- Leben mit Diabetes
Mit Diabetes gut vorbereitet in den Urlaub fahren
2 Minuten

Nachdem rund zwei Jahre die Corona-Pandemie und ihre Einschränkungen den Alltag bestimmt haben, möchten viele Menschen in den bald beginnenden Sommerferien wieder in den Urlaub fahren. Reisen ist für Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus grundsätzlich genauso möglich wie für Stoffwechselgesunde, sofern sie im Vorfeld alles für die notwendige Therapie organisieren: Denn diese muss weiterlaufen, ob im In- oder Ausland, an der See, in den Bergen, im Entspannungs- oder Aktivurlaub.
Bei sorgfältiger Planung unter Einbezug von Faktoren wie Klimawechsel, Zeitumstellung, anderen Gesundheitssystemen im Ausland und möglichen Notfällen wie Unterzuckerungen steht jedoch einer Reise nichts im Weg. Die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe bietet dazu Informationen und Tipps.
Sorgfältige Planung und Organisation des Urlaubs
„Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 können bei einer stabilen Stoffwechsellage grundsätzlich genauso verreisen wie jene ohne Stoffwechselerkrankung“, sagt Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim sowie Chefredakteur des Diabetes-Journals. Er rät insbesondere Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes sowie volljährigen, aber seit Bestehen der Diabeteserkrankung noch reiseunerfahrenen Menschen mit Typ-1 oder Typ-2-Diabetes, im Vorfeld mit dem diabetologischen Behandlungsteam zu besprechen, was für den Urlaub bedacht, organisiert und geplant werden sollte.
Das ist vor der Reise zu beachten
Hierbei spielen diabetesDE zufolge unter anderem folgende Fragen eine Rolle: Sind Reiseart und Urlaubsziel geeignet? Wie groß muss der Vorrat an Medikamenten und Hilfsmitteln sein, die rund um die Diabetestherapie benötigt werden und was ist dafür gegebenenfalls mit der Ärztin oder dem Arzt und mit der Krankenkasse vorab zu besprechen? „Wir raten, die Reiseart an die körperliche Leistungsfähigkeit und entsprechende Vorerfahrungen anzupassen“, so Professor Haak. Zum Beispiel stelle ein Aktivurlaub mit dem Erlernen einer neuen Sportart höhere Anforderungen an die körperliche Belastbarkeit als eine Entspannungsreise.
Darüber hinaus können klimatische Veränderungen und Zeitzonenwechsel den Stoffwechsel und die Diabetestherapie stark beeinflussen: Während einer Kreuzfahrt mit Aufenthalten in tropischen Ländern kann sich die Glukosetoleranz verschlechtern: Nach den Mahlzeiten kann es daher zu einem stärkeren Glukoseanstieg als gewohnt kommen. In extremer Kälte oder Höhe hingegen entgleist der Stoffwechsel schneller als zu Hause, so diabetesDE. „Zudem verursachen Flug, Zeitverschiebung und eine neue Umgebung bei vielen Menschen Stress, der den Glukosespiegel ansteigen lassen kann“, betont Professor Haak. Darauf müssen Menschen mit Diabetes zeitnah reagieren, indem sie beispielsweise mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen oder die Insulin- beziehungsweise Tablettenmenge erhöhen. „Hingegen kann sich bei intensiven Sportarten wie Bergsteigen oder Wassersport die übliche Insulindosis deutlich verringern“, erklärt der Diabetologe. Um extreme Glukoseschwankungen zu vermeiden, empfiehlt er, die Glukosewerte während der Reise häufiger zu überprüfen als zu Hause.
Zu klärende Fragen
diabetesDE rät, vor dem Antritt der Reise folgende Fragen zu klären: Wie bringe ich den benötigten Therapievorrat im Reisegepäck unter? Was muss ich beim Transport von Diabetesmedikamenten bei der Anreise, aber auch bei der Lagerung vor Ort beachten? Bekomme ich in einer Notfallsituation im Ausland die gleiche Behandlung wie in Deutschland?
„Menschen mit Diabetes nehmen idealerweise die zwei- bis dreifache Menge des voraussichtlichen Therapiebedarfs mit“, rät Professor Haak. Damit die Medikamente sicher am Reiseziel ankommen, sollten sie in einer Kühltasche transportiert und auch in der Unterkunft kühl gelagert werden. Bei Flugreisen muss zudem eine Bescheinigung zum Mitführen von Insulin und Co. ins Handgepäck. Für den Notfall empfiehlt es sich, stets einen internationalen Diabetes-Pass oder ein Dokument in der Landessprache des Urlaubslandes bei sich zu tragen, das über die bestehende Diabetes-Erkrankung Auskunft gibt.
Weitere Informationen
mit Materialien von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Leben mit Diabetes

16 Minuten
- Aus der Community

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 5 Tagen, 11 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



