hat man ja seit der Corona-Pandemie schmerzlich vermisst.

DJ: Was erwartet die Besucherinnen und Besucher bei der Patienten-Veranstaltung?

Nicole Mattig-Fabian: Wir haben mit der Hauptstadt-Repräsentanz der Telekom eine tolle Location gefunden, die es uns ermöglicht, in verschiedenen Räumen Aktivitäten anzubieten. Es gibt ein Bühnenprogramm, das eher Infotainment-mäßig gestaltet ist. Dort finden Interviews und Erfahrungsberichte aus dem Alltag von Menschen mit Diabetes statt, auch über Diabetes und Sex. Es werden sehr viele Menschen mit Typ-1-Diabetes auf der Bühne sein und über ihr Leben mit Diabetes berichten. Hier wird es auch z. B. einen Poetry-Slam und ein Diabetes-Quiz geben. Im ersten Stock finden wissenschaftliche Vorträge statt zu Themen wie dem Beginn der Insulinpumpe, der Weiterentwicklung zur technischen Evolution oder der Individualisierung der Therapie. Auf einer weiteren Fläche findet eine große Industrie-Ausstellung statt, die außerdem mit einigen Aktivitäten untermalt wird, wie Mitmach-Breakdance.

Gibt es auch ein Programm für Kinder?

Nicole Mattig-Fabian: Selbstverständlich bieten wir auch eine Unterhaltung für Kinder mit und ohne Diabetes an, damit sich die Eltern in Ruhe informieren können. Die Eltern können ihre Kinder im Kids-Corner abgeben. Das Angebot dort beinhaltet u. a. Geschicklichkeits-Spiele, Stopp-Tanzen oder Tattoo-Bemalung.

DJ: Dürfen auch Menschen mit Typ-2-Diabetes teilnehmen?

Nicole Mattig-Fabian: Es dürfen alle Interessierten kommen! Allerdings sind natürlich die Themen Insulinpumpen oder Medizin-Technik zum größten Teil Themen, die eher Menschen mit Typ-1-Diabetes oder die sehr Technik-affinen Menschen mit Typ-2-Diabetes interessieren. Es gibt ja auch genügend Menschen mit Typ-2-Diabetes, die zumindest ihre Glukosewerte inzwischen mit einem Sensor messen. Und dann gibt es ja auch Themen, die wirklich für alle interessant sind, wie Bewegung, psychische Belastung oder auch sensible Sprache. Thematisch wird also niemand ausgeschlossen.

DJ: Können Sie schon sagen, welche Themen der Meilensteine es in den nächsten Jahren geben wird?

Nicole Mattig-Fabian: Ja: Nächstes Jahr haben die CGM-Systeme 25-jähriges Jubiläum und im Jahr 2025 gibt es die Insulinpens seit 40 Jahren. Es bleibt also spannend! Wer mehr wissen möchte, findet weitere Informationen unter www.meilensteine-diabetologie.de.


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (10) Seite 10-11

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  • tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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